DGI-Blog

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Fachinformationsdienst Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaft bewillligt!

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Diese nicht mehr ganz taufrische, aber sehr erfreuliche Nachricht von Dr. Thomas Stäcker, Wolfenbüttel, dass „die DFG der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel in Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Leipzig die Einrichtung eines Fachinformationsdienstes (FID) für Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaft bewilligt hat“ begeistert die Vorstandsmitglieder der DGI. Und weiter heißt es „Der FID steht in der Tradition des früheren SSG b2i, wird aber nach Maßgabe der neuen Richtlinien andere Akzente setzen.“

So hat sich der gemeinsame Einsatz  für den FID mit unserer Ausbildungssektion KIBA – stellvertretend sei hier die Vorsitzende Frau Prof. Schade von der HAW Hamburg genannt – gelohnt, für unsere Communities eine Anlaufstelle in der Bildung und für die Forschung zu bieten.

Näheres hierzu finden Sie unter: http://www.inetbib.de/listenarchiv/msg60151.html

BG Ihr Luzian Weisel

DGI-Tipp des Tages: Job-Futuromat – Kann ein Roboter meinen Job machen?

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Sehr geehrte Mitlesende,

die folgende Seite hat im Zuge der vergangenen ARD- Themenwoche Furore gemacht:

http://job-futuromat.ard.de/

Gibt es hier etwa Aussagen zu den Informationsberufen?

Geben Sie hier einmal  „Bibliothekar/in“ ein, oder den „Fachangestellte/r für Medien …“, oder  den „Informations-Broker“ oder „Medizinische/r Dokumentar/in“ …

Oh Schreck! – K/ein Grund zum nachdenklich werden?

Besser sieht es dagegen aus bei „Informationswissenschaftler/in“, „Buchwissenschaftler/in oder „Business-Development-Manager/in“ …

 

Die formale und inhaltliche Erschließung des Nachlasses Marianne Buder mit Hilfe des Verbundkataloges Kalliope

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Für den Arbeitskreis Geschichte der Dokumentation in Deutschland der DGI hat die FaMI Abschlussklasse 07/14 aus 48 Aktenordnern das wissenschaftliche Wirken von Frau Buder erschlossen. Diesen Freitag endet das vierwöchige Projekt.

Die vorliegenden Ordner haben wir zu Beginn thematisch in vier Bereiche untergliedert:

  1. Unterlagen und Aufzeichnungen zum Studium sind für uns in der Weise interessant gewesen, dass Marianne Buder zu den ersten Studentinnen der Informations- und Dokumentationswissenschaft an der FU Berlin gehörte.
  2. Magisterarbeit zur Geschichte des DIN, 1976 veröffentlichte der Beuth-Verlag Buders Magisterarbeit mit dem Titel „Das Verhältnis von Dokumentation und Normung von 1927 bis 1945 in nationaler und internationaler Hinsicht“. In ganzen neun Ordnern hatte sie Quellenmaterial dazu aufbewahrt!
  3. Forschung und Lehre an der FU, von 1975 bis 1987 war Buder Lehrbeauftragte an der FU und setzte auch hier den Schwerpunkt auf die „Geschichte der Information und Dokumentation“, aber auch auf die Erstellung von Ausbildungskonzepten.
  4. Sammlung zur Dissertation umfasst thematisch die Geschichte von Institutionen im Bereich Information und Dokumentation im Dritten Reich bis in die fünfziger Jahre.

Für einen Einblick in die Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation (DGD; heute DGI) und des Berliner Arbeitskreis Information (BAK) zwischen 1962-1964 sorgte im Besonderen der Ordner 47. Anhand von ausführlich dokumentierten Protokollen und Briefverkehr lässt sich skizzieren, dass die Bundesregierung 1962 festgelegt hat, Berlin als Zentrum der Kultur und Wissenschaft aufzubauen. Im Dezember 1963 wurde bei einer Besprechung unter den Bestrebungen von „Deutsche Normenausschuss“ (DNA) und der Teilnahme von Professoren der FU und TU, sowie dem Direktor der Treuhandstelle des Patentamtes der „Berliner Arbeitskreis der DGD“ gegründet. Eine der ersten Aktivitäten des heutigen BAK Information bestand in der Veröffentlichung eines Verzeichnis aller Berliner Dokumentationsstellen, welches noch heute als elektronisches Branchenbuch als „Fachinformation in Berlin“ vom BAK herausgegeben wird.

Außerhalb der Erschließungsarbeiten hatte wohl das Team rund um den Wikipedia-Artikel zu Marianne Buder am meisten zu kämpfen. Der eigene Anspruch und die unsichtbare qualitative Messlatte einer online Enzyklopädie wollen schließlich in Einklang mit den vielseitigen Anmerkungen und Vorschlägen der Korrekturleser gebracht werden, ohne dabei die Gewichtung einzelner Aspekte aus Buders Lebens außer Acht zu lassen. Wir können nun mit ein wenig Stolz verkünden, dass der Wikipedia Eintrag am 24.11.15 um 8.19 Uhr online gegangen ist und Marianne Buder als engagierte Dokumentationswissenschaftlerin einen würdigen Platz in der Riege ihrer männlichen Kollegen erhalten konnte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Marianne_Buder

Nichtsdestotrotz gibt es noch genug zu tun, so müssen hier und da Einträge überarbeitet und korrigiert werden, Recherchen angestellt werden, um Ergänzungen vorzunehmen oder Dubletten beseitigt werden. Von weiterer Bedeutung ist jetzt die Planung und Vorbereitung der Abschlusspräsentation am Freitag, wo wir unsere Arbeit der letzten Wochen vorstellen möchten. Und so ziehen wir motiviert in den Endspurt und geben nochmal alles!

 

Henriette Schönenberger

Der Nachlass von Marianne Buder- Ein Zwischenstand

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Es ist nun Halbzeit- und mit Stolz können wir sagen, dass wir ohne größere Hindernisse sehr gut in der Zeit liegen. Wir haben uns mit dem Verbundsystem Kalliope vertraut gemacht und erste Arbeitshürden mit der Nachlassdatenbank überwunden, nicht zuletzt dank der herzlichen und immer während geduldigen Hilfestellung von Frau Stefansky von der DGI, die uns jede Frage zu beantworten vermag und jedes augenscheinliche Problem zu lösen weiß.

Zudem können wir, dank der Mithilfe von Frau Buders hinterbliebenen Mann Herrn Majchrzak, nun auch etliche Lücken im Lebenslauf von Frau Buder schließen. So haben wir endlich ihr vollständiges Geburtsdatum vorliegen (29.04.1947) und auch ein Foto für den geplanten Wikipedia Artikel bekommen und sind sogar im Besitz einer Ihrer Lebensläufe. Augenschmunzelnd stellen wir fest, dass auch sie sich ihrerseits durch einen Nachlass forschte, nämlich durch keinen geringeren als den von Dr. Hans-Werner Schober.

Es liegen nun noch zwei Arbeitswochen vor uns, es ist noch viel zu tun, aber der Entdeckerdrang ist uns noch nicht abhandengekommen und so werden wir auch auf den letzten Metern erschließen-erschließen-erschließen.

Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf: buderblog@gmail.com

Henriette Schönenberger

Von einem Haufen Akten im Kofferraum – das Wirken der Marianne Buder

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Wie es einem Team von FaMIS in die Hände fiel, den Nachlass von Marianne Buder unvergessen machen zu können.

Was aus dem Leben von Marianne Buder übriggeblieben ist, sind 48 Aktenordner die zeitweise im Kofferraum von DGI Mitgliedern und dann mehrere Jahre im Institut für Museumsforschung in Berlin lagerten. Vom 2. bis zum 27. November wird von der FaMI Klasse 07/14 im Rahmen des Abschlussprojektes bei indisoft Berlin Marianne Buders Nachlass erschlossen. Dabei haben die Teilnehmer des Lehrgangs Fachangestellte für Medien und Informationsdienste die einmalige Möglichkeit, das dokumentarische Wirken und Vermächtnis Buders in Bezug auf die Geschichte des Informationswesens in Deutschland mit Hilfe des Erfassungstools der Staatsbibliothek (Berlin), Kalliope, für Autographen und Nachlässe erfassen zu können.

akten

Als Diplom-Bibliothekarin trat sie 1972 in die DGD ein und war viele Jahre Vizepräsidentin der späteren DGI. Als Informationswissenschaftlerin legte sie ihr Spezialgebiet auf die Bemühungen und Probleme der Dokumentation der 30er bis 50er Jahre. Sie hinterlässt uns nicht nur Hinweise auf das Erbe ihres engagierten Forschens und Lehrens, sondern auch den Auftrag, dass diese herausragende Frau nicht spurlos im Staub der Geschichte verloren geht. Eine Person, deren Leistungen und Wirken fast gänzlich untergegangen wäre, wenn nicht der Arbeitskreis Geschichte des Informationswesens in Deutschland (AKG) der DGI uns diesen verantwortungsvollen Auftrag übergeben hätte.

Dabei sehen wir uns nicht nur mit den Fragen konfrontiert, womit sich Marianne Buder beschäftigt hat, sondern auch welche Rückschlüsse auf ihre Person gezogen werden können und was von ihrem Nachlass heute noch aktuell ist. Wir freuen uns daher sehr, diese Aufgabe übernehmen zu können. Da wir aber auch auf Informationen von Weggefährten oder Bekannten angewiesen sind, würden wir uns freuen Hinweise zu ihrem Leben oder Fotos bekommen zu können.

kalliope im raum

Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf: buderblog@gmail.com

Weitere Informationen zum Verlauf des Projektes werden wir Ihnen hier in Kürze mitteilen.

Henriette Schönenberger

Bibliotheken 2015 – Facebook zum Anfassen und öffentliches Wohnzimmer

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Bibliotheken 2015:
Facebook zum Anfassen und öffentliches Wohnzimmer
ekz-Gruppe als zentraler Dienstleister wächst weiter und baut Produktprogramm aus

Brauchen wir heute noch Bibliotheken? Die Bürger beweisen es per Abstimmung mit den Füßen: Rund 217 Millionen Besuche im vergangenen Jahr zeigen, dass Bibliotheken im digitalen Zeitalter ein zentraler Umschlagplatz für analoge und digitale Informationen sowie einer der beliebtesten nicht-kommerziellen Aufenthaltsorte sind. Als Innovationskraft der Branche gelingt es der ekz-Gruppe, mit bewährten Produkten und Services, aber vor allem auch mit zukunftsfähigen Eigenentwicklungen Bibliotheken bei den großen Herausforderungen der Gegenwart wie Bildung und sozialer Vernetzung zu unterstützen. (mehr…)

ekz-Gruppe Fakten

Ansprechpartner

DGI unterstützt die Stellungnahme von BID zum Aus vom Informationsportal b2i

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Die DGI unterstützt ausdrücklich die Stellungnahme von Bibliothek & Information Deutschland:

„Das Informationsportal b2i steht vor dem Aus –
Perspektiven für die buch-, bibliotheks- und informationswissenschaftliche Fachinformation

Nachdem die Bayerische Staatsbibliothek – aufgrund eines von der DFG abgelehnten Antrages auf Förderung eines Fachinformationsdienstes Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaften – den Ausstieg aus dem Informationsportal b2i erklärt hat, traf sich nach mehreren vorbereitenden Sitzungen am 7. Januar 2015 unter Moderation von Bibliothek und Information Deutschland e.V. (BID) und der Konferenz der informations- und bibliothekswissenschaftlichen Ausbildungs- und Studiengänge (KIBA) in Berlin ein Round-Table mit Fachvertretern aus Bibliotheken, Hochschulen und Verbänden unter Beteiligung der Bayerischen Staatsbibliothek, um die weitere Zukunft von b2i zu beraten.

Die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und die Universitätsbibliothek Leipzig entwickelten Vorstellungen zu einer Neubeantragung eines Fachinformationsdienstes für Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaften bei der DFG. Der Round-Table unterstützt dieses Vorhaben einstimmig. Die KIBA, die Humboldt Universität zu Berlin und das Informationszentrum für Informationswissenschaft und -praxis an der Fachhochschule Potsdam sind zur Kooperation bereit. Ziel ist es, für die Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaften ein zentrales Nachweisinstrument in einem Fachportal zu gewährleisten. ..“

Der vollständige Wortlaut der Stellungnahme von Bibliothek & Information Deutschland ist hier zu finden:

http://www.bideutschland.de/deutsch/aktuelles/?news=115

Umfrage – Weniger Meinungsfreiheit wäre ok!?

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Die für Informationsspezialisten überraschende Information kam in der Moderation des ZDF-Politbarometers vom 28.09. eher beiläufig daher und verschwand angesichts der aktuellen Politikerbenotungen schnell hinter Zahlen und Informationen. Drum sei nochmal darauf hingewiesen: Laut der hier vorgestellten Ergebnisse würden annährend die Hälfte der befragten Personen (47 Prozent) ein Verbot religionskritischer Darstellungen befürworten, selbst wenn damit Einschränkungen der Meinungsfreiheit verbunden wären.

Die Meinungsfreiheit wird in Deutschland in Artikel 5 Abs. 1 des Grundgesetzes definiert: Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten […] Eine Zensur findet nicht statt.

Ein Blick in Geschichtsbücher und die Aussagen von Historikern bestätigen, dass der geschichtliche und politische Entwicklungsweg bis zu dieser Definition lang, mühevoll und mit Repressionen, Gewalt und Rückschlägen verbunden war.

Artikel 5 des Grundgesetzes stellt auch einen zentralen Pfeiler für alle mit dem Bibliotheks- und Informationswesen verbundenen Berufe und der damit zusammenhängender Branchen dar. Und sein Inhalt dient als wichtiger Gradmesser für die Situation des Staates mit Blick auf demokratische Grundrechte, auch in Europa. Nicht nur Politiker und Vertreter der Wirtschaft betonen zudem die Vorteile der Informations- und Wissensgesellschaft als Fortschritt.

Doch wie reif ist eine Gesellschaft für die „Informations- und Wissensgesellschaft“ tatsächlich, wenn fast die statistische Hälfte ihrer Teilnehmer zur Lösung aktueller Problemlagen gezielte Einschränkungen beim Zugriff auf Information hinnehmen würde?

Zeitungsleser im Hausgärtchen (Carl Spitzweg)

Selbst wenn man entschuldigend anführen möchte, dass die befragten Personen die Option „Einschränkung der Meinungsfreiheit“ als ein naheliegendes und erfüllbares Angebot zur Auflösung eines Problems vorgestellt bekommen, so bleibt dennoch ein Unbehagen. Als aufmerksame Beobachter/innen erinnern Sie sich bestimmt an nicht lange zurückliegende Ereignisse und Diskussionen, bei denen deutlich wurde, dass bestimmten Interessengruppen auch in Deutschland an einer Einschränkung der Meinungsfreiheit und des Zugangs zu Information offenbar durchaus gelegen ist. – Und so könnte das Zwischenergebnis aus dem Politbarometer des ZDF ausgerechnet von diesen Interessengruppen als durchaus ermutigender Anhaltspunkt verstanden werden …

 

Die Meinungsfreiheit wurde 1798 in der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte in Frankreich als eines der kostbarsten Rechte des Menschen bezeichnet. Nach politischen Aufständen und deren Niederschlagung um 1848/1849 wurden einmal erreichte bürgerliche Rechte weitgehend wieder eingeschränkt. Zeitungen wurden in diesem Zusammenhang verboten oder nur nach strenger Zensur publiziert. Lesegesellschaften wurden geschlossen. Phasenweise war es für den Bürger ratsam, sich politisch nicht zu äußern. Nur der Rückzug in den privaten Raum bot Schutz vor der Zensur. Nur hier kann der Zeitungsleser wie auf dem Bild von Carl Spitzweg wenigstens mimisch missbilligen, was in der Zeitung steht. Das Bild entstand um 1845/1858. (Bildquelle: Wikipedia)

 

Heiße Debatte um das Leistungsschutzrecht… Und wo bleiben die Bibliotheksverbände?

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Ich fühle eine Art Déjà vu. Ich habe es schon mal (ok, mehrmals) gesagt.

Sascha Lobo hat schön aufgezählt, wer alles an der Diskussion um das neue Leistungsschutzrecht für Presseverleger teilnimmt, das LSR kommentiert und kritisiert:

Es lohnt sich, genauer hinzuschauen, wenn sich so völlig unterschiedliche Teile der Gesellschaft gegen ein Gesetz stellen. Vor allem, weil BDI und Linkspartei ja nicht die einzigen sind. Der Bitkom, die Grünen, die Junge Union, die SPD, ungefähr alle Internetverbände, die “Netzgemeinde” in Komplettbesetzung, Netzpolitiker in der CSU, der Verband der Automobilindustrie, der DJV Berlin-Brandenburg, die Freischreiber, noch zwei Dutzend andere Verbände sowie naheliegenderweise die in Deutschland tätige Internet-Wirtschaft in toto. Schon rein statistisch erhöht sich dann die Chance, dass das Gesetz falsch ist.

Fällt noch jemand außer mir was auf?

Wo sind die Bibliotheken und Bibliotheksverbände? Oder Verbände anderer Information Professionals (z.B. DGI und GfWM)?

Wie kommt das, dass sie (wir) nichts dazu zu sagen haben? Oder noch schlimmer, sind wir nicht in der Lage, unsere Stellungsnahme an die Öffentlichkeit zu bringen?

Also nochmals:
Die Praxis der Informationsberufe, von BibliothekarInnen bis zu WissensmanagerInnen, von Archivare bis zu Web Designer, alle sind vom Urheberrecht betroffen. Früher waren es die Grenzen der Technologie und Ressourcenknappheit, die die Informationspraxis eingeschränkt haben. Heute ist das das Urheberrecht, das die Grenzen des möglichen definiert.

Und das Leistungsschutzrecht?
Ein klares Produkt des Verlage-Lobby, völlig an der (Netz-)Realität vorbei konzipiert und eigentlich, ein Schuss ins eigene Bein für Verlage.
Ob Blogger und Twitterer davon betroffen sind ist eine Auslegungssache (und der Gesetzentwurf lässt viel Raum für unangenehme Auslegungen).

Werden Bibliotheken auch davon Betroffen sein, auf Grund eines tollen digitalen Angebots z.B.? Vielleicht, vielleicht auch nicht.
Es geht aber nicht um die eigene Betroffenheit. Es geht darum, dass DIE FACHLEUTE, die eigentlich Ahnung von den Sachen haben (sollten) und ihre Praxis vom Urheberrecht nicht trennen können – sie müssen eine Stellungnahme in jeder Entwicklung (wenn man das Leistungsschutzrecht für Presseverleger als Entwicklung überhaupt bezeichnen kann) dieses Gesetztes haben.

Weiterhin, wenn sie noch an irgendwelche ethische Grundsätze glauben und wirklich an der Gesellschaft denken, in der sie agieren, dann müssen sie eine Meinung haben. Eine fachliche Meinung, die alle diskutierten (und nicht diskutierten) Aspekte dieses LSRs umfasst, die Argumente abwägt und erklärt, wohin diese Entwicklung wirklich hinführt.

Und wenn BibliothekarInnen, InformationswissenschaftlerInnen, WissensmanagerInnen, Information Brokers etc. das wirklich nicht wissen und nicht können, dann müssen sie dringend und ernst über ihren Beruf nachdenken.

Nachtrag:
Ich will an dieser Stelle weiter betonen – Es ist völlig klar, dass solche Stellungnahmen und Teilnahme an öffentlichen Diskussionen Ressourcen (v.a. Personal-Ressourcen) verlangen, aber es geht um viel mehr.
Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger wird seit langer Zeit diskutiert und hat bereits drei Gesetzentwürfe. Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie informationsethischen und -politischen Themen von Informationsfachleuten in der Forschung, Lehre und Praxis undiskutiert und unkommentiert gelassen werden (ein paar weitere Beispiele: nur in den letzten Monaten hatten wir öffentliche Debatten um ACTA, Vorratsdatenspeicherung und den Staatstrojaner).

Das ist ein Alarmsignal für die Diskussionskultur und gesellschaftliches Bewusstsein unseres Berufsumfeldes.

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Original-Beitrag auch im Blog ‚Drawer 2.0‘ verfügbar:
https://drawer20.wordpress.com/2012/08/31/heisse-debatte-um-das-leistungsschutzrecht-wo-sind-die-bibliotheksverbande/