Aufgaben und Themen

Der Arbeitskreis Bildung und Informationskompetenz der DGI wurde 2005 gegründet und geht aus der früheren GIB Gesellschaft Information Bildung e.V. hervor. Er führt ihre Aktivitäten inzwischen mit direkter Unterstützung durch einen Auftrag des DGI-Vorstandes aus, der damit diesem Aufgabenfeld eine besondere strategische Bedeutung für die DGI zugewiesen hat.

Informationskompetenz ist die Schlüsselqualifikation der modernen Informationsgesellschaft mit dem Rang einer vierten Kulturtechnik. Eine frühzeitige Vermittlung tragfähiger Konzepte durch Informationsfachleute, die Entfaltung der Informationskompetenz in der Schul- und Berufsbildung, sowie der Transfer der Kenntnisse in die Gesellschaft sind – aus Sicht der Informationsexperten der DGI – für eine erfolgreiche Berufskarriere und die informationelle Selbstbestimmung der Bürger in Deutschland unverzichtbar. Der Erwerb dieser Fähigkeit ist die Basiskompetenz für jeden mündigen Menschen in einem demokratischen Gemeinwesen. Die Sensibilisierung junger Bürger ist Voraussetzung für die Achtung demokratischer und ethischer Werte im Zeitalter allgegenwärtiger IKT.

Mitglieder des Arbeitskreises treffen sich regelmäßig zu Erfahrungsaustauschrunden, haben diverse Kontakte zur Vernetzung der laufenden Aktivitäten (z.B. mit der Kommission des dbv „Bibliothek und Schule“) sowie zur Kooperation bei der Förderung von Projektvorhaben (z.B mit dem Arbeitskreis „Informationskompetenz Unternehmen“) gepflegt. Sie berichten regelmäßig in der Fachöffentlichkeit.

Auf die Initiative des Arbeitskreises gehen zwei Web-Angebote im Rahmen des Portals „Deutscher Bildungsserver“ zurück:

  1. das Subportal „Informationskompetenz in Schulen“ auf dem Deutschen Bildungsserver (DBS)
  2. das Online Lehr-Lern-Modul zur Informationskompetenz Das Inforadar für die Primarstufe

Hintergrundinformationen zu den geplanten Maßnahmen zur Förderung von Informationskompetenz in der Bildung finden Sie als Präsentationsfolien sowie bei der Denkschrift Informationskompetenz Bildung der DGI.

Publikationen

Auf die Initiative gehen zwei Web-Angebote im Rahmen des Portals „Deutscher Bildungsserver“ zurück.
Anfang Oktober 2008 wurde das Subportal „Informationskompetenz in Schulen“ auf dem Deutschen Bildungsserver (DBS) online gestellt. Nach projektgefördertem Aufbau wird das Portal inzwischen von der Redaktion des DBS ausgebaut und gepflegt. Durch die Einbindung in den stark frequentierten Themenbereich „Schule“ im DBS ist das Unterportal gut sichtbar und weist gute Nutzungszahlen auf.

Das Online Lehr-Lern-Modul zur Informationskompetenz „Das Inforadar“ für die Primarstufe liegt seit Frühjahr 2009 online vor.Neben dem Deutschen Bildungsserver tritt hier als Kooperationspartner auch „Schulen ans Netz“ bzw. „Lehrer-Online“ hinzu.

Eine aktuelle Übersicht über das Feld bietet die 2009 erschienene Online Publikation von Harald Gapski und Thomas Texter: Informationskompetenz in Deutschland
Die Zeitschrift „Computer und Unterricht“ hat ihr Heft 74 im 2. Quartal 2009 dem Thema „Informationskompetenz“ gewidmet. Enthalten ist auch folgender Beitrag: Alexander Botte: Informationskompetenz und Schule, S. 56ff.

Kontakte

Prof. Dr. Matthias Ballod
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
Luisenstraße 2, 06099 Halle (Saale)
Telefon (Zentrale) +49 (0)345 55 20 ..
Fax +49 (0)345 55 27 ..
E-Mail:matthias.ballod@germanistik.uni-halle.de

Dr. Luzian Weisel
Fachinformationszentrum Karlsruhe
STN International
Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen
Telefon +49-7247-808-531
E-Mail: luzian.weisel@fiz-karlsruhe.de

Positionspapier der DGI-Fachgruppe Bildung und Informationskompetenz

Im Spannungsfeld von Künstlicher Intelligenz und Bildung

Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) stehen vor den Toren unserer Bildungsinstitutionen oder haben sie bereits passiert. Diese Entwicklung gilt es kritisch-konstruktiv zu begleiten, denn:

1. KI im Bildungswesen ist per se weder gut noch schlecht. Die fortschreitende Digitalisierung erzwingt jedoch eine Bewertung der Möglichkeiten und Grenzen von KI-Technologien im und für den Bildungsbereich – und dies immer wieder aufs Neue.

2. „Automation der Entscheidung“ als grundlegende Funktionalität der KI-Technologien führt zu einem herausforderndem Verlust von persönlicher Autonomie, der eine kritische Neubewertung der Mensch-Maschine-Interaktion vor dem Hintergrund einer demokratischen Gesellschaft erfordert.

3. Die Bewertung der Rolle von KI in Bildungsprozessen und -institutionen muss dabei die dynamischen Veränderungen durch die Digitalisierung in den Blick nehmen und zugleich Zukünftiges antizipieren. Dies bedeutet vor allem, KI-Algorithmen nicht nur anhand technischer Leistungsfähigkeit zu bewerten, sondern gesellschaftliche Auswirkungen ihrer Anwendung einzubeziehen. Daher müssen ethische Aspekte und Datenschutz ebenso wie relevante Erkenntnisse aus der Maschine-Mensch-Interaktion in die Bildungsdebatte einfließen.

4. KI im Bildungsbereich erfordert kontinuierliches gemeinsames „Gestalten statt Verwalten“! Künstliche Intelligenz ersetzt nicht die menschliche Intelligenz, sondern bedarf deren kontinuierlichen Kontrolle.

5. Der sinnhafte pädagogische Einsatz sowie der Umgang, auch das Wahrnehmen von KI-Technologien erfordert spezifische Fähigkeiten (cognitive literacy), die im Sinne einer Ausweitung des Konzepts der Informationskompetenz (information literacy) bereits in der Schule eingeübt werden müssen.

6. Die bisherige Geschichte der Lehrmedien warnt davor, die Technologie als Ausgangspunkt der Entwicklung zu setzen, diese Rolle müssen vielmehr Ziele und Aufgaben von Bildung einnehmen. Zentral ist daher die Forderung, dass die pädagogischen oder unterrichtlichen Ziele den möglichen und sinnvollen Einsatz von KI definieren und nicht umgekehrt.

7. Der Einsatz von KI-Anwendungen im Feld des Lernens umfasst viele Bereiche: Learning Analytics, Open Educational Resources, Gamification, adaptive und automatisierte Lern- und Testverfahren. Im Bereich von Individualisierung und Differenzierung von Lernprozessen liegen große Potenziale für KI-Anwendungen, wobei die sozial-affektiven Aspekte gemeinsamen Lernens nicht vernachlässigt werden dürfen.

8. Für den Einsatz von KI in der Bildung ist ein gesamtgesellschaftliches Konzept zu entwickeln, das in konkreten Bildungskontexten erprobt und optimiert werden kann. Dazu bedarf es eines breiten öffentlichen Diskurses, an dem alle Akteure zu beteiligen sind. Bildungspolitik und Bildungsadministration sind aufgefordert, diesen Prozess dezentral zu organisieren.

9. Aus Sicht der Informationswissenschaft und Informationspraxis gilt also:

Keine Künstliche Intelligenz ohne Informationskompetenz!

Stand: Januar 2019