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Category Archives: DGI

Buchmesse 2015: The Next Generation Information Management

By | Allgemein, DGI, DGI-Veranstaltungen, Informationspraxis, Informationswissenschaft, Junge DGI, Presse | No Comments

Am Freitag, 16. Oktober 2015 war die DGI (Deutsche Gesellschaft für Information und Wissen) in Zusammenarbeit mit dem PAID und P-D-R Gastgeber einer Hot Spot Session während der Frankfurter Buchmesse. Unter dem Titel „The Next Generation Information Management“ hatten über 60 Information Professionals und Anbieter die Gelegenheit zu einem fachübergreifenden Austausch über die Zukunft und die Rollen, die sie einnehmen können und müssen. Die Veranstaltung wurde von Rights Direct gesponsert.

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DGI-Panel discussion at Frankfurt Bookfair 2015

DGI gründet neue Arbeitsgruppe Compliance

By | Ankündigung, Compliance, DGI, Vorstandsblog | 2 Comments
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Zauberwort Compliance – kommt jetzt die moralische Wende? from DGI on Vimeo.

Teilnehmer im Video

Moderation: Reinhard Karger (Präsident der DGI und Unternehmenssprecher Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI, Saarbrücken)
Teilnehmer: Rudolf Schwab, Telekom Austria
 Salvatore Saporito, Lexis Nexis, Düsseldorf
 Tobias Spanka, Bureau van Dijk Electronic Publishing GmbH, Frankfurt am Main

von Christian Hempel

Zwei Monate nach den Praxistagen 2014 wurde nun die Arbeitsgruppe Compliance der DGI gegründet. Es haben sich bereits verschiedene Interessenten gemeldet, so dass wir mit ihnen ein sehr kompetentes Gründungsteam haben werden. Der DGI Vorstand hat mir vorgeschlagen, die Leitung dieser Gruppe zu übernehmen. Dieses Angebot habe ich gerne angenommen.

Zur richtigen Wahrnehmung meiner neuen Aufgabe, möchte ich zuerst die zukünftigen Mitglieder um ihre Vorschläge bitten. Da sie ja vielfältige und tiefergehende Expertenkenntnisse mit einbringen, werde ich die Themen der Gruppe besser nicht selbst entwickeln, sondern eher moderieren und integrieren. Deswegen halte ich es auch für zweckmäßig, erst einmal ein Kommunikationsforum zu schaffen, auf dem die Themen dann vorgeschlagen und angesprochen werden können.

Sehr gerne können Sie sich mit Ideen einbringen – ein Kommentar auf diesem Blog oder eine E-Mail an die DGI reichen aus: mail@dgi-info.de

Ich bitte um viele Rückmeldungen mit Vorschlägen!

Sharing, nicht Economy!

By | DGI, Internet and Society, Internet und Gesellschaft, Netzpolitik, Projekte, Sharing Economy, Social Media | No Comments

Von Reinhard Karger

Die Sharing Economy ist nicht nur ein Spleen vereinzelter Geschäftsmodelle wie Uber oder Airbnb. Sie hat Auswir­kungen auf die ganze Gesellschaft,

Teilen ist keine Erfindung der Neuzeit, das Gemeinschaftliche nicht neu. Die Allmende, der Dorfacker und dessen gemeinsame Ver­waltung und Nutzung waren über Jahrhun­derte üblich. Jetzt befinden wir uns in der „Sharing Economy”. Einige Angebote sind bemerkenswert erfolgreich. Die bekannte­ren sind Airbnb – die Vermittlung von priva­ten Übernachtungsmöglichkeiten – und Uber – die Vermittlung von privaten inner­städtischen Fahrten. Sie adressieren die Wurzeln der alternativen Szene, bieten sehr gute Services an, sind aber mutiert zu In­vestitionsobjekten mit erstaunlicher Markt­bewertung.

Mitfahrzentralen haben die gemein­schaftliche Mobilität unterstützt und die Fahrzeugauslastung verbessert, im Wesent­lichen zwischen Städten, nicht innerstäd­tisch. Sie blieben aber über 50 Jahre eine Nische, führten nie zu Massenprotesten und hatten nie eine Milliardenbewertung. Der Hauptunterschied zu Uber liegt in der Motivation des Fahrers und dem Anlass für die Fahrt: Bei der Mitfahrgelegenheit hatte der Fahrer ein Ziel, der Mitfahrer beteiligte sich an den Kosten. Darum geht es bei Uber nicht, denn Uber eröffnet seiner Website zufolge Fahrern neue Geschäftsmodelle, und auch Airbnb wirbt mit Verdienstmög­lichkeiten.

Damit agiert der Anbieter gewerblich, steht in Konkurrenz zu kommerziellen An­bietern und müsste folglich ein Gewerbe anmelden. Denn auch der Buchungskanal

Internet verändert nicht die gesetzlichen Regelungen der jeweiligen Dienstleistung. Es kann nicht sein, dass neue Anbieter die bestehenden Pflichten zum Beispiel für die Beherbergung oder den Transport von Per­sonen übergehen. Brandschutzverordnun­gen und Personenbeförderungsscheine sind entweder notwendig oder überflüssig.

Wenn die solidarische Seite des Teilens zu einem Geschäftsmodell mit einseitigen Pro­fiten und offensichtlichen Gewinnern mu­tiert und einige wenige globale Plattformen einen neuen Markt kommerziell abschöp­fen, gefährden sie den Erfolg eines gesell­schaftlich wichtigen Konzepts.

Aus dem Heft: Innovationsmanager | Heft 32 | Dezember 2014

Informationsvermittlung? – Obsolet!

By | DGI, Informationspraxis, Informationswissenschaft, Presse | 5 Comments

Werden Editorials in Publikationen von Fachgesellschaften von ihren Mitgliedern gelesen? – Die Frage sollte sich nicht stellen, denn die Antwort lautet: Ja, die Mitglieder einer Fachgesellschaft sollten Editorials im eigenen Interesse lesen, weil sich hier neben Meinungen eben auch Entwicklungen in der eigenen Organisation abzeichnen.

Das Tätigkeitsfeld der glorreichen Ära der Informationsvermittlung gehört der Vergangenheit an, ist vom Absterben begriffen und vielerorts obsolet … so die zusammen gefaßte Aussage von Stefan Gradmann in seinem Vorwort zur iwp Heft 6 im Dezember 2012.

Entrüsteter Aufschrei!?

Ein entrüsteter Aufschrei von aktiven Bibliothekaren, Archivaren, Researchern, Dokumentaren, Informationsvermittlern, FAMIs, DGI-Lehrgangsabsolventen …? – Nein, eigentlich kein Aufschrei. – Werden Editorials in Publikationen von Fachgesellschaften von ihren Mitgliedern also womöglich ignoriert?

Ist die Beobachtung von Stefan Gradmann vollständig, wenn er das Tätigkeitsfeld der “glorreichen Ära der Informationsvermittlung” der Vergangenheit zuordnet und es “im Absterben begriffen” sieht? – Bekannt ist in der Tat die Auflösung ganzer Informationsvermittlungsstellen in Unternehmen und die Mittelkürzungen für Bibliotheken und Archive. Im genannten iwp-Editorial jedoch unerwähnt bleibt die Auslagerung von Informationsdienstleistungen z. B. nach Osteuropa und Fernost. Der Service Informationsvermittlung wird also durchaus weiter genutzt, aber Arbeitsumfeld und Einsatzorte wurden restrukturiert und damit der Kreis der Information Professionals ziemlich brüsk neu definiert.

Diese Entwicklung kann eine Fachgesellschaft vermutlich nicht aufhalten. Aber kann sie darüber hinwegsehen? Die DGI will und kann kein Lobbyverband sein (so die eigene Aussage). Eventuell fehlt ihr dazu die Stoßkraft und letztendlich liegt’s vielleicht auch an den Eigenheiten der in ihr vertretenen Berufsgruppen? – Aber eine Fachgesellschaft, die dem “partikularen Interesse eines Berufsstandes” nicht verpflichtet sein möchte, und dies mit der hinzugezogenen Begründung, dass es eine homogene Interessengruppe, für die man tätig sein könnte, nicht mehr gäbe? … Nein, auch hierzu keine Gegenstimme der so angesprochenen DGI-Mitglieder in ihren Berufsgruppen.

Eben nicht nur die fachlichen Inhalte

Die Interessengruppen der DGI kommen aus unterschiedlichsten Bereichen; durch diese Vielfalt der Interessenlagen werden sogar Veranstaltungen, wie die DGI-Praxistage im April 2013 mit dem Fokus auf semantische Technologien möglich. Doch neben den rein fachlichen Inhalten gibt es durchaus noch weitere Themen für die Auseinandersetzung in einer Fachgesellschaft. Daran erinnern zumindest bemerkenswerte Erklärungen von Vorständen, Mitgliedern und Referenten der DGI – das Ganze übrigens gestützt durch Aussagen über Ziele, Zielgruppen und Aktivitäten der DGI auf deren Webportal:

In Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gab es in den letzten Jahren und gibt es aktuell zahlreiche Ereignisse und Anlässe, die direkt und teilweise schonungslos in die Lebens- und Arbeitsumgebungen der DGI-Mitglieder eingreifen.

Und hier zeichnet sich ein Paradox ab, auf das eine Fachgesellschaft wie die DGI zusteuert: Die Fachgesellschaft, ihre Vertreter und auch ihre Mitglieder nehmen für die Ausübung ihrer fachlichen Engagements selbstverständlich Infrastruktur, Forschungsgelder, Freiheiten und Grundrechte in Anspruch. Aber Einflußnahmen, Veränderungen und sogar Manipulationen und Reduzierung von damit verbundenen Parametern werden bei der Auseinandersetzung ausgeblendet.

Ein Testergebnis

So kann das Editorial in der iwp auch als aufrüttelnder und provozierender Kommentar an der Landschaft einer Fachgesellschaft verstanden werden. Ein Test vielleicht sogar, ob das zuvor gesagte zutrifft. Ich möchte Stefan Gradmann meine Anerkennung zollen, dass er in seiner Rolle als Präsident der DGI diesen Test getätigt hat: denn mit Blick auf die DGI und ihre Mitglieder und der Stille nach dem Test liegt jetzt dessen Ergebnis womöglich noch etwas klarer auf der Hand.

(Dieser Leserbrief wurde an die Redaktion der IWP geschickt und wird voraussichtlich in Heft 4/2013 der Information Wissenschaft & Praxis abgedruckt. Der Autor ist Mitglied der DGI.)