Aktivitäten im Jahr 2018

Bericht von Prof. Dr. Luzian Weisel

Veranstaltungen und Termine

Als zentrale Aktivität in 2018 veranstaltete die DGI-Fachgruppe Bildung und Informationskompetenz im Vorfeld zu den 7. DGI-Praxistagen in Frankfurt am 8.11. unter dem Motto „Künstliche Intelligenz – was kann sie für die Bildung leisten?“ eine öffentliche Sitzung. Ziel war es, im Kreis Interessierter aus Bildungstheorie und Bildungspraxis einen offenen, diskursiven Gedankenaustausch anzuregen. Aus den Impulsbeiträgen von sechs Experten von PwC, dem DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, der Technischen Informationsbibliothek (TIB), dem ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft sowie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurden in der nachfolgenden Diskussion zentrale Eckpunkte und Forderungen destilliert, die im Blick auf das Thema des Wissenschaftsjahres 2019 „Künstliche Intelligenz“ in einem Positionspapier „Im Spannungsfeld von Künstlicher Intelligenz und Bildung – Keine KI ohne IK! skizziert wurden.

Schon traditionell gestaltete sich die Teilnahme am Medienkompetenztag des Stadtmedienzentrums Karlsruhe, der am 1. Februar 2018 im Rahmen der Learntec in den Karlsruher Messehallen stattfand. Unter dem Motto „Die Vorhersage: Heiter bis wolkig … Leben & Lernen im Zeitalter intelligenter Clouds versammelten sich über 300 Lehrer, Schulleiter, schulische Medienberater, Schulamtsleiter und Mitarbeiter auf Landes- oder Kreisebene. In seinem Grußwort kündigte Joachim Frisch, Leiter des Schul- und Sportamtes der Stadt Karlsruhe, erste Maßnahmen im Rahmen des Projektes „IT-moderne Schule: Konzept zur Digitalisierung der Karlsruher Schulen“ an, welches das Stadtparlament im Januar 2018 zur Realisierung „durchgewunken“ hat. Das Investitionsvolumen beträgt hierbei einmalig rund 15 Millionen Euro, verteilt auf fünf Jahre, weiterhin jährlich rund 2,6 Millionen sowie Betriebskosten von knapp 166.000 Euro. Damit wird vor Ort die notwendige Infrastruktur mit Anbindung aller Schulen an das Glasfasernetz geschaffen. Karlsruhe ist damit Vorreiter in Baden-Württemberg und im Bund – in Sachen Digitalpakt Deutschland. Für die Fachgruppe der DGI saß Luzian Weisel als Fachberater in dem von Oberbürgermeister Dr.  Frank Mentrup initiierten Projektbeirat.

Welche Konsequenzen hat der technologische Wandel in Richtung Industrie 4.0 für das Leben in der Zukunft? Der IT-Experte und „Technical Leader Internet of Things and Industrie 4.0“, IBM Deutschland,  Hans-Joachim Köppen, gab einen − reichlich positivistisch gefärbten − Einblick in die „Garküchen des technologischen Wandels“  nicht nur der IBM. Der Erziehungswissenschaftler Olaf-Axel Burow, emeritierter Professor der Universität Kassel, nahm diese Entwicklungen auf und skizzierte in seinem Beitrag „Bildung 2030. Sieben Trends, die die Schule revolutionieren“ Anforderungen an eine Schule der Zukunft. „Erklärvideos und mehr – Das inklusive Unterrichtskonzept Ivi-Education“. Im Vortrag von Marcus von Amsberg, Lehrer aus Hamburg und Gründer von lvi-Education wurde anschaulich  gezeigt, wie Unterricht mithilfe von digitalen und analogen Medien (z. B. Erklärvideos) so gestaltet werden kann, dass Schüler nicht nur konsumieren, sondern selber aktiv und kreativ werden können.

Im Nachlauf zum Medienkompetenztag sowie beim Rundgang durch die Ausstellung gab es die Gelegenheit, mit den Beitragenden sowie mit Anbietern von Lösungen zur wissenschaftlichen und beruflichen Weiterbildung über die Wirksamkeit informationskompetenten Verhaltens (sowie von Aktivitäten der Fachgruppe) ins Gespräch zu kommen.

Unter dem Motto „eQualification 2018 – Lernen und Beruf digital verbinden“ fand Anfang März in Berlin das jährliche Statustreffen der Projekte statt, die im Programm „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ des BMBF gefördert werden oder wurden. Zielgruppen des Programms  sind „Bildungspersonen“ in Firmen und Schulen sowie Multiplikatoren in Verbänden, Kammern, bei Bildungsdienstleistern, Verlagen und der Wissenschaft. Ziele der Förderung sind die Entwicklung von praxisnahen Lehr- und Lernkonzepten, innovativen Anwendungsbeispielen für den Einsatz von digitalen Medien, Konzepte zur Stärkung der Medienkompetenz, branchenübergreifende Einsatzpotenziale und Wege für den Transfer in die Berufsbildung. Anwesend waren in Berlin etwa 400 Personen (2017: 300 Personen), die an den zentralen „Impulsvorträgen“, Podiumsdiskussionen, Workshops (120 min) sowie den sog. Projektlupen (60 min) partizipierten und sich bei der Ausstellung der Förderprojekte präsentierten. Unter dem Hashtag #equalification wurde fleißig – und auch kritisch – getwittert. Via DGI-Twitter-Kennung und in persönlichen Gesprächen äußerte sich auch dieses Jahr wieder die Vertretung der DGI, sobald Fragen der Förderung der Medienkompetenz (präziser: Informationskompetenz!) angesprochen wurden.

Wie in den Vorjahren kooperierte die DGI über Mitglieder der Fachgruppe bei „IK für Wissenschaft und Forschung“ mit dem Leibniz-Forschungsverbund „Open Science“ (ehemals „Science 2.0“). Die Förderung der Informationskompetenz sowie die Vermittlung des Nutzens für Open Science ist ein zentrales fachpolitisches Anliegen und wurde in Gremiensitzungen sowie auf der 5. Open Science Conference im März in Berlin mit zahlreichen Gesprächen transportiert. Ein Tagungsbericht ist in den IWP erschienen.

Auf Einladung der Veranstalter,

  • Stiftung Universität Hildesheim: Institut für Informationswissenschaft & Sprachtechnologie, Prof. Dr. Joachim Griesbaum,
  • Stiftung Universität Hildesheim: Institut für deutsche Sprache und Literatur, Prof. Dr. Elke Montanari,
  • HAW Hamburg: Department Information, Prof. Dr. Dirk Lewandowski,

nahm Herr Weisel für die DGI im Mai an der Veranstaltung  mit dem Titel Förderung von Informationskompetenz in (hoch)schulbezogenen Lernkontexten: Aspekte des Nutzerverhaltens und technisch-strukturelle Faktoren von Informationsmärkten“ teil. Ziel des nicht öffentlichen Workshops mit den 20 Teilnehmenden (Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter, Master-Studierende, Doktoranden, Bibliothekare) aus den Informationswissenschaften, der Wirtschaftsinformatik und Germanistik, von Bibliotheken und Museen, von Leibniz-Einrichtungen sowie von Verbänden war der Informationsaustausch zum Ist-Stand bei der Förderung von Informationskompetenz in Deutschland. Aus der Benennung der Probleme und der Zieldefinition wurden im Laufe der Veranstaltung Maßnahmen und Projektideen destilliert. Für die Fachgruppe der DGI wies Herr Weisel auf die Problematik der fehlenden Begleitung von Forschern in Wissenschaft und Wirtschaft in Sachen Informationskompetenz, aber auch darüber hinausgehend der „data literacy“ – im Blick auf das Forschungsdatenmanagement  – hin.  Die Hochschulstandorte in Deutschland, die den Informationsnachwuchs ausbilden, sollten dringend ihre Curricula entsprechend anreichern und damit auch die Empfehlungen der  Forschungspolitik (z.  B. BMBF,  DFG, WR, HRK, KII, RfII)  annehmen. Zu der Veranstaltung ist ebenfalls in der IWP ein Tagungsbericht erschienen, auf welchen am Ende dieses Dokuments hingewiesen wird.

Politikberatung

Im Namen des DGI-Vorstandes wurde eine Stellungnahme zu einem Diskussionspapier der Europäischen Kommission zu „Fake News and Online Misunderstanding“ abgegeben.

Nachwuchsförderung

2018 fanden – mit einer Ausnahme – keine Besuche der Ausbildungseinrichtungen für den Informationsnachwuchs statt. Dafür wurde am Standort Dieburg im Fachbereich Media im Rahmen dreier Lehrseminare über das akademische Jahr hinweg verstärkt die Rolle und das Engagement der DGI bei der Förderung von Informationskompetenz als wesentliches Element der hochschulischen Ausbildung sowie der beruflichen Weiterbildung akzentuiert. 20 Studierende des Seminarkurses „Informationskompetenz“ nahmen an den o.g. DGI-Praxistagen teil und erstellten als integraler Bestandteil des Informationskompetenz-Kreislaufs und im Rahmen der Erbringung der Kursleistung Praxisberichte.

Auch 2018 unterstützte Herr Weisel die Stiftung Jugend forscht e. V. durch die Jurortätigkeit beim Regionalwettbewerb der Südpfalz in Landau. Problemorientiert erwerben die Jungforscher durch den Umgang mit professionellen Datenbanken Recherche- und Informationskompetenz, eine Qualifikation, die in der heutigen Wissensgesellschaft unverzichtbar ist.

Networking

Mit dem Institut für Informationskompetenz und Informationsinfrastruktur (IKIS) mit Sitz in Wien hat sich ein monatlicher Informations- und Erfahrungsaustausch per Telefon oder Skype etabliert.

Publikation

In unserer Zeitschrift Information – Wissenschaft und Praxis (IWP) wurde auf den IK-Workshop zur Informationskompetenz an der Universität Hildesheim und zu dessen Ergebnissen Bericht erstattet:

Henkel, M. und Weisel, L. (2018). Aspekte des Nutzerverhaltens und technisch-strukturelle Faktoren von Informationsmärkten. Workshop zur Förderung von Informationskompetenz in (hoch) schulbezogenen Lernkontexten am 4. Mai 2018, Universität Hildesheim. IWP, 69(5-6), 293-295. DOI: https://doi.org/10.1515/iwp-2018-0039


Aktivitäten im Jahr 2017

Bericht von Prof. Dr. Luzian Weisel

Anfang 2017 wurde innerhalb der Fachgruppe Bildung und Informationskompetenz eine Community of Practice für Informationskompetenz zur Gründung aufgerufen (Ansprechpartnerin Sylvia Kullmann).

Unter dem Motto „Vom Lernen mit Neuen Medien zum Neuen Lernen mit Medien“ veranstaltete das Stadtmedienzentrum Karlsruhe am 26. Januar 2017 im Rahmen der Learntec 2017 den traditionellen Medienkompetenztag. Anschaulich ging es z. B. beim Vortrag von Professor Frank Thissen Hochschule der Medien Stuttgart zu. Im Tandem mit Valentin Helling von der Alemannenschule Wutöschingen veranschaulichte er die Bedingungen, die für ein erfolgreiches Lernen in der Schule maßgeblich sind. „Kosmetik reicht heute nicht mehr aus, wir müssen vielmehr Schule ganz neu denken“. Im 21. Jahrhundert seien Problemlösungskompetenz, Informationskompetenz, Kreativität, Medienkompetenz, soziale Kompetenzen und eine Art Weltbürgerschaft von zentraler Bedeutung. Herr Weisel nahm in diesem Kontext an weiteren Sitzungen des Projektbeirats „Medienmoderne Schulen in Karlsruhe“ teil.

Unter dem Motto „eQualification 2017 – Lernen und Beruf digital verbinden“ fand in Berlin das jährliche Statustreffen von 90 Projekten statt, die gegenwärtig im Programm „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ des BMBF gefördert werden. Zielgruppen sind „Bildungspersonen“ in Firmen und Schulen sowie Multiplikatoren in Verbänden, Kammern, bei Bildungsdienstleistern, Verlagen und der Wissenschaft. Ziele der Förderung sind die Entwicklung von praxisnahen Lehr- und Lernkonzepten, innovativen Anwendungsbeispielen für den Einsatz von digitalen Medien, Konzepte zur Stärkung der Medienkompetenz, branchenübergreifende Einsatzpotenziale und Wege für den Transfer in die Berufsbildung. Anwesend waren in Berlin etwa 300 Personen, die an den zentralen Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops partizipierten. Unter dem Hashtag #equal17 wurde fleißig – und auch kritisch – getwittert. Via DGI-Twitter-Kennung und in persönlichen Gesprächen äußerte sich die Vertretung der DGI, sobald Fragen der Förderung der Medienkompetenz (präziser: Informationskompetenz!) angesprochen wurden.

Die DGI kooperierte bei „IK für die Wissenschaften“ mit dem Leibniz-Forschungsverbund „Science 2.0“: Die Förderung der Informationskompetenz sowie die Vermittlung des Nutzens für „Science 2.0“ und „Open Science“ ist ein zentrales fachpolitisches Anliegen. Damit konzentrieren wir uns perspektivisch auf die Zielgruppe Wissenschaft und Forschung. Ergebnisse eine Umfrage im Rahmen des Leibniz-Science 2.0 Verbundprojektes „Open Science in der (Hochschul-) Lehre“ zu Open Science und Open Educational Resources in der Lehre wurden auf der „Internationalen Leibniz Open Science Konferenz“ am 21./22. März 2017 in Berlin vorgestellt.

Meeting der Daten-Akademie der Studienstiftung des Deutschen Volkes „Datensouveränität und Datenbesitz“, Karlsruhe, 19. bis 21. Mai 2017: Auf Einladung des Kuratoriumsmitglieds Alfred Schmit und im Austausch mit den jungen Stipendiaten,  mit den Alumni sowie den Referenten konnte Herr Weisel die DGI, die Informations-Kompetenzen und -Aktivitäten vorstellen.

Unter dem Titel „Perspektiven und Potenziale digitaler Medien in der Schule“ bekräftigte baden-württembergische Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, dass das Land „allen Schülerinnen und Schülern während der Schulzeit die Entwicklung der Kompetenzen ermöglichen will, die für einen fachkundigen, verantwortungsvollen und kritischen Umgang mit Medien und Technologien in der digitalen Welt erforderlich sind“. Wie in den Vorjahren nahmen Frau Christa Rahner-Göhring  und Herr Weisel für die DGI die Gelegenheit zum Networking und zur Politikberatung wahr. Sie wiesen auf dem Bildungskongress des Landes in Stuttgart im Oktober 2017 auf die Notwendigkeit der Ausprägung von  Informationskompetenz von Lehrern und Schülern hin.

In 2017 fanden – mit einer Ausnahme – keine Besuche der Ausbildungseinrichtungen für den Informationsnachwuchs statt. Dafür wurde am Standort Dieburg im Fachbereich Media im Rahmen dreier Lehrseminare über das akademische Jahr hinweg die Rolle der Informationskompetenz als wesentliches Element der hochschulischen Ausbildung sowie beruflichen Weiterbildung akzentuiert.

In unserer Zeitschrift Information Wissenschaft und Praxis (IWP) wurde mit zwei Beiträgen die Bilanz der „IK“-Aktivitäten gezogen:

Weisel, L. (2017). Ten years after–Stand und Perspektiven der DGI‑Initiative für Informationskompetenz, Teil 1 – Sachstand. IWP, 68(4), 246-252. DOI: https://doi.org/10.1515/iwp-2017-0058

Weisel, L. (2018). Ten Years after–Stand und Perspektiven der DGI-Initiative für Informationskompetenz, Teil 2 – Perspektiven. IWP, 69(2-3), 121-128. DOI: https://doi.org/10.1515/iwp-2018-0020


 

Aktivitäten im Jahr 2016

Bericht von Dr. Luzian Weisel

Das Kernthema Förderung von Informationskompetenz und Vermittlung des Nutzens der DGI wurde 2016 weiter vorangetrieben. Schwerpunkte bildeten im Berichtszeitraum (Feb. 2016–2017) dabei die Aktivitäten zur Konsolidierung der erreichten Ergebnisse in der Schul- und Berufsbildung sowie die Unterstützung der Lehre an Hochschulen. Zahlreiche Gelegenheiten wurden wahrgenommen, um das zentrale Anliegen der DGI in die Fachöffentlichkeit, die Bildungspolitik sowie in die Presse zu tragen.

Networking und Politikberatung: Auch in diesem Jahr nahmen für die DGI Frau Christa Rahner-Göhring sowie Luzian Weisel am 25.10.2016 beim Bildungskongress 2016: Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter in Stuttgart teil. Medienbildung wurde in Baden-Württemberg ab dem Schuljahr 2016/17 in allen Fächern und Klassenstufen verbindlich. „Wir brauchen ein Landeskonzept für eine kompetenzorientierte digitale Bildung in der Schule“. Mit diesen Worten begrüßte Wolfgang Kraft, Direktor des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ) die 450 Gäste in der Stuttgarter Liederhalle. Volker Schebesta betonte die Bedeutung digitaler Bildung: Der Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport ging auf drei zentrale Punkte im Hinblick auf die Digitalisierung im schulischen Bereich ein: der methodisch-didaktische Umgang in Hinblick auf das Lehren und Lernen mit und über digitale Medien, die angemessene Qualifizierung von Lehrkräften sowie die technische Ausstattung der Schulen. In 8 Praxisforen wurden die Erfahrungen zur technischen Ausstattung von Schulen, dem Basiskurs Medienbildung in der Praxis, Medienbildung in den weiterführenden Schulen oder dem „digitalen Lehreralltag“ ausgetauscht.

Die DGI war am 21.11.2016 mit einem Experten an der 1. Sitzung des Projektbeirats „IT Moderne Schulen in Karlsruhe“ vertreten. Anhand eines „Werkstattberichtes“ des Stadtmedienzentrums wurden die aktuellen Schwerpunkte des Projektes (z. B. Lernen mit mobilen Endgeräten, Schule als Lernumgebung) vorgestellt. Es zeigte sich, dass Barrieren bei der externen Anbindung von Schulen & benötigte Bandbreiten sowie die interne Vernetzung & WLAN Ausstattungen den digitalen Unterricht behindern.

Unter dem Motto „Vom Lernen mit Neuen Medien zum Neuen Lernen mit Medien“ veranstaltete das Stadtmedienzentrum Karlsruhe am 26.01.2017 im Rahmen der Learntec 2017 den traditionellen Medienkompetenztag. Anschaulich ging es z. B. beim Vortrag von Professor Frank Thissen Hochschule der Medien Stuttgart zu. Im Tandem mit Valentin Helling von der Alemannenschule Wutöschingen veranschaulichte er die Bedingungen, die für ein erfolgreiches Lernen in der Schule maßgeblich sind. „Kosmetik reicht heute nicht mehr aus, wir müssen vielmehr Schule ganz neu denken“. Im 21. Jahrhundert seien Problemlösungskompetenz, Informationskompetenz, Kreativität, Medienkompetenz, soziale Kompetenzen und eine Art Weltbürgerschaft von zentraler Bedeutung (Bild 1).

Bild 1 (Copyright Luzian Weisel)

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Studieneinheit Informationskompetenz an der Universität Regensburg luden die Lehrstühle für Medieninformatik und Informationswissenschaft vom Institut für Information und Medien, Sprache und Kultur (I:IMSK) und die Universitätsbibliothek Regensburg im November 2016 zur Festtagung in die Zentralbibliothek der Universität Regensburg ein. Auf Einladung der Veranstalter betonte Luzian Weisel für die DGI in seinem Grußwort (Bild 2) die Notwendigkeit, bewährte Konzepte der Förderung von Informationskompetenz auf die Lehre, das Lernen, die Wissenschaft und die Lehrerausbildung zu übertragen. Notwendig dazu ist die Forschung am Konzept „Information Behaviour“, man stehe noch ganz am Anfang. „Regensburg“ leiste mit seiner Forschung und der Studieneinheit Informationskompetenz einen unverzichtbaren Beitrag. Im Anschluss wurde in fünf Vorträgen Informationskompetenz sowohl aus der bibliothekarischen Praxis als auch als zentraler Forschungsgegenstand der Informationswissenschaft und Medieninformatik beleuchtet.

Bild 2 (Copyright „blende11 Fotografen“)

Unter dem Motto „eQualification 2017 – Lernen und Beruf digital verbinden“ fand in Berlin das jährliche Statustreffen von 90 Projekten statt, die gegenwärtig im Programm „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ des BMBF gefördert werden. Zielgruppen sind „Bildungspersonen“ in Firmen und Schulen sowie Multiplikatoren in Verbänden, Kammern, bei Bildungsdienstleistern, Verlagen und der Wissenschaft. Ziele der Förderung sind die Entwicklung von praxisnahen Lehr- und Lernkonzepten, innovativen Anwendungsbeispielen für den Einsatz von digitalen Medien, Konzepte zur Stärkung der Medienkompetenz, branchenübergreifende Einsatzpotenziale und Wege für den Transfer in die Berufsbildung. Anwesend waren in Berlin etwa 300 Personen, die an den zentralen Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops partizipierten. Unter dem Hashtag #equal17 wurde fleißig – und auch kritisch – getwittert. Via DGI-Twitter-Kennung und in persönlichen Gesprächen äußerte sich die Vertretung der DGI, sobald Fragen der Förderung der Medienkompetenz (präziser: Informationskompetenz!) angesprochen wurden.

Facharbeit: Die DGI kooperiert bei „IK für die Wissenschaften“ mit dem Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0: Die Förderung der Informationskompetenz sowie die Vermittlung des Nutzens für „Science 2.0“ und „Open Science“ ist ein zentrales fachpolitisches Anliegen. Damit konzentrieren wir uns perspektivisch auf die Zielgruppe Wissenschaft und Forschung. Es läuft eine Umfrage im Rahmen des Leibniz-Science 2.0 Verbundprojektes Open Science in der (Hochschul-) Lehre zu Open Science und Open Educational Resources in der Lehre. Ergebnisse werden auf der „Internationalen Leibniz Open Science Konferenz“ am 21./22. März 2017 in Berlin vorgestellt. Vorarbeiten dazu sind dokumentiert auf dem Poster „Science 2.0 & Open Science in Higher Education“, welches bei der „International Science 2.0 Conference“ im Mai 2016 in Köln präsentiert wurde.

In den Empfehlungen Leistungen aus Vielfalt zum Management von Forschungsdaten vom Mai 2016 schlägt der Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) vor, eine Nationale Forschungsdaten-Infrastruktur zu gründen und die digitale Kompetenz junger Forscher zu stärken. Diese und andere Empfehlungen hat der RfII an Bund und Länder übergeben. Im Anhang A, 2.18 finden sich dabei konkrete Aussagen zur Informationskompetenz.

Nachwuchsförderung: Die regelmäßigen Besuche an den Ausbildungseinrichtungen wurden in 2016 fortgesetzt. In Vorträgen für Studierende in Düsseldorf, Leipzig und Regensburg, sowie dem IK-Lehrseminar an der Hochschule Darmstadt, wurde die Rolle von Informationskompetenz als wesentliches Element des lebensbegleitenden Lernens, als zentrales Element guter wissenschaftlicher Praxis sowie als Basis von Innovation in der Forschung behandelt. Herr Weisel wies in den Gesprächen mit den Lehrenden und Forschenden vor Ort auf die Notwendigkeit (und die Chancen) der Fortschreibung der Curricula für Informationskompetenz in Theorie und Praxis hin. Der Kontakt mit den Vorsitzenden der KIBA, der Ausbildungssektion der DGI, Frau Prof. Schade, HAW Hamburg sowie Prof. Neher, FH Potsdam, wurde intensiviert.

Internationales: Anfangs Oktober 2016 trafen sich in Zürich/CH Vertreter des Strategiekreises Informatik i-12 (Bild 3). Ihm gehören neben der DGI weitere Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an, die zusammen ca. 60.000 Mitglieder repräsentieren. Der Strategiekreis beschäftigt sich mit allen Themen der Informatik und ihrer Anwendungen, angefangen von der Forschung über die Anwendungsentwicklung und die Infrastrukturtechnik bis hin zum Einfluss der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Gesellschaft und daraus resultierender politischer Aufgabestellungen. Länger diskutiert wurde insbesondere die Informatikausbildung an der Schule, die gefördert werden und Teil der Hochschulreife werden soll. In diesem Kontext flossen die Erfahrungen der DGI und der Fachgruppe zur Informationskompetenz in der Bildung in die Überlegungen ein. Verstärkt wurden in 2016 der Erfahrungsaustausch und die Kooperation beim Thema Informationskompetenz mit unserem österreichischen Partnerverband ÖGDI.

Bild 3 (Copyright „i12“)

Zum Stand und den Perspektiven der Arbeit der Fachgruppe: In 2016 fand keine Präsenzsitzung der Fachgruppe statt. Der fachliche Austausch erfolgte über Email-Kontakte sowie Gespräche auf Fachtagungen. Für das Jahr 2017 lädt der DGI-Vorstand alle Interessierten ein, Teil der im Januar 2017 gegründeten Community of Practise (CoP) Informationskompetenz zu werden.

Mit dem Konzept „Projektwoche Informationskompetenz für Schüler – Relevanz beurteilen – Meinungen erkennen, Absichten verstehen, eigene Urteile bilden“ reagiert die DGI z. B. auf die aktuelle Diskussion über den möglichen Einfluss von Fake News und postfaktischen Behauptungen auf individuelle Wahlentscheidungen. Fragen der Informationskompetenz sind in jüngster Zeit wieder verstärkt in den Fokus der (öffentlichen) Wahrnehmung gerückt. Dabei liegt das Augenmerk auf Fähigkeiten zum Erkennen von falschen Informationen und ihren Quellen, zum kritischen Umgang mit (digitalen) Informationslieferanten aller Art und der Informationsbeschaffung, -nutzung und -wirkung im alltäglichen Leben.

Aktivitäten 2009–2015