Programm

Sie finden nun alle Beiträge des DGI-Forums Wittenberg 2019 auf Youtube unter: https://www.youtube.com/watch?v=AiOCvTzZe8c&list=PLt72tYSMCjRsAXmooyEx3Z7a76s6iwja8

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 16. September 2019
14:00Torsten Zugehör, Oberbürgermeister der Lutherstadt Wittenberg
Grußwort
14:15Marlies Ockenfeld, DGI Frankfurt am Main,
Prof. Dr. Matthias Ballod, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Ermächtigung oder Entmündigung durch KI in der Bildung
14:45Stefan Holtel, PwC Wirtschaftsprüfungsgesellschaft München,
Nicht für die Schule, sondern für die Digitalisierung lernen wir. Aber wie?
Impulsvortrag zur Einführung in das Tagungsthema
15:30Prof. Dr. Matthias Hagen, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
KI-basierte Paraphrasierung zur Textverdichtung
Zusammenfassung:
Automatisches Textparaphrasieren bedeutet die Sinnerhaltende Umformulierung eines von Menschen geschriebenen Textes, so dass der algorithmisch erzeugte Ergebnistext bestimmte vorgegebene Eigenschaften besitzt. Vortragsbeispiele solcher Eigenschaften zur Demonstration der KI-basierten Paraphrasierungstechnologie werden das „Einbauen“ eines Akrostichons in einen gegebenen Text oder die Verschleierung der Autorenschaft eines gegebenen Texts sein. Im Anschluss wird in einem Ausblick auch die Verbesserung der Vorlesbarkeit oder der Verständlichkeit eines Textes durch KI-basierte Paraphrasierung beleuchtet — beispielsweise für die Wiedergabe von Nachrichten durch sprachbasierte persönliche Assistenten oder die Anpassung eines Textes an verschiedene Bildungsgrade auf Leserseite.
16:00Kaffeepause
16:30Prof. Dr. Jutta Bertram, FH Hannover
KI-Kompetenz praktisch
Zusammenfassung:
Es geht um eine Annäherung an Künstliche Intelligenz im Quizformat. Verbreitete Roboter kommen dabei ebenso zur Sprache wie die Befindlichkeiten der deutschen Bevölkerung in Sachen KI. Weiterhin sind Personen, Programme und Ereignisse, die die Entwicklung der KI geprägt haben, Gegenstand von Quizfragen. Auch Schlüsselbegriffe und Anwendungsgebiete werden thematisiert.
17:00Prof. Dr. Jörn Loviscach, FH Bielefeld
Lehren und Lernen im Zeitalter der Digitalisierung
Zusammenfassung:
Die Institutionen des Bildungssystems scheinen ein gefundenes Fressen für die Digitalisierung und insbesondere für die KI zu sein: standardisierte Inhalte, massenhafte Daten über das zu Lehrende (man denke etwa an YouTube und an Wikipedia) und bald auch massenhafte Daten über das Gelernte, etwa in Form von Quiz-Ergebnissen. Doch nach den bisherigen vermeintlichen Tsunamis im Bildungssystem stellt sich die Frage, ob auch die neuerliche Revolution verebben wird. Ein Grundproblem der Ansätze ist ihr Start-up-typischer „Solutionismus“ (Morozov): Sie verkennen, worum es überhaupt unter der Oberfläche geht. Man versucht, das zu optimieren, was man messen kann, was aber oft nicht zielführend ist. Der Nichterfolg artet sogar in noch kontraproduktiveren technischen Maßnahmen aus, etwa der videobasierten Aufmerksamkeitskontrolle oder dem Versuch einer Verhaltensmodifikation durch „Nudging“.
17:30Kurzpräsentationen aktueller Projekte:

Prof. Dr. Joachim Griesbaum, Universität Hildesheim
Zukunftsdiskurse – Informationskompetenz und Demokratie (IDE):
Bürger, Suchverfahren und Analyse-Algorithmen in der politischen Meinungsbildung

Zusammenfassung:
Informationen zu suchen, zu finden fällt heute sehr leicht, aber ein müheloser Informationszugriff ist nicht gleichzusetzen mit einem selbstbestimmten und fundierten Umgang mit Wissen. Algorithmengesteuerte Informationsbeschaffung und -bereitstellung ist für Nutzerinnen und Nutzer heute schwer zu durchschauen, weder auf Akteursebene, noch hinsichtlich technischer Wirkungsmechanismen. Untersuchungen zur Informationskompetenz weisen auf erhebliche Defizite hin.
Das Projekt Informationskompetenz und Demokratie (IDE) will das Problem stärker bewusst machen. Es soll in der Öffentlichkeit diskutiert und nach Lösungsansätzen gesucht werden. Es gilt, das Thema in der Fachwelt und der Öffentlichkeit als kritische Fragestellung des 21. Jahrhunderts zu positionieren. Hierzu sollen unterschiedliche Akteursgruppen zusammengebracht werden, um ein möglichst umfassendes Bild zum Themenbereich, den wahrgenommenen Problemfeldern und Lösungsperspektiven, insbesondere für den Bildungsbereich, zu erschließen.
Förderhinweis: Das Projekt wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Rahmen der Ausschreibung „Zukunftsdiskurse“ gefördert aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab.

Bettina Gierke, FID BBI Wolfenbüttel
Fachinformationsdienst Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaft
Zusammenfassung:
Im Rahmen des DFG Förderprogramms Fachinformationsdienste (FID), nahm der FID Buch- Bibliotheks- und Informationswissenschaft, eine Kooperation der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und der Universitätsbibliothek Leipzig im Oktober 2017 seine Arbeit auf. Es ist unser Ziel die Spitzenversorgung mit Literatur für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dieser und angrenzenden Disziplinen sicher zu stellen. Um dies zu erreichen, hat der FID BBI im ersten Schritt ein Discovery Tool entwickelt, das die Literaturrecherche vereinfachen und fokussieren soll. Als Grundlage dafür dient die Open-Source-Software VuFind. Diese wird nach unseren Vorgaben verändert, um ein passgenaues Suchsystem für den FID zu erarbeiten. Eine Herausforderung für den FID BBI ist die Auswertung unterschiedlichster Datenquellen, um einen umfassenden, aber selektierten Katalog präsentieren zu können, denn die Themengebiete des FID Buch- Bibliotheks- und Informationswissenschaft sind sehr weit gefächert. Das Portal bietet einen schnellen Rechercheeinstieg. Es ist aber auch möglich komplexere Suchanfragen zu stellen.

18:15Stadtführung
 17. September 2019
9:00Prof. Dr. Matthias Ballod, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,
Stefanie Klein, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Didaktik statt Technik—Ergebnisse der DGI-Umfrage zu KI in der Bildung
9:45Dr. Fabian Zehner, DIPF Frankfurt am Main
PISA-Textantworten automatisch auswerten
Zusammenfassung:
Aus dem Methodenrepertoire der Forschung zu künstlicher Intelligenz nimmt natürliche Sprachverarbeitung im Bildungskontext eine besonders zentrale Rolle ein. Einerseits da Sprache als primäres Vermittlungsmedium im Lernprozess dient, andererseits weil sich viele soziale Interaktionsprozesse sowohl zwischen Lehrkraft und Lernenden als auch zwischen den Lernenden in Sprachäußerungen abbilden. Während einige Erwartungen an künstliche Intelligenz populistisch überzogen sind, beleuchtet dieser Fachbeitrag die Grenzen des aktuellen KI-Paradigmas und beleuchtet zudem vielversprechende Innovationen rund um die PISA-Studie durch die Anwendung natürlicher Sprachverarbeitung. In deren Tests müssen Schülerinnen und Schüler teilweise offene Kurztextantworten geben, um Fragestellungen zu lösen, die traditionell von Menschen ausgewertet werden mussten. Der Beitrag skizziert die Software ReCo (Automatic Text Response Coder), die die Textantworten automatisch gemäß der enthaltenen Semantik gruppieren und bewerten kann. Über die automatische Bewertung hinausgehend zeigen weitere Anwendungsbeispiele, wie natürliches Sprachverarbeiten großes Innovationspotential für den Bildungssektor aufweist, indem es die Automatisierung personalisiert adaptiven Lernens in authentischen, sprachvermittelten Instruktionssettings ermöglicht. So kann ReCo etwa identifizieren, zu welchen Anteilen Antworten die Informationen aus Frage und zu lesendem Text lediglich paraphrasieren oder andererseits eigenes Weltwissen beinhalten und wie relevant die Informationen zur Lösung sind. Auf diese Weise konnten zum Beispiel die unterschiedlichen Leistungsmittel zwischen Jungen und Mädchen im PISA-Lesetest beleuchtet werden.
10:30Kaffeepause
11:00Prof. Dr. Jutta Bertram, FH Hannover
KI-Kompetenz praktisch
Zusammenfassung:
Es geht um eine Annäherung an Künstliche Intelligenz im Quizformat. Verbreitete Roboter kommen dabei ebenso zur Sprache wie die Befindlichkeiten der deutschen Bevölkerung in Sachen KI. Weiterhin sind Personen, Programme und Ereignisse, die die Entwicklung der KI geprägt haben, Gegenstand von Quizfragen. Auch Schlüsselbegriffe und Anwendungsgebiete werden thematisiert.
11:30 M. Sc. Inga Kampmann, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Semantische Domänenmodellierung mit T-MITOCAR-Artemis. Ein heuristischer und epistemologischer Ansatz zur Modellierung der Wissensdomäne Bildungswissenschaften
Zusammenfassung:
Die Modellierung von Domänen, deren Wissen sich schnell verändert, ist wegen des großen Aufwandes ständiger Anpassungen eine Herausforderung für ontologische Ansätze. Wir stellen eine technische Lösung für epistemologische Domänenmodellierung anhand der akademischen Domäne der Bildungswissenschaften vor.
In dem Projekt wird das validierte Textanalyseprogramm T-MITOCAR eingesetzt, welches der Identifikation von assoziativen Repräsentationen in Texten dient.Bei der computerlinguistischen Analyse mittels T-MITOCAR (Text-Model Inspection Trace ofConcepts and Relations) wird natürliche Sprache analysiert, graphentheoretisch aufbereitet und als Landkarte des Wissens bereitgestellt. Ziel dabei ist es, eine adäquate Re-Repräsentationen menschlichen Wissens bereitzustellen, mit denen Menschen auf natürliche Weise interagieren können.
Das Werkzeug ist damit theoretisch in der Forschung zu menschlicher mentaler Modellbildung eingebettet. Die Erweiterung Artemis stellt verschiedene Methoden bereit, um Wissenskarten ganzer Textkorpora zu einer Wissensdomänenlandkarte zu aggregieren. Mittels dieser Werkzeuge kann eine ganze Domäne innerhalb weniger Minuten auf den neuesten Stand gebracht werden.
Die resultierenden Modelle, für so schnell veränderliche Domänen wie die der Hochschullehre und Forschung, sollten die Wissensbasis liefern können, die zum Beispiel für die automatisierte Unterstützung individueller Mentoringprozesse notwendig ist.
Neben einigen weiteren Anwendungsfeldern, bietet T-MITOCAR Artemis die Möglichkeit, Modelle aus individuellen Texten in der Domäne zu verorten, inhaltliche und strukturelle Vergleiche zwischen Texten von Novizen und Experten anzustellen, oder zwischen Texten unterschiedlicher Lerner, sowie zwischen Teilen der Domäne und auch zwischen Texten derselben AutorInnen zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
12:00Dr. Olivetta Gentilin, Liceo Statale Vicenza Italien
KI in der Schule: Digitale Lehrkonzepte und
Anwendungsbeispiele für den Fremdsprachenunterricht

Zusammenfassung:
Mit „Künstlicher Intelligenz“ bezeichnet man Technologien, die man einsetzt, um Computer Probleme bearbeiten zu lassen. Der Terminus erklärt sich daraus, dass es sich dabei um Probleme handelt, die in den Anfängen der Informatik nicht von Computern bearbeitet werden konnten, sondern Menschen vorbehalten waren. In diesem Beitrag geht es in diesem Sinne um eine Methode zum Verständnis literarischer Texte mit Hilfe von maschinell erstellten Analysemodellen. Der Beitrag beschreibt die Methode und reflektiert darüber.
Digitalisierung durchdringt jeden Bereich des Alltags und ist deswegen zur gesellschaftlichen Herausforderung geworden. Daraus werden auch bildungspolitische Konzepte abgeleitet. Vom Europarat wird digitale Kompetenz als „keycompetence“ betrachtet, die jeder europäische Bürger zu erlangen hat, um in der Gesellschaft erfolgreich zu sein. Parallel dazu wachsen in den Bildungs- und Forschungsinstituten die Initiativen zur Förderung von MINT-Fächern, während das Interesse an Geisteswissenschaften schwindet. Mit diesem schwindenden Interesse würde die Künstliche Intelligenz aber einen essentiellen Aspekt verlieren. Digitale Ansätze für die Behandlung von Texten im Fremdsprachenunterricht können dabei helfen, weitere Zugänge zu technologischen Fertigkeiten und zur Literaturwissenschaft zu schaffen und den Abstand zwischen beiden Feldern zu reduzieren. Die Untersuchung bearbeitet folgende Fragestellungen:
– Welche Lesetechniken bzw. welche neuen Formen der Textbeobachtung werden durch das Einsetzen digitaler Mittel gefordert und gefördert?
– Zu welchen Ergebnissen für die Textanalyse kann die beschriebene Methode führen?
In einem ersten Schritt wird ausgehend von den Ausführungen Morettis die Frage nach den alternativen Lesetechniken beantwortet. Mit dem Begriff Distant Reading beschreibt Franco Moretti eine neue Form des Textwissens, wobei das Abstandnehmen vom Text durch digitale Techniken zur Entdeckung von Formen, Modellen, Textbeziehungen und somit zu konkreten Ergebnissen für den Interpreten führt.
Im zweiten Teil werden konkrete Beispiele aus der Unterrichtspraxis gezeigt. Analysiert wird das erste Kapitel des Romans Effi Briest, der zum Kanon der Schullektüre gehört. Das methodologische Verfahren lehnt sich an das Media Literacy Design an: access, analyze, create, reflect, act. Der Einsatz des Instrumentariums für die Analyse basiert auf theoretischen Vorüberlegungen. Dementsprechend wird nicht nur nach der syntaktischen und pragmatischen Dimension der einzelnen Wörter gefragt, sondern auch darüber reflektiert, warum es bestimmte Kombinationen gibt, warum sie eine solche Gestalt haben, wie, wie oft und an welchen Textstellen sie eingesetzt werden.
Des Weiteren wird gezeigt, welche Kompetenzen Sprachlernende durch die Arbeit mit digitalen Methoden entwickeln können. Im Sinne der New Literacies und Media Education werden in einem multimedialen System Kompetenzen verlangt, die man mit einem erweiterten Kompetenzbegriff fasst. Dieser Begriff umfasst außer linguistischen auch visuelle Kompetenzen (Visual Literacy), sowie die Fähigkeiten, Gedanken oder Argumentationen zielgerecht auszudrücken (Personal Literacy), Informationen zu erforschen und zu evaluieren (Information Literacy), und schließlich Interaktionsfähigkeiten. Das Interagieren mit digitalen Medien fördert Flexibilität und Selbständigkeit des Lernprozesses.
12:30Mittagspause
14:00[D-3]-Projekt-Team in Kooperation mit Prof. Dr. Matthias Ballod
Workshop des D-3-Projekts: Wer entscheidet, welche Nachrichten mich interessieren?
Zusammenfassung:
Tagesschau, Lokalzeitung oder Wochenmagazin waren die längste Zeit Nachrichtenmonopole. Tagesaktuelle Nachrichten und Informationen verbreiten sich über das Internet und in sozialen Medien sekundenschnell, ungefiltert oder tendenziös gefärbt. Die Entscheidung dabei, welche Informationen relevant sind, welche nicht, werden dabei nicht mehr von Menschen, sondern von Algorithmen getroffen.
Verschiedene Anwendungen ermöglichen es, nach personalisierbaren Voreinstellungen Quellen vollautomatisch zu sichten. Dazu gehören z.B. Google News, Flipboard, Facebook Newsfeed. Trotz verschiedenster Slogans, App-Designs und Quellcodes haben diese Dienste ein gemeinsames Problem: Die Nachrichtenauswahlorientiert sich an ‚eigenen‘ Überzeugungen und bestärken diese entsprechend (Filterblase). Anderseits werden Extrempositionen bevorzugt, weil diesen von Algorithmen automatisch ‚hohe Relevanz‘ zugesprochen wird. Eine Alternative versprechen Dienste wie Apple News oder Piqd: Hier entscheiden nicht Klickzahlen, sondern ein Team echter Menschen über die Relevanz, nicht unähnlich einer traditionellen Redaktion.
Im Workshop werden verschiedene Apps ausprobiert und diskutiert. Unter Rückbezug auf journalistische, politische und pädagogische Prinzipien sowie markt- und Technik-Mechanismen wird gezeigt, wie sich Nachrichten verbreiten (lassen).
16:00Kaffeepause
16:30Dr. Jürgen Buder, Leibniz-Institut für Wissensmedien Tübingen
Wieviel Mensch steckt in der Maschine?
Zusammenfassung:
In diesem Beitrag werde ich aus sozial- und kognitionspsychologischer Sicht den Stand der Forschung zu der Frage beschreiben, inwieweit Computer derzeit ein menschenähnliches Verhalten zeigen (können). Im ersten Teil werde ich diskutieren, wie gut Computer in der Lage sind, menschliches oder menschenähnliches Verhalten zu simulieren. Dabei werde ich Bereiche aufzeigen, in denen simuliertes Verhalten zu wenig menschenähnlich ist (z.B. bei Dialogen), aber auch Bereiche, in denen es zu menschenähnlich ist (z.B. bei der Generierung von Empfehlungen). Im zweiten Teil werde ich dann aufzeigen, wie realistisch (oder besser: wie wenig realistisch) das Verhalten von Computern sein muss, um beim Menschen soziales Verhalten auszulösen. Der Vortrag schließt mit einer Liste von Eigenschaften, die dazu führen, dass Maschinen als menschenähnlich wahrgenommen werden.
17:15Prof. Dr. Isabell Otto, Universität Konstanz
Digitale Kompetenzen für Studierende aller Fachrichtungen.
Der Advanced Data and Information Literacy Track an der Universität Konstanz

Zusammenfassung:
Die Universität Konstanz verfolgt im Zuge ihres in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder erfolgreichen Konzeptes creative.together eine enge Verbindung von Forschung und Lehre. Eine entscheidende Rolle spielen hierbei Herausforderungen der Digitalisierung, die sich besonders im Thema der Künstlichen Intelligenz spiegeln und verdichten. Die Frage, wie Forschende und Studierende digitale Kompetenzen vertiefen und weiterentwickeln können ist hierfür zentral: In diesem Zusammenhang entsteht aktuell der fächerübergreifende Advanced Data and Information Literacy Track, der studienbegleitend die Bachelor- und Masterausbildung ergänzen soll. Studierende werden durch die Vermittlung von Methoden- und Reflexionskompetenzen der Informatik und der Datenanalyse für einen Arbeitsmarkt vorbereitet, der zunehmend von den Möglichkeiten aber auch den Zumutungen digital vernetzter Medien geprägt ist. Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit, sich als Nachwuchswissenschaftler*innen zu qualifizieren, die eng in die Forschungsverbünde der Universität Konstanz eingebunden sind. Der Kurzvortrag stellt die Kernkonzepte und den aktuellen Planungsstand des Advanced Data and Information Literacy Track vor.
18:30Gesellschaftsabend des DGI-Forums
 18. September 2019
9:00Dr. Sue-Ann Bäsler, Dr. Felix Sasaki, Cornelsen Verlag Berlin
KI – Herausforderungen und Chancen für die Gestaltung von Bildungsmedien
Zusammenfassung
Das Thema KI stellt Verlage für Bildungsmedien vor besondere Herausforderungen, die auf verschiedenen Ebenen zu betrachten sind: Curricular, Produktentwicklung, Datenverwertung. Andererseits bietet KI auch viele Möglichkeiten bspw. für das Arrangieren von adaptiven Lerngelegenheiten oder dem effizienteren Nutzen von Inhalten bei der Erstellung von Bildungsmedien. Der Impulsvortrag soll einige Einblicke in diese Themen geben.
9:30Petra Wagner, GENIOS München
GENIOS Schule
Zusammenfassung
GENIOS SCHULE ist eine Rechercheplattform speziell für Schulen, mit der Lehrer gezielt die Medien- und Informationskompetenz ihrer Schüler fördern können. Durch den Einsatz von GENIOS SCHULE erlernen Schüler die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens und eignen sich einen kompetenten und verantwortungsbewussten Umgang mit Informationen an. Eine Kompetenz, die im digitalen Zeitalter unverzichtbar ist.
10:00Julian Hocker M.A., DIPF Frankfurt am Main
Semantic Wiki – Technologien für die Bildungsforschung
Zusammenfassung:
In dem Vortrag werden die Möglichkeiten von Semantic Web-Technologien in Verbindung mit Wiki-Technologien im Bereich der Bildungsforschung vorgestellt. Dabei wird auf verschiedene Projekte eingegangen, die in den letzten Jahren am DIPF durchgeführt wurden, wie die Anwendung eines Wikis als Virtuelle Forschungsumgebung oder im Bereich des Citizen Science. Als System wurde für die Projekte Semantic MediaWiki mit eigenen Erweiterungen verwendet.
10:30Kaffeepause
11:00Werner Povoden, AKI RP/Eifel
CSPMEDI-plan – Eine App von Patienten für Patienten gemacht
Zusammenfassung
Der derzeitige Wandel im Gesundheitswesen ist vielfältig und bedeutet ganz allgemein die
Verbindung von traditioneller Medizin mit dem dynamischen Voranschreiten digitaler Tech-nologien. Dieser Wandel hat enorme Auswirkungen auf das Gesundheitssystem und ver-spricht dabei viele Chancen. So wird zukünftig vermehrt künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen, die uns dabei behilflich ist, medizinische Informationen so aufzubereiten, dass wir richtige Entscheidungen zu Prozeduren und Behandlungen treffen können. Mit sogenannten Wearables können Körperdaten von Patienten aufgezeichnet werden, unabhängig davon, wo sich die Person befindet. Drahtlose Patientenüberwachung, elektronische Medikamenten-verwaltung mit QR-Code sowie die elektronische Dokumentation und interaktive Patienten-systeme werden bald ebenso normal sein, wie die heutige Nutzung von eMails und Social-Media.
mHealth ist hier das Stichwort. Anwendungen in diesem Segment sind vor allem informati-onslogistische Anwendungen, die Konnektoren zu mobilen Endgeräten zur Verfügung stellen bzw. autonom auf mobilen Endgeräten betrieben werden. Solche Systeme stellen Verbin-dungen zu Server- bzw. Cloud-Systemen her und ermöglichen so die Kommunikation zwi-schen diesen. mHealth ist folglich eine Informationstechnologie, die zusammen mit informa-tionslogistischen Systemen behilflich ist, Gesundheitsdienstleistungen und Patienten zu ver-netzen. So eine Gesundheitsdienstleistung ist die pharmazeutische Betreuung. Diese ist we-der auf einzelne Aufgabengebiete beschränkt, noch fokussiert sie spezielle Patientengrup-pen. Sie ist für alle, unabhängig davon ob sie eine Arzneimitteltherapie in Anspruch nehmen müssen oder nicht, ein essentieller Dienst.
Die App CSPMEDI-Plan enthält einige nicht-triviale technische Herausforderungen. Die App darf keine Daten ungewollt nach außen senden. Der Medikationsplan muss interoperabel mit den PVS- und KIS-Systemen sein und es muss sichergestellt sein, dass beim Import von Medikationsplänen bzw. beim Fotografieren keine unerwünschten Daten gesammelt werden und die App muss die volle Kontrolle über die Daten behalten. Die Datenbank ist deshalb verschlüsselt, so dass nur die App die Daten lesen kann. Weitere Herausforderungen waren die Mehrsprachigkeit, die Offline-Lizenzprüfung und der Datentransfer beim Gerätewechsel.
11:30Open Table: KI, Digitalität, Offenheit – was macht die Schule der Zukunft?
Zusammenfassung
Wie verändern Digitalität, Technologien und Einstellungen unser Lernen und Lehren? Auf welche zukünftigen Herausforderungen müssen Lehrende vorbereitet werden? Wie können wir dazu beitragen, Lernen und Lehren durch digitale Potentiale zu verbessern? Nach zwei Tagen Input aus Wissenschaft und Praxis zum Thema KI und Schule wollen wir allen Teilnehmenden die Möglichkeit geben, relevante Aspekte gemeinsam in kleinen Themenkreisen aufgreifen. Hierbei sollen sich auch Wissenschaft und Praxis näherkommen, um gemeinsame Synergien zu finden, die künftig in DGI-Arbeitskreisen aufgenommen werden können. Eigene Themenanregungen sind willkommen.
12:30Öffentliche Diskussion
Moderation: Prof. Dr. Matthias Ballod
Teilnehmer:
Dr. Stefan Luther, BMBF Berlin
Dr. Sue-Ann Bäsler, Cornelsen Verlag Berlin
Dr. Olivetta Gentilin, Liceo Statale Vicenza Italien
Prof. Dr. Günther Neher, FH Potsdam und KIBA
13.40Imbiss
Ende der Veranstaltung
14:00Mitgliederversammlung der DGI
Zur Teilnahme an der Mitgliederversammlung sind alle Mitglieder der DGI eingeladen, unabhängig davon, ob sie zuvor an der Tagung teilgenommen haben oder nicht.

 

 

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