DGI-Blog

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EINLADUNG: Open Science Conference diskutiert Umsetzung der European Open Science Cloud

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Der nachfolgende Hinweis auf die interessante Open Science Konferenz in Berlin zu Ihrer Information.

HG aus Karlsruhe

Ihr Luzian Weisel

Einladung: Open Science Conference diskutiert Umsetzung der European Open Science Cloud

Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und der Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0 laden vom 21. bis 22. März 2017 nach Berlin zur Open Science Conference. Über 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 34 Ländern werden auf der ausgebuchten Open Science Conference erwartet. Die internationale Fachtagung widmet sich aus unterschiedlichen Perspektiven dem Thema Open Educational Resources. Zudem wird die Umsetzung der European Open Science Cloud diskutiert. Zu den Vortragenden gehören Jean-Claude Burgelmann, Barend Mons, Johannes Vogel und Klaus Tochtermann. URL: http://www.open-science-conference.eu.

 

Informationskompetenz – neue Community of Practice in der DGI

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Informationskompetenz – gibt es da nicht schon ganz viel?

Richtig. Informationskompetenz ist kein neues Thema und es existieren zahlreiche interessante und gut gemachte Initiativen und Angebote zu unterschiedlichen Aspekten und für verschiedene Zielgruppen. Auch der DGI-Arbeitskreis „Bildung und Informationskompetenz (IKB)“ hat hier bereits wichtige Impulse gesetzt, indem u.a. durch viel Engagement des Arbeitskreises das Thema in den Bildungsplan 2016 von Baden-Württemberg und anderen Bundesländern Einzug gehalten hat (weitere Infos hier).

Wozu dann eine CoP (Community of Practice) zu Informationskompetenz?

Durch die aktuelle Diskussion über den möglichen Einfluss von Fake News und postfaktischen Behauptungen auf individuelle Wahlentscheidungen sind Fragen der Informationskompetenz in jüngster Zeit wieder verstärkt in den Fokus der (öffentlichen) Wahrnehmung gerückt. Dabei liegt das Augenmerk auf Fähigkeiten zum Erkennen von falschen Informationen und ihren Quellen, zum kritischen Umgang mit (digitalen) Informationslieferanten aller Art und der Informationsbeschaffung, –nutzung und –wirkung im alltäglichen Leben.

Welchen Beitrag kann die DGI leisten? Dies soll zusammen mit anderen Interessierten herausgefunden und beantwortet werden.

Gibt es schon einen Plan?

Zunächst ist eine Analyse des bestehenden Angebots geplant, um Lücken zu ermitteln. Schwerpunkt ist die Vermittlung alltagsrelevanter Informationskompetenzen im Privat- und Berufsleben. In einem weiteren Schritt sollen konkrete Vorhaben zur Schließung der Lücken skizziert und Umsetzungsmöglichkeiten ergründet werden.

Die DGI lädt alle Interessierten herzlich ein, Teil der im Januar 2017 gegründeten CoP Informationskompetenz zu werden! Die CoP soll durch ihre Mitglieder getragen werden und von dort Impulse erhalten.

Jeder fachliche Input, jede kreative Idee ist willkommen und ausdrücklich erwünscht, um gegenseitig Inspirationen zu geben und gemeinsam Ideen und Konzepte zu entwickeln. Die CoP kann einen Raum für alle werden, die einen Beitrag zur Steigerung der Informationskompetenz innerhalb ihrer persönlichen Zielgruppe oder im Rahmen ihrer Interessen und Möglichkeiten leisten wollen.

Vom Artikel in der Tageszeitung über Projektideen für Schulen und Hochschulen bis hin zum umfassenden Weiterbildungsangebot für Berufstätige – denkbar ist alles! Arbeiten wir gemeinsam daran!

Interesse geweckt? Gibt es weitere Fragen?

Nehmen Sie Kontakt auf mit den Kollegen aus dem Arbeitskreis Informationskompetenz:

Sylvia Kullmann (sh.kullmann(at)outlook.de) oder Dr. Luzian Weisel, Vizepräsident der DGI (weisel(at)dgi-info.de)

  

Laudatio für den Land der Ideen Bundessieger Wirtschaft 2016

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Laudatio für den Land der Ideen Bundessieger 2016 in der Kategorie Wirtschaft

Frankfurt, Deutsche Bank, Taunusanlage 12, 10.11.2016
Laudator: Reinhard Karger, M.A.
Präsident, Deutsche Gesellschaft für Information und Wissen, DGI
Unternehmenssprecher, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, DFKI und Mitglied der Land der Ideen Jury

Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen: „BURGER CARE – Roter Teppich für neue Mitarbeiter

Liebes Preisträger-Team der Burger Gruppe, der SBS-Feintechnik GmbH,
herzliche Glückwünsche auch im Namen der gesamten Jury an Sie, den Land der Ideen Bundessieger 2016 in der Kategorie Wirtschaft mit Ihrem Projekt “BURGER CARE – Roter Teppich für neue Mitarbeiter”.

Sehr geehrte Damen und Herren,
selten finden sich Begriffe wie „Kuckucksuhr“ und „Innovation“ in einem Satz. Heute schon. Read More

IWP 5/6 2016 ist nun online

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Liebe DGI-Mitglieder,
nun ist es wieder soweit: Das letzte IWP-Heft für das Jahr 2016 ist online verfügbar. Die Druckexemplare werden Ende des Monats ausgeliefert. Einen unentgeltlichen Zugang zu allen Volltexten der Online-Ausgabe erhalten Sie als Mitglied der DGI über den Mitgliederbereich der DGI-Website.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Ihre IWP-Redaktion

Was Sie in der aktuellen Ausgabe lesen können, zeigt Ihnen der unten aufgeführte Überblick. Die Redaktion freut sich auf Ihre Reaktionen und auf Ihre Themenvorschläge und Beiträge.

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“Digitalisierung ist eine Chance, vor der niemand kapitulieren muss!”

By | Allgemein, Industrie 4.0, Informationskompetenz, Internet and Society, Internet und Gesellschaft, Künstliche Intelligenz | No Comments

“Alles digital. Echt jetzt?“ Gerade erschienen, der Beitrag von DGI-Präsident Reinhard Karger – in DIGITUSmagazin III 2016 – über die smarten Perspektiven ohne Alarmismus, über emphatische Menschen und Maschinen, die Emotionen simulieren, denn “es ist wichtig, dass wir die Zukunft ohne Schnappatmung betrachten.”

dgt-2016-iii-coverAn jeder Ecke ein warnender Mahner für oder gegen Digitalisierung mit wenig Maß, kaum Muße, aber dafür Heilsversprechen gratis und geschürte Untergangsangst. “Was sollte der Mittelstand tun? Besser sein Umfeld erkunden, als nach Kalifornien pilgern. Die Angebote vor der eigenen Haustür sind erstaunlich zahlreich und haben eine erstaunliche Qualität, strategisch und praktisch, verbal und haptisch. Augen auf, Maß nehmen und nachdenken, wie man die Digitalisierungsdividende konkret in seinem Unternehmen realisieren kann. Und es stimmt: Ingenieurskultur braucht Digitalisierungs-Spirit!” Was ist das? “Digitalisierung heißt nicht primär Disruption, sondern: mitmachen, clever sein, profitieren!“

Wir neigen dazu Maschinen zu überschätzen und menschliche Chancen zu trivialisieren, aber „Innovation verändert Produktion – bei zunehmender emotionaler Vollbeschäftigung des Menschen!“

“Alles digital. Echt jetzt?“ Der ganze Beitrag in DIGITUSmagazin III 2016!

Neues vom Vorstand: eine heiter bis wolkige Präsenzsitzung

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Die Vorstandssitzungen finden mindestens einmal im Monat per Telefonkonferenz statt. In 60-90 Minuten abends lassen sich viele Themen nicht ausreichend diskutieren. Deshalb tagen wir mindestens einmal im Jahr „face to face“, wo wir uns in einer sogenannten Präsenzsitzung einen ganzen Arbeitstag lang über aktuelle Fragestellungen, Strategien und ToDos austauschen. Wie schon nach dem letzten Treffen wollen wir die Tradition fortsetzen, und im DGI-Blog darüber berichten.

Diesen Sommer waren wir am 29. Juli bei WTI Frankfurt zu Gast (vielen Dank an unsere Gastgeber!) – diesmal nicht bei 37 Grad im Schatten, sondern bei einem heiter bis wolkigen Sommertag im aufstrebenden Frankfurter Ostend, nahe dem neuen EZB-Gebäude.

Die Themen u.a.: Strategische Ziele, studentische Mitglieder, Homepage, Aktivitäten, Zukunft der IWP

Wir werden oft angesprochen, wofür genau die DGI heute steht. Der digitale Wandel stellt uns vor besondere Herausforderungen, das Profil der DGI und ihrer Mitglieder erneut zu schärfen, in der Mediengesellschaft alte Kulturtechniken und Neugier wieder zu erwecken.

Was ist das Spektrum?

  • Förderung von Informationskompetenz – unser gesellschaftspolitisches Anliegen
  • Informationsnutzung in Wissenschaft und Industrie
  • Entwicklungen der Informationsdienstleister und Internetriesen

Mit dabei

  • Gestalten von Wissensquellen
  • Anwendung und Kontext, Inhalt und Kunde
  • Informationsdienstleistungen zwischen IT und Kunde
  • Internet als Betriebssystem
  • Weiterentwicklung der Datenwirtschaft und Wissensgesellschaft
  • Datensouveränität
  • Dialog über Industrie 4.0, Zukunft der Arbeit
  • rechtliche Aspekte bei der Datennutzung

Finden Sie sich wieder? Sind Sie noch kein Mitglied? Dann geht es hier zur Anmeldung.

Diese Themen sollen sich in den Veranstaltungen und in der IWP widerspiegeln. Aber auch durch unsere Vernetzung in allen sozialen Medien und der Homepage, wollen wir die Sichtbarkeit der Themen der DGI und ihrer Mitglieder weiter erhöhen und Sie zur aktiven Teilnahme auf Twitter, in Xing, Facebook, Blog, Mailingliste aufrufen.

Apropos Homepage – ist es Ihnen schon aufgefallen? Die Seiten werden gerade aktualisiert und erhalten eine bessere Übersichtlichkeit. Den DGI-Blog finden Sie jetzt unter „Aktuelles“. Work in Progress. Wenn Sie Feedback haben – jederzeit an mail@dgi-info.de.

Unsere neu gewonnenen studentischen Mitglieder, zumindest die, die sich schon zahlreich angemeldet haben, wollen wir ebenfalls herzlich begrüßen und durch Teilnahme an Veranstaltungen und Workshops zur Mitarbeit motivieren. Vielleicht schon auf dem Buchmesse-Event der DGI. Da geht es um „Publishing Trends of the Future“ und wir fragen, „What do students need to learn/know about publishing (copyrights, re-usage, metrics, IF …)? Who educates them?“ – oder bei den nächsten Praxistagen. Ein Vortrag über ein studentisches Projekt der Hochschule Darmstadt ist schon geplant. Wir sind offen für Vorschläge aus den Reihen der Studierenden, was Projekte, Praktika, Themen oder Veranstaltungswünsche angeht.

Ein Thema in der Runde und auf dem letzten Stammtisch war das Profil und die Positionierung der Information Professionals. Vielleicht gibt es Ideen, wie wir die Sichtbarkeit der „Informationstätigen“ stärken und verbessern können. Die DGI möchte das gerne unterstützen. Auf jeden Fall ein Thema, an dem wir dranbleiben – nicht nur auf dem nächsten Stammtisch am 9.8.2016 in Frankfurt.

  • Zukunft braucht Herkunft
  • Die richtige Information zur richtigen Zeit am richtigen Ort – wer hat’s erfunden?
  • „Nie waren wir so wertvoll wie heute“ 🙂

Die nächsten Vorstandswahlen stehen 2017 an. Wir überlegen noch, in welchem Rahmen und zu welchem Termin wir dazu einladen werden. Eins steht fest, in diesen Umbruchzeiten gibt es viele neue Herausforderungen. Einige Vorstandsmitglieder werden voraussichtlich nicht wieder kandidieren. Haben Sie Vorschläge oder Interesse, die Arbeit des seit über 65 Jahren bestehenden Vereins mitzugestalten?

Es muss ja nicht gleich Vorstand sein – aber Ideenlieferanten, Organisationstalente, Themenfinder und Arbeitsgruppenfans sind immer willkommen, ihr Feedback einzubringen. Zögern Sie nicht, sich bei persönlichen oder zufälligen Begegnungen, auf der Mitglieder-Mailingliste, in der Xing-Gruppe oder über den Facebook-Account zu artikulieren.

Save the dates:
09.08.16, ab 18 Uhr: DGI Stammtisch in Frankfurt, Cucina della Grazie am Dom
21.10.2016: Frankfurter Buchmesse: Publishing Trends of the Future – Consequences for Research Outputs and Measures of Impact
10.-11.11.2016: 6. DGI-Praxistage: Predictive Analytics – Blick in die Glaskugel oder glasklare Prognose?

Save the references:

Karger, Reinhard: Perspektiven und Positionen der DGI: ein Plädoyer. – In: IWP, 2-3 (2016), S. 101, s.a. DOI: 10.1515/iwp-2016-0023

Karger, Reinhard: Informationskompetenz fördern: digitale Urteilsfähigkeit. – In: IHK-Wirtschaftsforum, 4 (2016), S. 41, s.a. http://www.frankfurt-main.ihk.de/presse/ihk-wirtschaftsforum/

Zukunft baut auf Erfahrung: Perspektiven vom Mundaneum bis heute

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Bericht von der DGI-Konferenz, 19. und 20. Mai 2016 in Frankfurt am Main von Elgin Helen Jakisch

Eine spannende DGI-Konferenz liegt hinter uns. Die Referenten ermöglichten hochinteressante Einblicke in ihre jeweiligen Erfahrungen und nahmen Bezug zu ihrer Geschichte und den Herausforderungen der Gegenwart. Viele Methoden haben mit der Digitalisierung Schritt gehalten. Viele der Ansätze waren zwar nicht neu, rückten aber die Stärken der „IuD-ler“ wieder mehr ins Bewusstsein. Wer ehrlich ist, bekennt, wie viel Arbeit wirklich gute Wissensorganisation bedeutet. Die DGI-Konferenz 2016 hat zur Konzentration auf diese wesentlichen Fragen einen guten Beitrag geleistet. Soweit so positiv. Doch allen Referenten und Teilnehmern wurde wieder einmal klar: der Nutzen des eigenen Tuns für Praxis und potentielle Kunden ist groß, muss jedoch erheblich besser kommuniziert werden. Der Auftrag lautet, sich als Infoprofi auf die Kernkompetenzen zu fokussieren und damit deutlicher zu werben.

Reinhard Karger, Präsident der DGI, eröffnete die Tagung mit der Aufforderung, die Infoprofis sollten die Diskussion über gesellschafts- und arbeitsmarktpolitische Veränderungen zentral anführen. Wissensmanagement findet heute auf allen Ebenen stattErfahrungen sind ein Fundament, damit Informationskompetenz und -qualität nicht verschwinden. Karger diskutierte den Querschnitt seines in der IWP 2+3/2016 erschienenen Plädoyers über die Positionen der DGI.

Über Paul Otlets Visionen der Organisation des Weltwissens war von Prof. Dr. Frank Hartmann von der Bauhaus-Universität Weimar zu erfahren. Otlet wollte die Information aus den Büchern herausholen und die Fakten erschließen, in einer Zeit des Aufbruchs von Telegraphie, ersten globalen Denkens und Weltausstellungen. Denkt man die Vision zu Ende, ist die Wissensallmende logisch – Wissen sollte Gemeingut sein. Otlet wusste, dass vor der Information die Dokumentation steht und entwarf Ideen zur Vernetzung des Wissens – lange vor Google. Doch geriet Otlet in Vergessenheit, weil er nicht über seine Visionen kommuniziert hatte?

Prof. Dr. Eric Hilgendorf, Universität Würzburg, referierte über das „RobotRecht“. Computer und Recht verzahnen sich, der Rechtsbegriff erweitert sich durch die Schnittstelle Maschine, Mensch und Netz. Der Mensch muss vor Folgen geschützt werden, die seiner Person oder der Gesellschaft schaden könnten, selbst wenn die Begeisterung über neue Wege der Datengenerierung und Vernetzung die Auswirkungen verschleiern.

Hauke Janssen von der Dokumentation des Magazins „Der Spiegel“ erläuterte das Fact-Checking und die Tätigkeiten der Informationsarbeiter seit Gründung der Zeitschrift. Hier ist eine ganze Abteilung mit der Verifikation aller Fakten in Artikeln beschäftigt – ein höchster Anspruch an Informationsqualität, unter dem Druck medialer Aufmerksamkeit in Echtzeit und permanenter interner Lobbyarbeit für die Dokumentation.

Lobby, Kommunikation über den Nutzen, gesellschaftliche Debatten – all dies setzte sich in der Podiumsdiskussion mit den Teilnehmern Reinhard Karger, Prof. Dr. Günther Neher (FH-Potsdam), Dr. Rafael Ball (ETH Zürich) und Dr. Hauke Janssen und unter reger Beteiligung des Publikums fort. Thema „Informationswissenschaft zwischen Krise und Renaissance“ – „Wege aus der Defensive“. Die Schließung des Studiengangs in Düsseldorf und das Urteil des Leibniz-Senats über die ZBMED stimmen nicht gerade optimistisch. Das Thema spielt in deutschen Medien jedoch keine Rolle, obwohl das anders sein sollte. Das Dilemma ist Uneinigkeit der Community in der eigenen Ausrichtung und mangelnde Kommunikation über den Nutzen des Berufsbildes mit fehlender Lobbyarbeit in der Politik. Fazit: das Eigenmarketing ist „verstaubt“, die Bekanntheit des Infoprofis schlecht. Dennoch finden Absolventen Jobs, vielleicht, weil sie ihren Beruf als „Kommunikationsoptionfür universelle Methoden begreifen- denn der Bedarf nach Ordnung des Wissens ist seit Otlet gleich geblieben.

Tag zwei startete mit der Präsentation der Neuausrichtung des IuD-Studiengangs an der FH-Potsdam, von Prof. Dr. Rolf Däßler, der betonte, dass IuD heute im Sinne von Datenmanagement verstanden werden muss. Ein Schwerpunt bildet die mathematischen Grundlagen – wichtig für jede Statistik. Viel Praxis, Werkstatt und Projektarbeit soll die Studenten fit für den Job machen. Danach präsentierten sich vier Studenten mit drei Projekt-, bzw. Masterarbeiten und stellten Ihre Ergebnisse und den Nutzen vor.

Prof. Dr. Marc Rittberger vom DIPF Frankfurt widmete sich den Erfahrungen der Logfileanalyse. Nichts in der webbasierten Welt geht ohne Tracking für die Webseitengestaltung und die Platzierung von Inhalten. Dabei ist das Verständnis über Nutzerverhalten genauso wichtig wie Quantitäten. Die Anpassung an mobile Geräte hat dem Thema erneut Schub gegeben.

Auch Prof. Dr. Ulrike Spree von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg fragte nach den Erfahrungen guter und schlechter Wissensorganisation in den letzten 20 Jahren. Ihr Fokus lag auf Inhaltserschließung und Wissenspräsentation. Die Wissensarbeiter heute tun immer noch zu viel in Handarbeit. Nutzerverhalten wird auch hier nur bei kommerziellen Produkten systematisch, aber sonst viel zu wenig in Betracht gezogen. „Theorie und Praxis arbeiten immer noch nicht gut zusammen“, so ihr Fazit.

Babette Bolle von STN stellte die Funktionalitäten der neuen high-performance-Plattform für die Patentsuche vor. „Wenn man Gutes bewahren will muss man Veränderungen zulassen“, so Babette Bolle und erläuterte den Wandel von der Expertenplattform hin zur intuitiven Selbstrecherche.

Was tun für die Zukunft Medizininformation? Dr. Helge Knüttel, Rechercheur und Fachreferent für Medizin an der UB Regensburg, stellt die hochwertige Informationsversorgung in der Medizin durch den möglichen Wegfall vom Literaturservice DIMDI und der ZBMED in Frage und befürwortete die Sicherung von Know-How in öffentlicher und zentraler Hand. Aus seiner Sicht wäre das für die Gesundheitsversorgung die bessere Entscheidung.

Ulrich Herb von der UB Saarbrücken widmete sich zum Schluss der Kommerzialisierung von Open Access. Aus seiner Sicht ist das Versprechen der Gemeinnützigkeit oder Wissensallmende nur halbherzig umgesetzt. Denn wieder einmal generieren Verlage die Gewinne und die Kosten wurden verlagert und zunehmend intransparent. Die Preise werden mit wachsender Nachfrage nach Open Access steigen – das ist die Marktlogik.

Nähere Infos:

Programm und Folien der Präsentationen finden Sie auf den Seiten des Veranstaltungskalenders.

Langfassungen der Vorträge erscheinen in den folgenden Ausgaben der IWP.

Karger, Reinhard: Perspektiven und Positionen der DGI: ein Plädoyer. – In: IWP, 2-3 (2016), S. 101, s.a. DOI: 10.1515/iwp-2016-0023

Karger, Reinhard: Informationskompetenz fördern: digitale Urteilsfähigkeit. – In: IHK-Wirtschaftsforum, 4 (2019), S. 41, s.a. http://www.frankfurt-main.ihk.de/presse/ihk-wirtschaftsforum/

Zukunft für die Informationswissenschaft in Düsseldorf!

By | Bildungspolitik, DGI, Informationskompetenz, Informationspraxis, Informationswissenschaft, Internet and Society, Internet der Dienste, Internet der Dinge, Internet und Gesellschaft | One Comment

Für die einen ist es „eines der wichtigsten Fächer für das digitale Internetzeitalter“ für die anderen ein möglicher Auslaufkandidat: Informationswissenschaft. Am 26. Januar diskutiert der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät über die Schließung der Düsseldorfer Informationswissenschaft. Die Rheinische Post berichtete, der Hashtag auf Twitter ist #saveIWS, via change.org rief der Fachschaftsrat der Düsseldorfer Informationswissenschaft zur Unterstützung seiner Petition auf für die Erhaltung des Studienfaches Informationswissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität.

DGI-Präsident Reinhard Karger hat bereits am 22.01. im Namen des Gesamtvorstands an die Rektorin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und den Dekan der Philosophischen Fakultät geschrieben. Wir veröffentlichen hier den ungekürzten Text:

Betreff: Zukunft für die Informationswissenschaft in Düsseldorf! 22.01.2016

Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Steinbeck,

ich habe theoretische Linguistik in Wuppertal studiert, der Austausch mit der Heinrich-Heine-Universität war intensiv und fruchtbar – das war in den 80gern. Heute bin ich Unternehmenssprecher des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, DFKI, aber ich wende mich an Sie als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen, DGI, und im Namen des Gesamtvorstandes. In den vergangenen Tagen haben wir erfahren, dass der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät bei seiner nächsten Sitzung am 26. Januar über die Schließung der Düsseldorfer Informationswissenschaft – nach der Pensionierung des Lehrstuhlinhabers Wolfgang G. Stock – diskutiert. Und unsere erste Reaktion war ehrliche Bestürzung.

Smart Data verspricht Big Business und Data Scientists werden überall gesucht – in dieser Situation würde man die Informationswissenschaft expandieren!

Bitte lassen Sie mich feststellen, dass ich selbstverständlich den finanziellen Druck auf den Haushalt verstehe. Aber lassen Sie mich bitte inhaltliche und perspektivische Argumente in die Diskussion einbringen, um zu bewirken, dass Sie diesen möglichen Beschluss nicht treffen, sondern die Chancen der Informationswissenschaft für Düsseldorf und die Informationswirtschaft erhalten:

Die Digitalisierung verändert unsere Lebenswelten drastisch. Der Prozess ist atemberaubend, die Entwicklung arbeitsteilig: die Physiker verbessern die Prozessoren, die Informatiker die Algorithmen, die Betriebswirte entwerfen die Geschäftsmodelle. Das ist viel, aber das reicht nicht aus!

Informationswissenschaft fokussiert Informationskompetenz und Datenanalyse als Basis wissensbasierter und mündiger Entscheidungen, adressiert damit gleichzeitig die Entwickler der algorithmischen Lösungen und die Nutzer der digitalen Dienste.

Informationswissenschaft liefert eine tragende Säule für die demokratische Ausgestaltung der Digitalisierung. Es geht ihr um die Verlässlichkeit der Information, um die Beurteilung der Inhalte, um Informationsqualität und noch viel mehr um die Urteilsfähigkeit der Bürger als informierte Akteure der digitalen Gesellschaft!

Die Digitalwirtschaft ist herausragend erfolgreich. Die Berichterstattung fokussiert auf die Unternehmenserfolge des Silicon Valley und den Zustand, dass große Marktbereiche von wenigen amerikanischen Platzhirschen besetzt sind. Natürlich ist diese Analyse gegenwärtig korrekt, aber die Zukunft ist noch nicht entschieden. Wir erleben erst die Frühphase der entstehenden digitalen Gesellschaft.

Die Informationswissenschaft ist im konzeptionellen Herz der Internetwirtschaft und der neuen Geschäftsmodelle für das Internet der Dinge und Industrie 4.0., für Smart Factories, Smart Services und Smart Cities. Die neuen Dienste, die neuen Wertschöpfungsketten müssen gestaltet, verstanden, beworben, erläutert und gewartet werden und können so zu neuen erfolgreichen Produkten, Abteilungen und Ausgründungen führen.

Mein Appell als DGI-Präsident: Unterstützen Sie die Informationswissenschaft in Düsseldorf! Sie ist einmalig in Nordrhein-Westfalen! Werben Sie für den weiteren interdisziplinären und interkulturellen Aufbau von Informationskompetenz! Bitte nutzen Sie den Generationenwechsel als Chance und Neuanfang für die Düsseldorfer Informationswissenschaft!

Beste Grüße

Reinhard Karger, M.A.
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen e.V. (DGI)

Informationskompetenz ist integraler Bestandteil des neuen Bildungsplanes 2016 in Baden-Württemberg!

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Informationskompetenz ist jetzt integraler Bestandteil des neuen Bildungsplanes 2016 für die Schulfächer in Baden-Württemberg!

Damit ist eines der zentralen gesellschaftspolitischen Anliegen der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen (DGI e. V.) in der Zukunft von Schule und Unterricht  – im Süden der Republik – angekommen!

Vor über 400 Gästen aus Schulen, Hochschulen, Verwaltungen, Verbänden erläuterte Herr Andreas Stoch, Minister für Kultus, Jugend und Sport, Grundsätzliches zur Medienbildung in den neuen Bildungsplänen. Weitere Referenten aus der pädagogischen Hochschulforschung, dem Städtetag und vom Landesmedienzentrum (LMZ) Baden-Württemberg beleuchteten Medienbildung aus unterschiedlichen Perspektiven. In 5 Praxisforen gewannen die Teilnehmenden wertvolle Einblicke und Anregungen für ihre pädagogische Tätigkeit. Während ausgiebiger Pausen bestand Gelegenheit für das Networking und zur Meinungsbildung über Medienbildung.

Auf Einladung von Herrn Kraft, Direktor des LMZ Baden-Württemberg, und für die DGI nahmen Christa Rahner-Göhring, Infobrokerin, Mitglied der Medienakademie Baden-Württemberg, und ich am Kongress „Medienbildung in der Schule“ http://www.lmz-bw.de/kongress in Stuttgart teil.

Mit der „Leitperspektive Medienbildung“ im neuen Bildungsplan wird diese für alle Fächer und Klassenstufen verbindlich. Am Beispiel des Bildungsplanes für das Fach Deutsch am Gymnasium ist der Stellenwert der altersgemäßen Förderung von Informationskompetenz sichtbar: http://www.lmz-bw.de/bp2016/deutsch-gymnasium.html.

Wie findet die „Leitperspektive Medienbildung“  nun in die Schule, den Unterricht und die Haltung der Informationskompetenz in die Köpfe der Lehrer und Schüler?

Bei dieser großen Herausforderung sehe ich die Chance für das Angebot und den Abruf der Informations-Kompetenz der DGI-Informationsexperten  – zur Unterstützung  der zahlreichen kommenden Aktivitäten z. B. in der Lehrerweiterbildung.

So gilt es alleine im gymnasialen Bereich rund 27.000 Lehrkräfte an 446 öffentlichen und privaten Gymnasien Baden-Württembergs (Quelle: PhV-BW) fortzubilden.

Aber das Beispiel von Baden-Württemberg sollte Schule in weiteren Bundesländern machen.

Aktuelle Fortschritte sind hier aus Sachsen-Anhalt bekannt. Hier ist unser Mitglied Prof. Dr. Matthias Ballod von der Universität Halle führend eingebunden.

 

Mit der „Leitperspektive Medienbildung“ werden für Baden-Württemberg zentrale Forderungen der Denkschrift der DGI zur Förderung der Informationskompetenz im Bildungssektor“ von 2008 und des gemeinsamen Positionspapiers  von Bibliothek und Information Deutschland (BID) aus 2011 „Medien- und Informationskompetenz  – immer mit Bibliotheken und Informationseinrichtungen!“ aufgenommen.

Ich würde mich freuen, wenn diese erfreuliche Botschaft auch in andere (Bundes-) Ländern weitertragen wird und sich die Experten für Informationskompetenz und Medienbildung der DGI bei Hearings von Entscheidungs-gremien etc. zur Verfügung stellen.

 

Mein Dank gilt an dieser Stelle auch der Unterstützung durch den politischen Bereich. Namentlich seien hier die MdL Herr Alexander Salomon und Herr Johannes Stober für Baden-Württemberg, die beiden MdB Frau Saskia Esken und Herr Sven Volmering, sowie der jetzige Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe und ehemalige Staatssekretär im Kultusministerium BW Dr. Frank Mentrup genannt.

 

Hintergrundinformationen zur Fachgruppe „Bildung und Informationskompetenz“ der DGI sowie die Chronik der Aktivitäten finden Sie unter:

https://dgi-info.de/wissenschaft-praxis/dgi-fachgruppen/ikb/

https://dgi-info.de/wp-content/uploads/2015/03/Bericht-Fachgruppe-2014.pdf

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Luzian Weisel

Vizepräsident DGI

GfWM newsletter 5 / 2015 im Oktober 2015

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Im gerade veröffentlichten Newsletter der Gesellschaft für Wissensmanagement e. V. (GfWM) berichten Redaktion und Autoren über aktuelle Aktivitäten des Vereins. Im Sonderteil dieser Ausgabe: relevante Termine 2015 und 2016.

Zum Download GfWM newsletter 5 2015 als PDF

Kontakt: newsletter@gfwm.de

Homepage GfWM newsletter & gfwm THEMEN: http://www.gfwm.de/interaktiv/newsletter-themen/