Category Archives: Allgemein

gfwm THEMEN 12 im März 2017 – Schwerpunkt „Gatekeeper“

By | Allgemein, Informationskompetenz, Informationspraxis, Informationswissenschaft | No Comments

gfwm THEMEN ist die hochwertig gestaltete Fachpublikation der Gesellschaft für Wissensmanagement e. V. Der Schwerpunkt dieser Ausgabe: „Gatekeeper“.

gfwm THEMEN 12 als PDF oder als Flippage online

Gatekeeper (Torwächter) sind das Bindeglied im Informationsnetzwerk zwischen Organisation und ihrer Umwelt. Sie unterstützen und steuern den Fluss von Information und Wissen nach innen und nach aussen.

Unter anderem in dieser Ausgabe:
– „Dem freien Geist keine Grenzen setzen und das Unkonventionelle denken“ – Interview mit Prof. Dr. Alexander Wöll, Präsident der Europa-Universität Viadrina (Frankfurt Oder)
– Open Access Revisited – Die Debatte um die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens geht weiter
– Gatekeeper mit Gateway-Funktion – Das Projekt „Willkommen Standort Oberösterreich“
– Information Risk Management – too much Focus on Damage Prevention/Control currently

Ideen entwickeln, kommentieren, Kontakt:
Homepage gfwm THEMEN

Patentinformationszentrum Darmstadt sucht Informations- und Recherchespezialistin/-spezialisten

By | Allgemein, Informationspraxis, Jobs | No Comments

Marlies Ockenfeld weist in der DGI-Newsliste auf eine interessante Stellenanzeige hin:

„Liebe Liste,

das Patentinformationszentrum Darmstadt sucht eine/n neue/n Mitarbeiter/in im Bereich Recherchen.

Die Stellenanzeige ist unter folgendem Link zu finden:
https://www.intern.tu-darmstadt.de/dez_vii/stellen/stellen_details_224768.de.jsp

Viele Grüße

Marlies Ockenfeld“

EINLADUNG: Open Science Conference diskutiert Umsetzung der European Open Science Cloud

By | Allgemein, Ankündigung, Internet and Society, Internet und Gesellschaft, Linked (open) Data, Projekte, Semantic Web, Verlagswesen | No Comments

Der nachfolgende Hinweis auf die interessante Open Science Konferenz in Berlin zu Ihrer Information.

HG aus Karlsruhe

Ihr Luzian Weisel

Einladung: Open Science Conference diskutiert Umsetzung der European Open Science Cloud

Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und der Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0 laden vom 21. bis 22. März 2017 nach Berlin zur Open Science Conference. Über 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 34 Ländern werden auf der ausgebuchten Open Science Conference erwartet. Die internationale Fachtagung widmet sich aus unterschiedlichen Perspektiven dem Thema Open Educational Resources. Zudem wird die Umsetzung der European Open Science Cloud diskutiert. Zu den Vortragenden gehören Jean-Claude Burgelmann, Barend Mons, Johannes Vogel und Klaus Tochtermann. URL: http://www.open-science-conference.eu.

 

Welcome Young Professionals Seriously!

By | Allgemein | No Comments

Von F. Schade; Fotos: P. Markert

Ende Januar 2017 verabschiedete das Department Information der HAW ca. 100 Absolventen aus ihrem Masterstudiengang „Information, Medien und Bibliothek“ sowie aus den Bachelorstudiengängen „Medien und Information“ und „Bibliotheks- und Informationsmanagement“. Frau Prof. D. Wenzel, Dekanin der Fakultät Design, Medien und Information begrüßte die Young Professionals; die Zeugnisse überreichte Departmentsleiterin Prof. Dr. U. Verch. Höhepunkt war der Vortrag „Die Zeit läuft – Die Kultur springt“ des DGI-Präsidenten R. Karger.

DGI-Präsident R.Karger

Nun ist es Zeit, dass die YP´s im Norden auf ein Morgen schauen, das sie mitgestalten. Die Herausforderungen der Digitalisierung sind komplex und zentraler Gegenstandsbereich der Informationswissenschaft. Mut macht die Botschaft von R.Karger: „Befragen Sie Ihren Genieverdacht. Fragen Sie nicht, wer Ihr Problem löst, fragen Sie sich, für wen Sie die Lösung sind. Schließen Sie den Erfolgsfall nie leichtfertig aus.“

DGI-Stammtisch

By | Allgemein | No Comments

Der DGI-Stammtisch findet wie immer am 14.03.2017, wie immer um 18.00 Uhr im Restaurant „Cucina della Grazie“ im Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main statt. DGI-Mitglieder und Interessierte sind herzlich eingeladen.
Bitte anmelden, damit wir reservieren können!
(michael.borchardt@retailconsult.de, 0177-214 3576 oder bei mail@dgi-info.de)
Wir freuen uns auf einen spannenden Abend!

Sollten sich Marketing-Direktoren über die neue EU-Datenschutzgrundverordnung Sorgen machen?

By | Allgemein | No Comments

Sollten sich Marketing-Direktoren über die neue EU-Datenschutzgrundverordnung Sorgen machen? Unbedingt! Dafür gibt es negative und positive Gründe. Beide sind wichtig. Der wichtigste Grund ist abzusehende Geldstrafen. Ab dem 28. Mai 2018 können Verstoße bis zu 20 Mio. € oder 4% des weltweiten Umsatzes kosten – je nachdem, welcher Betrag höher ist. Für die meisten B2B-Unternehmen ist dies mehr als das Doppelte des jährlichen Marketingbudgets (zwischen 1% und 2% des Umsatzes nach einer bvik-Studie im Jahr 2016). Darüber hinaus wird eine veröffentlichte Geldbuße für die falsche Verwendung von Kundendaten dem Vertrauen und den langfristigen Geschäftsbeziehungen schaden. Die Verantwortlichen sind verpflichtet, Datenschutz-Folgenabschätzung durchzuführen, um zu beurteilen, ob ihre Verwendung von personenbezogenen Kundendaten ein Risiko für die Rechte und Freiheiten der betroffenen Person (Kunde) darstellt. Selbst wenn Sie sich sicher sind, dass Ihre B2B-Marketingprozesse nur Visitenkarteninformationen verwenden und als „geringes oder null Risiko“ eingestuft werden, müssen Sie Ihren Datenschutzbeauftragten die formale Bewertung durchführen und die Ergebnisse dokumentieren lassen, um dies zu beweisen [Artikel 35].

Zu diesem Thema bietet unser neues förderndes Mitglied kuehlhaus einen Workshop mit dem Datenschutzspezialisten Andrew Sanderson an, in dem fundiert erklärt wird:

  • wie Sie Geldbußen um 4% des globalen Firmen-Umsatzes vermeiden
  • wo sich Strickfallen befinden
  • wie man Checklists vorbereitet, so dass Teilnehmer ein Follow-Up in der Firma machen können
  • wo Sie eng mit dem Datenschutzberater / DPO arbeiten müssen
  • wo Sie Bedarf an rechtlicher Beratung von Anwälte identifizieren können

Über Andrew Sanderson (Workshop-Leiter)

Andrew Sanderson ist Certified Information Privacy Manager. Er war unter anderem Director Online Marketing bei der SAP AG. Bei der kuehlhaus AG betreibt er B2B-Marketing aus Leidenschaft. Durch die Kombination eines scharfen Auges für die passende Strategie und einer breiten Praxiserfahrung in Bereichen wie Marketing Kommunikation, Digital Marketing und Field Marketing oder Marktforschung & Analyse entstehen pragmatische Ansätze. Gängige Themen wie Privacy und DSGVO, Marketing Automation oder agiles Team-Management gehören auch zu seinem Fachwissen. Erfahrungen im internationalem Umfeld bei renommierten Konzernen sowie im Mittelstand runden sein Profil ab und bringen eine zukunftsorientierte Führungsperspektive in jedes Projekt.

 

 


Certified Information Privacy Manager

The CIPM is the world’s first and only certification in privacy program management. When you earn a CIPM, it shows that you don’t just know privacy regulations—you know how to make it work for your organization. In other words, you’re the go-to person for day-to-day operations when it comes to privacy.

 

DGI-Stammtisch am 14.02.2017

By | Allgemein | No Comments

Unser DGI-Stammtisch findet am 14.02.2017, wie immer um 18.00 Uhr im Restaurant „Cucina della Grazie“ im Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main
DGI-Mitglieder und Interessierte sind herzlich eingeladen.
Bitte anmelden, damit wir reservieren können!
(michael.borchardt@retailconsult.de, 0177-214 3576 oder bei mail@dgi-info.de)
Wir freuen uns auf einen spannenden Abend!

Schnittstelle Dokumentation – Ausstellung, Restaurierung, Digitalisierungs- und Publikationsprojekte

By | Allgemein | No Comments

Von Margret Schild, Theatermuseum Düsseldorf, und Sara Maget, Deutsches Museum München

In Berlin fand im Oktober 2016 das jährliche dreitägige Herbsttreffen der Fachgruppe Dokumentation des Deutschen Museumsbundes statt. Wie im letzten Jahr musste die Anmeldung wegen des großen Interesses vor Beginn der Veranstaltung geschlossen werden. Der größte Teil des Treffens bestand aus Plenarvorträgen. Darüber hinaus trafen sich einige Teilnehmer zusätzlich in kleineren Arbeitsgruppen zu den Themen Regelwerke, Datentausch, Sammlungsmanagement und Langzeitarchivierung.

Zentrale Fragen der gesamten Veranstaltung  waren: Wie mache ich Bestände über Plattformen und Portale sichtbar? Wie verwaltet man Ausstellungen im Rahmen des Sammlungsmanagements? Wie steht es um die Nutzung von Terminologie und Normdaten? Weitere Themen waren die Langzeitarchivierung, die Dokumentation der Restaurierung sowie Digitalisierungs- und Publikationsprojekte.

Plattformen und Portale:

Die Sichtbarkeit von Museen und ihren Sammlungen spielt im Internetzeitalter eine große Rolle. Basis dafür ist die Erschließung von Objektdaten in Datenbanken.

Heinrich Schulze Altcappenberg und Fabienne Meyer vom Berliner Kupferstichkabinett stellten das DFG-Projekt Schinkel-online vor, mit dem Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Dokumentation betrieben und höchstmögliche Nachnutzbarkeit angestrebt wird.

Erschlossen wurde der Bestand mit der in der an der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) eingesetzten Museumsmanagementsoftware MuseumPlus. Da zahlreiche Mitarbeiter und teilweise nur für recht kurze Zeit beschäftigte Praktikanten und Hilfskräfte mit unterschiedlich ausgeprägter Fach- und Datenbankkenntnis an der Erschließung mitwirkten, wurde entschieden, die Klassifikation von Papierarten und Zeichentechniken nicht direkt in der Datenbank, sondern in Excel vornehmen zu lassen und die Daten dann in MuseumPlus zu importieren. In diesem Zusammenhang wurde von Altcappenberg eine Frage aufgeworfen, die auch andere Häuser umtreiben dürfte: „Wie offen können große Dokumentationssysteme wie MuseumPlus für spezielle Objektgruppen angepasst werden, ohne ihre Vorteile als modulare Standardprogramme zu verlieren?“

Abb. 1: Screenshot Portal Schinkel-online

Wenn es die eingesetzte Software erlaubt, kann man – wie es im Rahmen des Düsseldorfer Verbundes d:kult seitens des Theatermuseums gemacht wird und von Margret Schild vorgestellt wurde – die Möglichkeiten innerhalb der Datenbank entsprechend nutzen, ohne diese anzupassen. Hier werden die Inszenierungen, die im Zentrum der Dokumentation stehen, als virtuelle Objekte erfasst und sodann mit den vielfältigen physischen Objekten in der Sammlung verknüpft. Neben der Inszenierung kann gegebenenfalls zusätzlich die einzelne Aufführung als Ereignis ebenfalls erfasst und eingebunden werden. Allerdings werden diese komplexen Strukturen für die Präsentation über Portale auf eine beschränkte Zahl von Beziehungen („ist verbunden mit“, „ist assoziiert mit“) reduziert, was auf das Exportformat und die Darstellungsmöglichkeiten in den Portalen zurückzuführen ist. Im Portal d:kult online wird bei der Übersicht über die Teilnehmer einen spezieller Sucheinstieg für die Inszenierungen angeboten.

Abb. 2: Suche im Portal d:kult online nach „Inszenierung 2016“

Abb. 3: Datensatz einer Produktion (Inszenierung) und verbundenen Objekten (Programmheft zur Produktion und einem Gastspiel in Israel).

Oder braucht man am Ende doch eine weitere (spezielle) Plattform, wie sie mit der WITH-Plattform im Rahmen des EU-Space-Projektes entwickelt wird? Ariane Peukert, Institut für Museumsforschung, erläuterte, dass diese neue Plattform den Zugriff auf Sammlungen und Portale von Objekten aus Kulturerbe-Einrichtungen erleichtern und gleichzeitig Tools zur Verfügung stellen soll, die es möglich machen, mit den Daten zu arbeiten, sie aufzubereiten und zu präsentieren. Das Projekt befindet sich noch in der Entwicklung – ab Februar 2017 soll sie öffentlich zugänglich sein. Im November 2016 hat  dazu eine Konferenz in Berlin statt gefunden.

Schnittstelle Dokumentation – Ausstellung

Die Erarbeitung einer Ausstellung ist ein komplexer Prozess. Dabei wird die Dokumentation dieser Prozesse in der hauseigenen Datenbank häufig zum Problem. Wie geht man damit um, dass auch externe Objekte für Ausstellungen angefragt und erfasst werden müssen? Wie verfährt man, wenn man mit externen Ausstellungsmachern arbeitet?

In den Beiträgen wurde deutlich, wie wichtig die datenbankgestützte Objektdokumentation bei der Planung von Ausstellungen ist und wie viel Überzeugungsarbeit dazu an vielen Häusern geleistet werden muss.

Regine Heuchert vom TECHNOSEUM Mannheim schilderte, wie die Ausstellungen früher an der Dokumentationsstelle vorbei nicht in der Objektdatenbank, sondern in Word und Excel geplant wurden. Heute wird das an ihrem Haus bereits seit 1993 im Einsatz befindliche Datenbanksystem FAUST nicht nur zur Objektdokumentation sondern auch zur Ausstellungsplanung genutzt. Dabei wird teilweise eine eigene Datenbank für die jeweilige Ausstellung erzeugt (mit Kopien der Datensätze aus der hauseigenen Sammlungsdatenbank, Erfassung der ausgeliehenen Objekte, Ergänzung weiterer Informationen speziell im Kontext dieser Ausstellung). Oder es werden die Sammlungsausstellungen komplett innerhalb der eigenen Datenbank geplant und verwaltet. In den Fällen, in denen mit einer separaten Datenbank für die jeweilige Ausstellung gearbeitet wurde, schrieb man zusätzlich Makros, um die Synchronisierung der Informationen in beiden Datenbanken zu gewährleisten.

Iris Blochel-Dittrich plädierte in ihrem Vortrag „Nach der Eröffnung ist vor der Eröffnung“ dafür, alles, was im Zuge der Ausstellungsplanung recherchiert wurde, in der Objektdatenbank zu erfassen – mit dem Ziel der Nachnutzbarkeit. Vor allem neue und externe Kuratoren müssen überzeugt werden, dass es sich hier nicht um zusätzliche Arbeit handelt, sondern darum, das mühevoll und aufwendig erarbeitete Wissen nicht verloren gehen zu lassen, damit es später für andere Zwecke genutzt werden kann.

Standortverwaltung / Präsentation

Wie organisiert man den Umzug einer Sammlung, wenn die Objekte unzureichend dokumentiert oder gar die Standortangaben in der Datenbank unzuverlässig sind? Wie wichtig eine ausreichende Vorbereitung und gegebenenfalls Probeläufe sind, machte Dominik Remondino vom Musée d’art et d’histoire in Genf („Sammlungsumzug als Mutter aller Tugenden“) deutlich.

Alexander Methfessel von der Klassik Stiftung Weimar zeigte, wie hilfreich in diesem Zusammenhang entsprechende Normlisten sind: Die Informationen zum Standort, die in der bisherigen Datenbank nicht normiert und an verschiedenen Stellen eingetragen waren, wurden in ein einheitliches Modul überführt. Innerhalb von sechs Monaten gelang es ihm und seinem Team, eine Bestandsrevision durchzuführen. Zusätzlich zur Bereinigung der Standortangaben wurden alle vorhandenen Datenbankfelder geprüft und um Redundanzen bereinigt. Auslöser war auch hier der Umzug der musealen Bestände sowie das Ziel, Objektdaten über Portale zur Verfügung zu stellen.

Bettina Probst und Christin Griesheim vom SPK Stab Humboldt-Forum gaben einen Einblick in den Stand der Planungen aus der Perspektive der Dokumentation. Insgesamt sollen zwischen 20.000 und 24.000 Objekte aus dem Ethnologischen Museum und dem Museum für asiatische Kunst präsentiert werden. Eine wichtige Rolle spielt der vielfältige Medieneinsatz mit Medientischen, Recherchestationen für die Suche und Vermittlung bzw. das Angebot von Filmen, Audioproduktionen und die Endgeräte, die bespielt werden sollen. Da das gesamte Projekt im Fluss ist und das Präsentationskonzept immer wieder verändert wird, muss die Dokumentation in der Erfassung von Objekten sehr flexibel sein. Ob die dafür eingesetzte Software ausreichend ist, wird sich zeigen.

Terminologie und Normdaten

„Normdaten sind schön, aber nichtgefährlich“, stellte Bernhard Wörrle vom Deutschen Museum München fest. Zwar hat die Verwendung normierter Begriffe unbestreitbare Vorteile für die Durchsuchbarkeit großer Datenbestände, doch können aus vorher ungenauen Angaben durch Normierung zwar genauere, aber eben auch falsche Angaben werden. Daher ist Vorsicht geboten und wird häufig eine individuelle (intellektuelle) Überprüfung vor der Verknüpfung mit Normdaten nötig sein. Aus einer ungenauen Herstellerangabe wie „Siemens“ wird durch Vergabe der GND-Nummer der „Siemens AG“ unter Umständen ein zwar genauerer, aber falscher Bezug, wenn ein damit verknüpftes Objekt von deren Vorgängerorganisation „Siemens & Halske AG“ hergestellt wurde. Gerade die Ansetzung von Körperschaften, die in ihrer Bestehensgeschichte häufig ihren Namen, Firmensitz oder die Rechtsform ändern, mithilfe der GND ist also nicht trivial.

Abb. 4: Datensatz zur Firma Siemens in der OGND (Gemeinsame Normdatei Online beim BSZ Baden-Württemberg).

Bei der Erstellung und Etablierung standardisierter Vokabularien haben Museen viel Arbeit vor sich. Die Übersetzung der Objektfacette des AAT ins Deutsche ist relativ fortgeschritten. Monika Hagedorn-Saupe und Axel Ermert, Institut für Museumsforschung, berichteten über ihren Besuch beim Getty Institute. Die wachsende Zahl der Sprachen, in die der AAT übersetzt wird, und die auch in diesem Kontext neu hinzukommenden bzw. veränderten Konzepte erfordern die Anpassung der bisherigen redaktionellen Arbeit. Diese wird weiterhin in Los Angeles koordiniert.

Die GND bietet jetzt ein Online-Formular an, über das kulturelle Einrichtungen Personendaten liefern können. Dieses Formular wurde gemeinsam von Sarah Hartmann (Die Deutsche Bibliothek) und Werner Schweibenz (Bibliotheksservice-Zentrum in Konstanz) vorgestellt. Es werden Kooperationspartner aus dem Museumsbereich gesucht, die mitarbeiten möchten.

Auch die LIDO-Terminologie benötigt ein Update bzw. eine Vereinheitlichung. Axel Vitzthum berichtete in seinem Vortrag über die gemeinsamen Aktivitäten der Fachgruppe (AG Datentausch) und der Deutschen Digitalen Bibliothek. Hier soll xTree als Tool eingesetzt werden, um die Terme für dieses Austauschformat zu definieren und damit eine einheitliche Nutzung – unabhängig von den verschiedenen Fachgebieten und Strukturen – zu unterstützen. Ziel ist die Verbesserung der Qualität und der Vollständigkeit der Suchergebnisse sowie die Schaffung optimaler Voraussetzungen für die Bereitstellung als Linked Open Data (LOD).

Restaurierung

Dafür, dass die Dokumentation von Restaurierungsarbeiten Vorteile bietet, muss an vielen Häusern ebenfalls noch Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Axel Ermert stellte internationale Publikationen zur Terminologie in der Restaurierung vor. Es gibt viele Ansätze, und eine Weiterarbeit an Normvokabularien für diesen Bereich der Museumsarbeit lohnt sich. Zwar enthält der AAT keine „Facette“ für Restaurierungsbegriffe, jedoch eine für Materialien, die für Museen interessant sein dürfte. Außerdem wurden mit NARCISSE und The Conservation Dictionary Vokabularien für die Restaurierungsdokumentation erstellt und eine EU-Norm (CEN/TC 346, EN 15898) mit allgemeinen Begriffen zur Restaurierung etabliert.

Auf der Sitzung der Arbeitsgruppe Regelwerke wurde dieses Thema ein weiteres Mal aufgegriffen. Man will gemeinsam an einer Weiterentwicklung mitwirken. Eine mögliche Plattform in diesem Zusammenhang ist xTree, das Tool zur Verwaltung von Thesauri, das im Rahmen von digiCult entwickelt wurde und mit dessen Hilfe die deutsche Übersetzung des AAT realisiert wird. Als Format dafür bieten sich Workshops an. Dabei geht es weniger um die Präsentation vorhandener Vokabulare, sondern um die Frage, wie die gemeinsame Arbeit praktisch aussehen sollte.

Die Dokumentation und langfristige Verwaltung von Forschungsdaten in der Restaurierung waren Thema des Vortrags von Ina Reiche, Direktorin des Rathgen-Forschungslabors der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz. Das Labor bearbeitet vor allem Anfragen aus den Staatlichen Museen (etwa 200 jährlich) mittels eines definierten Arbeitsablaufs im Bereich der naturwissenschaftlichen Analytik. Dazu gehören nach der Untersuchung die Dokumentation der Ergebnisse sowie die Erstellung von Berichten zu abgeschlossenen Projekten. Insbesondere die Messdaten stellen ein Problem dar: Es gibt keine einheitlichen Datenformate und die Langzeitarchivierung ist nicht gesichert. Die Ergebnisse werden teilweise sowohl digital als auch gedruckt archiviert. In vielen Fällen ist eine analoge Sicherung aber nicht möglich. Es gibt nationale und internationale Kooperationen, die helfen sollen, diese Probleme zu lösen – insbesondere die langfristige digitale Dokumentation, das Mapping, die Semantik und Visualisierung sowie die Speicherung und Organisation von wissenschaftlichen Daten. Das Ziel ist die Umwandlung bestehender Archive in forschungsorientierte Daten-Ressourcen.

Digitalisierungs- und Publikationsprojekte

Das Museumsamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe berät Museen in allen relevanten Fragen und hält eine konventionelle Kartei mit den Beständen der Museen vor. Diese Kartei mit einem Umfang von 120.000 Karten aus 85 Museen soll digitalisiert und mit den bereits vorliegenden 80.000 digitalen Daten zusammengeführt werden. Die Karten sollen gescannt, mit OCR bearbeitet, mit Hilfe der Oberbegriffsdatei erschlossen und in die Museumsdatenbank überführt werden. Ausgewählte Daten werden auch über Portale auffindbar gemacht. Probleme bereiteten vor allem die unterschiedlichen Formate der Karteikarten. Die OCR-Bearbeitung musste auf bestimmte Felder beschränkt werden, andere Arbeiten – vor allem die terminologische Kontrolle beim Abgleich des Datenfeldes Objektbezeichnung – erfolgen händisch im Museumsamt.

In Berlin-Brandenburg fördert und unterstützt die Servicestelle Digitalisierung entsprechende Projekte, die ebenfalls kurz vorgestellt wurden, so im Stadtmuseum Berlin, im Werkbundarchiv, im Theaterhistorischen Institut an der Freien Universität Berlin, in der Deutschen Kinemathek und im Institut für Kunst- und Bildgeschichte an der Humboldt-Universität. Solche Projekte sind eine gute Voraussetzung dafür, die erhobenen Informationen auch über Portale wie die Deutsche Digitale Bibliothek zugänglich zu machen. Hierfür warb Herdis Kley in ihrem Vortrag im gleichen Themenblock. Sie ist die Ansprechpartnerin für die Museen, die ihre Daten dort einbringen wollen.

Neues zum Thema Museumssoftware. Einige Unternehmen, die Software zur Dokumentation von Museumsbeständen / Sammlungsmanagement vertreiben, nahmen erneut die Gelegenheit wahr, ihre Produkte in Kurzpräsentationen (Themenschwerpunkt: Restaurierung) vorzustellen. In Augenschein ließen sich nehmen: AdlibMuseum (der Firma Axiell), digicult.xTree und digicult.web (digicult), IMDAS-Pro (Joanneum Resarch), FirstRumos (Freilichtmuseum Am Kikeberg), easydb (Programmfabrik), daphne (Robotron), Hida (Startext), aps (Stegmann Systems), MuseumPlus (ZETCOM) sowie XPONIA (multimedialer mobiler Museumsführer).

Der Umfang des Restaurierungsmoduls in den vorgestellten Programmen hängt in sehr starkem Maß von den Anforderungen der Kunden ab bzw. vom Kontext, in dem das Programm entwickelt wurde. Besonders deutlich wurde das beim Vortrag von startext, das einen Workflow programmiert hat, um die Schäden und die durchzuführenden Maßnahmen zu dokumentieren, die nach dem Einsturz des Stadtarchivs in Köln notwendig geworden waren. Unmittelbar nach dem Unglück geschah dies konventionell auf Papier (Laufzettel). Mittlerweile wurde jedoch ein EDV-gestützten Workflow eingeführt. In dieser Situation wurden besondere Anforderungen an das zu entwickelnde Programm gestellt. Dazu gehören eine dreißig Jahre lange Nutzbarkeit und – für den Fall juristischer Auseinandersetzungen – die Beweissicherheit der Dokumentation.

Nicht jedes Museum verfügt über eigene Restauratoren. In diesen Fällen geht es eher darum, die Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen in die eigene Datenbank zu integrieren oder zu prüfen, wie extern erhobene Daten übernommen werden können. Gehören Restauratoren zum Team, so gilt es, diese davon zu überzeugen, dass sie die Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen in der Datenbank als wesentlichen Bestandteil ihrer Arbeit ansehen sollten, die sie in die gewohnten Arbeitsabläufe zu integrieren haben. Negativ ausgedrückt: Sie sollten diese Aufgabe nicht als zusätzliche Arbeit ansehen, für die sie keine Ressourcen haben. Also sollten auch die Restauratoren bei der Einführung einer Software für die Sammlungsverwaltung einbezogen werden.

Ausblick

Die nächsten Tagungen der Fachgruppe Dokumentation finden am 10. Mai in Berlin im Rahmen der Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes und vom 16. – 18. Oktober in Mannheim statt.

 

 

Wahljahr 2017: der BAK-Berlin hat einen neuen Vorstand

By | Allgemein, Bibliothek und Information, DGI, Vorstandsblog | No Comments

Der Berliner Arbeitskreis Information hat einen neuen Vorstand gewählt. In der Mitgliedervesammlung am 26.01.2017 berichtete zunächst die Vorstandsvorsitzende Tania Estler-Ziegler über die bisher geleistete Arbeit. Nachdem vor drei Jahren noch der Fortbestand des BAK-Berlin gefährdet war, konnte man durch ein strukturiertes Engagement Sichtbarkeit, Bekanntheit und Ansehen des Arbeitskreises in Berlin und Brandenburg wieder deutlich erhöhen. Dies gelang durch die konsequente (Neu-)Vernetzung mit verwandten Verbänden und Arbeitsgruppen in der Region (bspw. BRAGI, AspB, BIB, Museumsdokumentare, DGI). Auch kleine Projekte wie eine neue Webseite oder eine Reihe gut besuchter Stammtische und interessanter Vorträge, zu denen der BAK eingeladen hatte, bestätigten dies eindrücklich. Die Bekanntheit zu erhöhen gelang auch durch die Aktualisierung des IuD-Branchenbuches, wodurch die dort dokumentierten Einrichtungen nun ihrerseits wieder auf den BAK mit Veranstaltungsideen und Kooperationsvorschlägen zukommen. Persönliches Engagement, Impulse und Synergien entstehen für alle Beteiligten. Der BAK sieht sich vor allem als Plattform, die Kollegen in den Bereichen Archiv, Bibliothek, Dokumentation und Museum zu vernetzen.

Da eine Zunahme an Jobposts für die Stellenbörse zu verzeichnen ist (es waren über 450 Stellenausschreibungen an über 2000 Empfänger versandt worden), scheint es nicht nur wieder mehr Jobs für die Infobranche zu geben, sondern auch ein größeres Bedürfnis, sich beruflich zu vernetzen, so hofft Tania Estler-Ziegler in ihrer Zusammenfassung. Ein Zuwachs an Neumitgliedern wäre dem BAK zu wünschen.

„Ehrenamt macht Spaß“, so ihr Fazit. Was denn auch die Mehrzahl des bisherigen Vorstandes dazu bewogen haben mag, sich weiter zu engagieren. Die Mitgliederversammlung hat diesen Erfolg honoriert und die Kandidaten einstimmig gewählt. Das ist eine große Bestätigung der geleisteten Arbeit und die beste Motivation. Neu dabei sind Doreen Cakmak, Katrin Hoffmann, Michaela Jobb. Christine Becker, Carina Enders, Tania Estler-Ziegler, Pamela Schmidt, Peter Schuhe und Dr. Helmut Voigt haben wieder kandidiert. Wir von der DGI wünschen dem neuen Vorstand, dass das Engagement weiter Früchte trägt, gratulieren und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Link zur Webseite des BAK