DGI-Blog

Urheberrecht

Urheberrecht in Bibliotheken und staatlichen Institutionen

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Das Urheberrechtsgesetz trat Anfang 1966 in Kraft. Seitdem wurde es bedingt durch den Medienwandel mehrfach aktualisiert. Die letzten beiden Änderungen von 2018 und 2021 haben die Bibliotheken in eine herausragende Position versetzt. Genauso wie Gerichte und Behörden schon seit Inkrafttreten des Gesetzes können jetzt auch Bibliotheken zahlreiche gesetzlich erlaubte Nutzungen für ihre Tätigkeit einsetzen.

Das Online-Seminar wird gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen (DGI) und der Arbeitsgemeinschaft der Parlaments- und Behördenbibliotheken (APBB) angeboten. Es stellt die Regelungen des Urheberrechtsgesetzes allgemein und mit besonderem Fokus auf Bibliotheken in staatlichen Institutionen vor.  Fragen können gerne schon vorweg eingereicht werden.

Referent

Harald Müller ist promovierter Jurist und Bibliothekar, er gilt als langjähriger Experte auf dem Gebiet des Bibliotheksrechts mit 172 Veröffentlichungen und über 420 Vorträgen. Derzeit ist er Dozent für Bibliotheksrecht an der Bibliotheksakademie Bayern, Stellvertretender Sprecher des Aktionsbündnisses Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft, sowie Mitglied im Policy Committee des Projekts Knowledge Rights 21.

Teilnehmende

Die Anzahl der Teilnehmenden ist auf max. 15 Personen beschränkt. Damit soll eine möglichst direkte Kommunikation zwischen Lernenden und Lehrenden sowie ein produktives Umfeld für praktische Lerneinheiten sicher gestellt werden.

Tool

Dieses Online-Seminar findet über "ZOOM" statt. "ZOOM" ist ein Service der Zoom Video Communications, Inc. (55 Almaden Boulevard, 6th Floor, San Jose, CA 95113, USA). Für die notwendige technische Infrastruktur vor Ort zur Teilnahme an der Veranstaltung sind die Teilnehmenden selbst verantwortlich. Der Veranstalter stellt den Zugang zum Konferenzdienstleister sowie den notwendigen Login zur Verfügung.

Preise

EUR 85,00- zzgl. 7% MwSt. (DGI- und APBB-Mitglieder)

EUR 95,00- zzgl. 7% MwSt. (Nicht-Mitglieder)

Anmeldung

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    Zur Person:

    Rechnungsadresse:

    Veranstaltung (Pflichtfeld)


    Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

    Teilnahme

    Nur vollständig ausgefüllte Anmeldeformulare können bearbeitet werden. Die Teilnahmegebühr ist vor Beginn der Veranstaltung zu begleichen. Eine Anmeldung vor Ort ist bei Präsenzveranstaltungen möglich. In diesem Fall ist die Zahlung der Teilnahmegebühr bar zu leisten.

    Stornierungen

    Die Anmeldung zur Veranstaltung ist verbindlich und personengebunden. Bei Online-Angeboten darf der Zugangscode für die Veranstaltung nicht an andere Personen übertragen oder weitergegeben werden. Änderungswünsche und Stornierungen der Anmeldung bedürfen der Schriftform. Bei Stornierung der Teilnahme bis zu 2 Wochen vor Veranstaltungsbeginn werden 50% der Gebühren erstattet. Für Stornierungen nach dieser Frist ist keine Erstattung mehr möglich. Alle Rückzahlungen erfolgen nach der Veranstaltung.  Sollten Sie nach erfolgter Anmeldung feststellen, dass Sie doch nicht teilnehmen können, bitten wir Sie, die Anmeldung per Mail an die DGI-Geschäftsstelle zu stornieren. Ein Ersatz durch eine andere Person ist zu jeder Zeit kostenfrei möglich.

    Bezahlung

    Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmer eine Rechnung von der DGI. Die Zahlung der Teilnahmegebühren erbitten wir als Überweisung auf das Konto der DGI. Bitte geben Sie als Buchungstext die Rechnungsnummer sowie den Namen der oder des Teilnehmenden an. Die Teilnahmegebühr sollte vor der Veranstaltung bei der DGI eingehen. Offene Teilnahmegebühren können vor Ort gezahlt werden. Zahlungen vor Ort können nur bar getätigt werden.

    Haftung

    Die DGI haftet im Rahmen der Sorgfaltspflicht nach den gesetzlichen Bestimmungen. Die Haftung der DGI - gleich aus welchem Rechtsgrund - beschränkt sich auf den Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit. Die Haftung beauftragter Drittleister bleibt davon unberührt. Bei allen Veranstaltungen beteiligen sich Teilnehmende auf eigene Gefahr. Mündliche Absprachen sind nicht verbindlich, sofern sie nicht von der DGI schriftlich bestätigt worden sind.

    Datenschutz

    Registrierungsdaten bei der Anmeldung (Name, E-Mailadresse) der Teilnehmenden werden von uns nur zum Zweck der Durchführung der Online-Konferenz erhoben und unterliegen den Auflagen der DSGVO. Weitere Informationen dazu finden Sie hier  und in unserer Datenschutzerklärung.

    Bild- und Tonaufnahmen

    Mit Ihrer Teilnahme sind Sie einverstanden, dass Bilder der Veranstaltung, die möglicherweise auch Sie zeigen, in Publikationen der DGI und in der medialen Berichterstattung genutzt werden dürfen.

    Erfüllungsort und Gerichtsstand
    Erfüllungsort und Gerichtsstand ist Frankfurt am Main. Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland.

     

    Heiße Debatte um das Leistungsschutzrecht… Und wo bleiben die Bibliotheksverbände?

    By | Bibliothek und Information, Informationspraxis, Internet und Gesellschaft | 4 Comments

    Ich fühle eine Art Déjà vu. Ich habe es schon mal (ok, mehrmals) gesagt.

    Sascha Lobo hat schön aufgezählt, wer alles an der Diskussion um das neue Leistungsschutzrecht für Presseverleger teilnimmt, das LSR kommentiert und kritisiert:

    Es lohnt sich, genauer hinzuschauen, wenn sich so völlig unterschiedliche Teile der Gesellschaft gegen ein Gesetz stellen. Vor allem, weil BDI und Linkspartei ja nicht die einzigen sind. Der Bitkom, die Grünen, die Junge Union, die SPD, ungefähr alle Internetverbände, die “Netzgemeinde” in Komplettbesetzung, Netzpolitiker in der CSU, der Verband der Automobilindustrie, der DJV Berlin-Brandenburg, die Freischreiber, noch zwei Dutzend andere Verbände sowie naheliegenderweise die in Deutschland tätige Internet-Wirtschaft in toto. Schon rein statistisch erhöht sich dann die Chance, dass das Gesetz falsch ist.

    Fällt noch jemand außer mir was auf?

    Wo sind die Bibliotheken und Bibliotheksverbände? Oder Verbände anderer Information Professionals (z.B. DGI und GfWM)?

    Wie kommt das, dass sie (wir) nichts dazu zu sagen haben? Oder noch schlimmer, sind wir nicht in der Lage, unsere Stellungsnahme an die Öffentlichkeit zu bringen?

    Also nochmals:
    Die Praxis der Informationsberufe, von BibliothekarInnen bis zu WissensmanagerInnen, von Archivare bis zu Web Designer, alle sind vom Urheberrecht betroffen. Früher waren es die Grenzen der Technologie und Ressourcenknappheit, die die Informationspraxis eingeschränkt haben. Heute ist das das Urheberrecht, das die Grenzen des möglichen definiert.

    Und das Leistungsschutzrecht?
    Ein klares Produkt des Verlage-Lobby, völlig an der (Netz-)Realität vorbei konzipiert und eigentlich, ein Schuss ins eigene Bein für Verlage.
    Ob Blogger und Twitterer davon betroffen sind ist eine Auslegungssache (und der Gesetzentwurf lässt viel Raum für unangenehme Auslegungen).

    Werden Bibliotheken auch davon Betroffen sein, auf Grund eines tollen digitalen Angebots z.B.? Vielleicht, vielleicht auch nicht.
    Es geht aber nicht um die eigene Betroffenheit. Es geht darum, dass DIE FACHLEUTE, die eigentlich Ahnung von den Sachen haben (sollten) und ihre Praxis vom Urheberrecht nicht trennen können – sie müssen eine Stellungnahme in jeder Entwicklung (wenn man das Leistungsschutzrecht für Presseverleger als Entwicklung überhaupt bezeichnen kann) dieses Gesetztes haben.

    Weiterhin, wenn sie noch an irgendwelche ethische Grundsätze glauben und wirklich an der Gesellschaft denken, in der sie agieren, dann müssen sie eine Meinung haben. Eine fachliche Meinung, die alle diskutierten (und nicht diskutierten) Aspekte dieses LSRs umfasst, die Argumente abwägt und erklärt, wohin diese Entwicklung wirklich hinführt.

    Und wenn BibliothekarInnen, InformationswissenschaftlerInnen, WissensmanagerInnen, Information Brokers etc. das wirklich nicht wissen und nicht können, dann müssen sie dringend und ernst über ihren Beruf nachdenken.

    Nachtrag:
    Ich will an dieser Stelle weiter betonen – Es ist völlig klar, dass solche Stellungnahmen und Teilnahme an öffentlichen Diskussionen Ressourcen (v.a. Personal-Ressourcen) verlangen, aber es geht um viel mehr.
    Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger wird seit langer Zeit diskutiert und hat bereits drei Gesetzentwürfe. Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie informationsethischen und -politischen Themen von Informationsfachleuten in der Forschung, Lehre und Praxis undiskutiert und unkommentiert gelassen werden (ein paar weitere Beispiele: nur in den letzten Monaten hatten wir öffentliche Debatten um ACTA, Vorratsdatenspeicherung und den Staatstrojaner).

    Das ist ein Alarmsignal für die Diskussionskultur und gesellschaftliches Bewusstsein unseres Berufsumfeldes.

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    Original-Beitrag auch im Blog ‚Drawer 2.0‘ verfügbar:
    https://drawer20.wordpress.com/2012/08/31/heisse-debatte-um-das-leistungsschutzrecht-wo-sind-die-bibliotheksverbande/