Was automatisiert werden kann, wird automatisiert werden. Das gilt auch für die Arbeitsprozesse der traditionellen Dokumentation, der Erschließung von Medien aller Art. Verfahren der künstlichen Intelligenz erlauben bereits die Gesichtserkennung und die Identifizierung von Sehenswürdigkeiten oder Gegenständen auf digitalen Fotos oder Videos. Text Mining, verknüpft mit mehrsprachigen Wörterbüchern und Ontologien, kann den Informationsgehalt aus Veröffentlichungen extrahieren und ihn für die Benutzung in allen gängigen Sprachen zur Verfügung stellen. Free Summarizer stehen jedermann zur Verfügung, um selbstständig Zusammenfassungen beliebiger Texte zu erzeugen. Die DGI-Praxistage stellen einsetzbare Lösungen vor und lassen Anwender zu Wort kommen. Wir wollen klären, wie sich die Arbeit der Information Professionals verändert, wenn Algorithmen herkömmliche dokumentarische Arbeiten übernehmen, - und welche Anforderungen dies an die künftige Arbeit und die natürliche Intelligenz stellt.

Programm

 8. November 2018
10:00 UhrBegrüßung und Eröffnung
Marlies Ockenfeld, Präsidentin der DGI
10:15–13:00 UhrWorkshop zum FID Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaft
Wünsche und Anregungen der Informationswissenschaft an den FID
10:15 – 13:00 UhrÖffentliche Sitzung des Arbeitskreises Bildung und Informationskompetenz

Zusammenfassung: Der Arbeitskreis Bildung und Informationskompetenz der DGI wurde 2005 gegründet und geht aus der früheren GIB Gesellschaft Information Bildung e.V. hervor. Er führt ihre Aktivitäten inzwischen mit direkter Unterstützung durch einen Auftrag des DGI-Vorstandes aus, der damit diesem Aufgabenfeld eine besondere strategische Bedeutung für die DGI zugewiesen hat.
Informationskompetenz ist die Schlüsselqualifikation der modernen Informationsgesellschaft mit dem Rang einer vierten Kulturtechnik. Eine frühzeitige Vermittlung tragfähiger Konzepte durch Informationsfachleute, die Entfaltung der Informationskompetenz in der Schul- und Berufsbildung, sowie der Transfer der Kenntnisse in die Gesellschaft sind – aus Sicht der Informationsexperten der DGI – für eine erfolgreiche Berufskarriere und die informationelle Selbstbestimmung der Bürger in Deutschland unverzichtbar. Der Erwerb dieser Fähigkeit ist die Basiskompetenz für jeden mündigen Menschen in einem demokratischen Gemeinwesen. Die Sensibilisierung junger Bürger ist Voraussetzung für die Achtung demokratischer und ethischer Werte im Zeitalter allgegenwärtiger IKT.
13:00 – 14:00 UhrMittagspause
14:00 – 16:00 UhrÖffentliche Sitzung des Arbeitskreises Bildung und Informationskompetenz
14:00 – 16:00 UhrÖffentliche Sitzung des Arbeitskreises Terminologie und Sprachfragen (AKTS)
ca. 16:30 – 19:00 UhrDGI-Mitgliederversammlung 2018
ab ca. 19:00 UhrRundgang durch die neue Altstadt Frankfurts (Selbstzahler)

DGI-Stammtisch, Get-Together, offen für alle Interessierten im Cucina della Grazie (Selbstzahler)
 9. November 2018
10:00–10:15 UhrEröffnung und Begrüßung
10:15–10:55 UhrProf. Dr. Harald Sack (FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur und Karlsruher Institut für Technologie (KIT))

Ich sehe was, was Du nicht siehst – Aktuelle Möglichkeiten und Grenzen der Künstlichen Intelligenz
10:55 – 11:25 UhrN.N. (angefragt)

Die Angebote des Forschungsdaten- und Servicezentrums der Deutschen Bundesbank

Makroökonomische Zeitreihen und Mikrodaten für die Forschung
11:25 – 11:45 UhrKaffeepause
11:45 – 12:15 UhrDr. Andreas Oskar Kempf (Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft)

Maschinelle Indexierung in den Wirtschaftswissenschaften
Zum praktischen Einsatz automatisierter Erschließungsverfahren und ihre Auswirkungen auf das Thesaurusmanagement


Zusammenfassung: Der Anteil an Literatur, die maschinell inhaltlich erschlossen wird, wächst. Neben der Deutschen Nationalbibliothek und anderen Bibliotheken hat sich auch die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft dazu entschieden, parallel zur intellektuellen Indexierung vollautomatische Verfahren einzusetzen. Für die Sacherschließung mit einem kontrollierten Vokabular, im Fall der ZBW mit dem Standard-Thesaurus Wirtschaft (STW) wirft dies zahlreiche grundsätzliche Fragen auf. Dies betrifft zum einen mögliche Anpassungen bei der Thesauruskonzeption aufgrund neuer Zusatzanforderungen. Zum anderen umfasst dies die Organisationsform der Thesaurusarbeit, die in Hinblick auf die Einbindung automatischer Verfahren bei der Erschließung in den einschlägigen Standards (DIN 1463, ISO 25964) nur wenig thematisiert wird.
Der Beitrag führt in den übergeordneten Kontext und in die Konzeption des Projekts automatische Indexierung an der ZBW ein. Anschließend wird ein Einblick in die sich wandelnde Fachreferatsarbeit sowie die praktische Einbeziehung des STW bei der automatischen Erschließung gegeben. Nach einer kurzen Darstellung der regulären Redaktionsarbeit, die u.a. das Ziel verfolgt, die Interoperabilität des Vokabulars weiter auszubauen, werden unterschiedliche Strategien aufgeführt, um bei der Weiterentwicklung des Thesaurus den zunehmenden Anteil an automatisch erschlossenen Titeln zu berücksichtigen.
12:15 – 12:45 UhrDr. Hidir Aras (FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur)

Analyse großer Datenmengen aus Patentinformationen mittels Workflows und Big Data-Technologien

Zusammenfassung: Der Siegeszug maschineller Lernverfahren sowohl in der Forschung als auch im Rahmen von speziellen industriellen Anwendungen wie der Gesichtserkennung, des automatisierten Fahrens oder in der Dialog- und Spracherkennung schreitet unaufhaltsam voran. Inzwischen gibt es keinen Bereich und kein Forschungsgebiet das durch KI-basierte Technologien nicht entscheidend geprägt wird. Damit ist auch ein immenser Einfluss auf unsere Ausbildung und unsere Arbeitswelt verbunden, welche verstärkt von intelligenten Systemen geprägt ist, und sowohl die Forschung als auch die Anwendung und den Umgang damit entscheidend transformiert. Dadurch gewinnen Lernumgebungen für „Data Science“ zum Erlernen und Erproben von neuen KI-Methoden sowohl aus wirtschaftlicher als auch technologischer Sicht an großer Bedeutung. Im TDMLab-Projekt wurde eine Big-Data-Plattform zur praxisnahen Erprobung und zum Erlernen neuer Methoden des Text- und Data-Mining (TDM) mit großen Datenmengen realisiert, welche im Rahmen der wissenschaftlichen Weiterbildung, z.B. von Informationsspezialisten, eingesetzt werden kann. Neben dem Aufbau der verteilten technischen Infrastruktur der Plattform, stand die Aufbereitung und die Integration komplexer technisch-wissenschaftlicher Informationen wie z.B. von Patenten, die Analyse und die Interaktion mit großen Datenmengen für unterschiedliche Such- und Analyseszenarien im Vordergrund. Im Vortrag wird ein Überblick über die wesentlichen Ziele und Ergebnisse des Forschungsprojekts gegeben und mögliche künftige Fragestellungen für die angewandte Forschung in diesem Bereich skizziert.
12:45 – 13:45 UhrMittagspause
13:45 – 14:15 UhrManfred Hauer (AGI - Information Management Consultants)

Sind Verfahren der Künstlichen Intelligenz der Traktor des Dienstleistungsgewerbes?
14:15 – 14:45 UhrFrank Busse (Deutsche Nationalbibliothek)

Maschinelle Klassifikation in der Deutschen Nationalbibliothek

Zusammenfassung: Seit 2012 werden in der DNB Verfahren zur maschinellen Klassifikation eingesetzt. Neben der maschinellen Vergabe von DDC-Sachgruppen, wird auch an der maschinellen Vergabe von DDC-Kurznotationen gearbeitet. Wie diese maschinellen Verfahren im Einzelnen arbeiten und welche besonderen Herausforderungen sich bei der Entwicklung der Kurznotationen gestellt haben, ist Teil des Vortrags. Darüber hinaus wird auf die Fragen der zukünftigen Kennzeichnung maschinell vergebener Notationen, die Datenauslieferung und das Qualitätsmanagement eingegangen.
14:45 – 15:15 UhrProf. Dr. Maximilian Eibl (Technische Universität Chemnitz)

KI-basierte automatisierte Erschließung von Filmen (Arbeitstitel)
15:45 – 16:15 UhrN.N.
Automatic Summarizing (angefragt)
16:15 – 16:30 UhrAbschlussdiskussion, Verabschiedung, Ausblick

 

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