Category Archives: Sharing Economy

Tipp des Tages: arte-Dokumentation „Schichtwechsel, die Roboter übernehmen“

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Eine sehr sehenswerte Dokumentation zur Zukunft der Arbeit und Industrie 4.0, aktuell zu sehen in der Kurzfassung bei der ARD-Themenwoche und in der Langfassung auf der arte Mediathek, noch zu sehen bis zum 12.12.2016:

Schichtwechsel, die Roboter übernehmen (Langfassung arte)

http://www.arte.tv/guide/de/055859-000-A/schichtwechsel-die-roboter-ubernehmen?country=DE

oder hier die kürzere Fassung von der ARD

http://www.ard.de/home/themenwoche/Schichtwechsel_die_Roboter_uebernehmen_ARD_Themenwoche/3577346/index.html

Wir stehen vor eine industriellen Revolution, die nicht nur die Automatisierung der Arbeit weiter vorantreibt und Menschen durch Maschinen ersetzt. Die Dokumentation zeigt eindrücklich, dass mit dem Wandel auch ein Umdenken stattfinden muss, wie wir uns Menschen sehen, unsere Gesellschaft gestalten wollen. Man darf das Thema nicht nur technisch oder renditeorientiert begreifen, auch wenn das im Augenblick nahe liegt. Den Wert, den der Mensch mit seinen kreativen und empathischen Fähigkeiten besitzt, könnte vielleicht wieder steigen und wichtiger werden. Auch das wäre eine Chance. Momentan denken wir noch in den Gesetzmäßigkeiten der „alten“ industriellen Welt.

In Minute 12 sagt man das Ende des Bibliothekars voraus, in Minute 24 hören wir, dass der Clickworker um die 10 EUR Stundenlohn bekommt und ganze Branchen, die bisher noch Wissensarbeiter beschäftigen, von Algorithmen abgelöst werden. Wie schnell und wie umfassend die Veränderungen sein werden, ist noch nicht zu sagen. Sind wir darauf vorbereitet und beschäftigen wir uns genug damit? Deshalb der Tipp des Tages.

DGI zieht Fazit nach DGI-Forum in Wittenberg: Kein digitaler Wandel ohne Information Professionals! Wir brauchen sie mehr denn je!

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Nach dem DGI-Forum in Wittenberg vom 24. bis 26. September zum Thema „„True Fiction: Die Digitalisierung unseres Alltags“ zieht der DGI-Präsident Reinhard Karger Bilanz: „Beim DGI-Forum in Wittenberg haben wir zentrale Aspekte des digitalen Wandels diskutiert, konkrete Chancen benannt und die abstrakten Risiken nicht vergessen.“

Das Ergebnis formuliert Karger kompakt:

„Menschliche Erfahrung, Informationsinfrastruktur und algorithmische Exzellenz müssen zusammen gedacht und zusammen gebracht werden. Das zu tun, ist eine gigantische Aufgabe und generiert Jobchancen für engagierte Information Professionals!“

Bilder und Aufnahmen zu den Vorträgen folgen in Kürze.

Sharing, nicht Economy!

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Von Reinhard Karger

Die Sharing Economy ist nicht nur ein Spleen vereinzelter Geschäftsmodelle wie Uber oder Airbnb. Sie hat Auswir­kungen auf die ganze Gesellschaft,

Teilen ist keine Erfindung der Neuzeit, das Gemeinschaftliche nicht neu. Die Allmende, der Dorfacker und dessen gemeinsame Ver­waltung und Nutzung waren über Jahrhun­derte üblich. Jetzt befinden wir uns in der „Sharing Economy“. Einige Angebote sind bemerkenswert erfolgreich. Die bekannte­ren sind Airbnb – die Vermittlung von priva­ten Übernachtungsmöglichkeiten – und Uber – die Vermittlung von privaten inner­städtischen Fahrten. Sie adressieren die Wurzeln der alternativen Szene, bieten sehr gute Services an, sind aber mutiert zu In­vestitionsobjekten mit erstaunlicher Markt­bewertung.

Mitfahrzentralen haben die gemein­schaftliche Mobilität unterstützt und die Fahrzeugauslastung verbessert, im Wesent­lichen zwischen Städten, nicht innerstäd­tisch. Sie blieben aber über 50 Jahre eine Nische, führten nie zu Massenprotesten und hatten nie eine Milliardenbewertung. Der Hauptunterschied zu Uber liegt in der Motivation des Fahrers und dem Anlass für die Fahrt: Bei der Mitfahrgelegenheit hatte der Fahrer ein Ziel, der Mitfahrer beteiligte sich an den Kosten. Darum geht es bei Uber nicht, denn Uber eröffnet seiner Website zufolge Fahrern neue Geschäftsmodelle, und auch Airbnb wirbt mit Verdienstmög­lichkeiten.

Damit agiert der Anbieter gewerblich, steht in Konkurrenz zu kommerziellen An­bietern und müsste folglich ein Gewerbe anmelden. Denn auch der Buchungskanal

Internet verändert nicht die gesetzlichen Regelungen der jeweiligen Dienstleistung. Es kann nicht sein, dass neue Anbieter die bestehenden Pflichten zum Beispiel für die Beherbergung oder den Transport von Per­sonen übergehen. Brandschutzverordnun­gen und Personenbeförderungsscheine sind entweder notwendig oder überflüssig.

Wenn die solidarische Seite des Teilens zu einem Geschäftsmodell mit einseitigen Pro­fiten und offensichtlichen Gewinnern mu­tiert und einige wenige globale Plattformen einen neuen Markt kommerziell abschöp­fen, gefährden sie den Erfolg eines gesell­schaftlich wichtigen Konzepts.

Aus dem Heft: Innovationsmanager | Heft 32 | Dezember 2014