DGI-Forum Wittenberg „True Fiction: Die Digitalisierung unseres Alltags“


Lade Karte ...

Wann?

24.09.2015 - 26.09.2015
um 14:00 - 12:30

Wo?

Leucorea


„True Fiction: Die Digitalisierung unseres Alltags“

24. – 26. September 2015
Leucorea, Lutherstadt Wittenberg

Programm

Teilnahmegebühren

Anmeldeformular

iwp

Das ‚Internet der Dinge‘ läutet eine neue Ära der fortschreitenden Digitalisierung ein – hin zur vollständigen Verschmelzung von Realität und Virtualität. Auf dem DGI-Forum Wittenberg 2015 soll diese Entwicklung breit und mit Blick auf die drei folgenden Schwerpunkte thematisiert werden:

a) Wie vernetzte Gegenstände unseren Alltag steuern
Die Zahl der Lebensoptimierer wächst täglich, sei es aus Spaß, Interesse oder praktischem Nutzen. So erweitern Hard- und Software nicht länger bloß unsere digitale Wirklichkeit im Internet, sondern beeinflussen unsere täglichen Routinen, im beruflichen und privaten Umfeld, wie z.B. beim Sport, beim Kennenlernen oder in den eigenen vier Wänden. Bleibt die Frage: Wie selbst gesteuert ist unser Alltag, wenn die Zahnbürste das Putzverhalten an die Krankenkasse meldet oder der Kfz-Versicherungstarif von unserem Fahrverhalten abhängt? Die Argumentation ‚Wer sich an die Gesetze hält, braucht nichts zu befürchten‘, mit der die Videoüberwachung gesellschaftsfähig wurde, läuft ins Leere, wenn der häusliche Kühlschrank eine ebensolche meldet und selbstständig Nachschub ordert. Wie autonom, emanzipiert und selbst verantwortet ist unser Leben, wenn ‚die Dinge‘ erwünschtes Verhalten fördern und ihren Gebrauch einfordern? Wer setzt die Normen, wer programmiert und kontrolliert unsere Interaktionen?

b) Zur Bedeutung von Nutzerprofilen
Die Auswertung von Suchanfragen ist ein lange bekanntes Phänomen. Dass große Internet-Konzerne, wie z.B. Google, Apple, Amazon und Facebook diese Daten auswerten, ist legitim und wird allenfalls vom Nutzer mit dem Anerkennen der AGB akzeptiert. Wofür und wie die Daten zu Informationen und Profilen zusammengeführt werden, ist weitgehend ‚Betriebsgeheimnis‘. Entsprechend hinterlässt jeder Nutzer unfreiwillig Spuren im Netz. Andere Spuren legen die Nutzer bereitwillig selbst, indem sie ihr Leben in den Netzwerken organisieren, präsentieren, optimieren. Beide Entwicklungen sind so lange wertneutral, bis sie von einem Dritten wiederum genutzt werden – im Positiven oder Negativen. Wie also beeinflusst unser Informations-Verhalten den realen und virtuellen Alltag? Personalisierte Werbung, virales Marketing, social engineering, automatische Empfehlungen folgen dem Muster ‚Das fanden Sie bislang gut‘ oder ‚Andere Nutzer interessierte auch dies‘ und so sehen wir die Welt mehrfach gefiltert, als Ergebnis unserer bisherigen Präferenzen.

c) Wie wird die fortschreitende Digitalisierung wissenschaftlich begleitet und praktisch gestaltet
Sollen Konsumenten, Bürger und Nutzer nicht bloß Spielbälle großer Konzerne sein, gilt es, die Entwicklungen wissenschaftlich zu begleiten und praktisch zu gestalten. Welche Rolle spielen verschiedene Disziplinen und Professionen dabei und welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich für Informationswissenschaftler und Informationsexperten. Welche Ansätze, Methoden sind vielversprechend und welche Expertise wird benötigt? Wie lassen sich die Entwicklungen durch Information Professionals aufgreifen und entwickeln?

Partner der Veranstaltung sind das Germanistische Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Arbeitskreis Information Magdeburg.

 

Programmkomitee:

Prof. Dr. Matthias Ballod

Julia Greither

Wolfgang Löw

Marlies Ockenfeld