Kommentar zu “SOWIPORT-Daten – ein Opfer des OPEN ACCESS”

Kommentar zu “SOWIPORT-Daten – ein Opfer des OPEN ACCESS”

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in Zeiten von Fake News in der Politik und im Alltagsleben sowie Betrug und Fälschung in der Wissenschaft ist es ein falsches Signal, eine Quelle mit belastbaren fachlich ausgewählten und erschlossenen Dokumenten aus den Sozialwissenschaften zu schließen und den Zugang zu vertrauenswürdigen Informationen so zu erschweren. In diesem Sinne unterstützt der Vorstand der DGI die Aufforderung von Benno Homann  (http://www.inetbib.de/listenarchiv/msg62219.html) und Marcell Schorer (http://www.inetbib.de/listenarchiv/msg62211.html) und appelliert an GESIS, sich dafür einzusetzen, die über SOWIPORT angebotenen Datenbanken über das neue Rechercheportal weiterhin zugänglich zu halten oder einen alternativen Zugangsweg zu eröffnen.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Ockenfeld

Vorstand DGI

2 Comments

  • Wir bedauern, wenn das Ende von Sowiport Unannehmlichkeiten bereitet. In einem News-Eintrag legen wir unsere Beweggründe dar und hoffen auf Verständnis! https://www.gesis.org/gesis-news/article/sowiport-wird-ende-2017-eingestellt/

  • > so dass Nutzende z.B. Publikationen zu Forschungsdaten leichter finden können.

    Wer sich noch schnell die Mühe macht und die beiden Schnittstellen, Sowiport und search.gesis.org vergleicht wird schnell feststellen, dass die Erklärung von Gesis von ziemlicher Unkenntnis zeugt, was Recherchequalität, Recherchetechnik und den Sinn einer Datenbank betrifft.
    Während sowiport noch einen Thesaurus bietet, der es ermöglicht Begrifflichkeiten zu prüfen, um den best möglichen und am besten geeigneten Deskriptor zu finden bzw. zu gustieren, was man denn so möchte, ist im neuen Portal im besten Fall noch eine Art Clusterung verfügbar nach Dokumenttypen also nach rein formalen statt nach inhaltlichen Gesichtspunkten. Während Sowiport in der fortgeschrittenen Suche noch eine feldorientierte Suche anbietet – eine Maske in der man verschiedene Felder auswählen kann um eine speziellere und spezifischer Suche durchzuführen sucht man derlei im neuen Portal vergebens. Ferner ist fraglich, ob das über Sowiport auffindbare Material auch über das neue Portal überhaupt effizient auffindbar sein wird.
    Die Tragik dieser aktuellen Entwicklungen des laufenden Abschaltens von online Datenbanken und Dokumentationen mit halbwegs leistungsfähigen Retrievalkomponenten hat zwei gleich unangenehme Aspekte:
    1. Anstatt im Lichte ständig steigender Mengen an elektronischen Dokumenten die Retrievalmöglichkeiten zu verbessern und zu erhöhen werden diese verschlechtert. Das effiziente Auffinden von Information wird erschwert.
    2. Anstatt mit leistungsfähigen Rechercheschnittstellen die NutzerInnen zu stärken und die Retrievalergebnisse zu verbessern, orientiert man sich an den laienhaften Gewohnheiten der Massen, die nicht einmal Google effizient nützen können und nivelliert sich nach unten.
    Das Ergebnis dieser Entwicklungen werden alle Informationseinrichtungen – auch Gesis – sehr bald merken, weil in diesem Bereich der minimal Fähigkeit von Rechercheschnittstellen sind Google und Bing und wer dann noch kommen mag um Ecken besser; mit semantischen und statistischen Methoden auf BigData Basis werden diese alles im OpenAccess Bereich und nicht nur dort strukturell und finanziell letztlich hinwegfegen. Fake news ist heute in aller Munde, fake retrieval wird noch ein grosses Thema werden.
    Eli Pariser hat die Personalisierung schon vor längerer Zeit thematisiert und davor gewarnt, das nur mehr das gefunden wird, was man weiss. Der wesentliche Zweck eines guten Informationssystems ist allerdings Dinge zu finden, die nicht bekannt sind ! Die sog. Entdeckungsrecherche ist am besten Wege vergessen zu werden.
    Wie immer Gesis das Abschalten von Sowiport erklärt und rechtfertigt, in der Retrievalqualität ist das ein klarer Rückschritt. Der Kommentar von Gesis dokumentiert gut, dass man den Sinn und das Wesen eines Rechercheportals nicht mehr kennt bzw. vergessen hat.

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