DGI-Blog

GfWM newsletter 5 / 2014 veröffentlicht

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nlIn der aktuellen Ausgabe:

– Wissensmanagement down under
– Expertise spart Energie … und macht unflexibel
– GfWM KnowledgeCamp 2014
– Was Bäume und Workshops verbindet: Ketso
… ausserdem die aktuellen Hinweise und Termine Herbst /Winter 2014.

Kostenfreier Download http://www.gfwm.de/interaktiv/newsletter-themen/

Das Redaktionsteam der GfWM freut sich über Ihre Hinweise und Rückmeldungen.

ReQuest Wettbewerb 2014 gestartet, die Forschungsfrage lautet…

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„Der/die „mobile“ ForscherIn – Anwendungen, Arbeitsabläufe und
Trends in einer zunehmend digitalen akademischen Community.“

“The mobile Researcher – Applications, workflows, and trends for
an increasingly mobile academic community.” (Englischer Titel)

Den genauen Fokus des Themas sowie weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie auf der Webseite request-wettbewerb.de

DGI unterstützt den studentischen Nachwuchswettbewerb ReQuest 2014

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Die DGI unterstützt den studentischen Nachwuchswettbewerb ReQuest 2014 der Abteilung Informationswissenschaft der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und würde sich freuen, wenn möglichst zahlreich studentische Teams der Ausbildungseinrichtungen für den Informationsnachwuchs in Deutschland, der Schweiz und in Österreich die Wettbewerbsaufgabe des diesjährigen Partners Elsevier angehen würden.

ReQuest 2014 ist die Gelegenheit, sich als Studierende für die Wissenschaft und noch mehr für die Praxis zu positionieren und an den Wettbewerbern zu messen.

Ganz nebenbei unternehmen wir damit gemeinsam etwas zum Abbau des Fachkräftemangels sowie für den Know-how-Transfer:  der Request-Wettbewerb bringt zukünftige Young Information Professionals aus den Hochschulen mit Informationsexperten aus Wirtschaft und Wissenschaft ins Gespräch.

Weitere Infos zum diesjährigen Request-Wettbewerb unter http://request-wettbewerb.de/.

MFG Luzian Weisel

Digitale Agenda der Bundesregierung: … Medien- und Informationskompetenz der Menschen in unserem Land … steigern …

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Update:

Pressemitteilung der DGI vom 22.08.2014

Medien- und Informationskompetenz der Menschen in unserem Land steigern!

http://www.dgi-info.de/index.php/presse/pressemitteilungen/693-medien-und-informationskompetenz-der-menschen-in-unserem-land-steigern

MFG Luzian Weisel

 

 

Sehr geehrte Mitlesende,

mit dem nachfolgenden Auszug aus der Digitalen Agenda der Bundesregierung sehe ich eines der strategischen Kernthemen unseres DGI-Programms aus 2012 bestätigt und uns alle aufgefordert, jetzt aktiv zu werden:

Die Förderung von Informationskompetenz in Bildung, Beruf und Gesellschaft und die Vermittlung von deren Bedeutung

(Das gesellschaftspolitische Anliegen der DGI!)

Wie sehen Sie es?

Mit den besten Grüßen

Ihr Luzian Weisel

 

21.08.2014

http://www.digitale-agenda.de/DA/Redaktion/DE/Standardartikel/Handlungsfelder/4-2_Digitale-Medienkompetenz-fuer-alle-Generationen-staerken.html

Digitale Medienkompetenz für alle Generationen stärken

Wir wollen, dass sich jede und jeder Einzelne sicher, informiert und aktiv in der digitalen Gesellschaft verwirklichen kann.

  • Die Bundesregierung strebt an, die Medien- und Informationskompetenz der Menschen in unserem Land zu steigern, und zwar in den verschiedenen Rollen, die sie dabei einnehmen. Immer häufiger sind sie nicht nur Nutzerinnnen und Nutzer, sondern produzieren selbst mediale Inhalte und Daten oder entwickeln Software. Hierzu werden wir Informationsplattformen einrichten.

 

gfwm THEMEN 8 – August 2014

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gfwm THEMEN8 TitelIn der gerade veröffentlichten Ausgabe 8 der fachlichen Publikation gfwm THEMEN stellt das Redaktionsteam der Gesellschaft für Wissensmanagement e. V. (www.gfwm.de) fünf hochinteressante Beiträge vor. Die Themenbereiche in dieser Ausgabe: Synergiekonzepte, Open Access, Effectuation, Kompetenzbeschreibungen und Datenschutz im Netz. Stefan Zillich (Redaktionsleiter der GfWM Publikationen): „Die Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe, übrigens alle Experten und Praktiker im Bereich Wissensmanagement, setzen sich mit sehr konkreten Fragestellungen auseinander und entwickeln in ihren Beiträgen interessante und nachvollziehbare Lösungsansätze“.

– Synergien: Vision oder Illusion? Realisierungsprämisse definieren, Scheitern der Konzepte vermeiden. von Magdalena Tarkiewicz, John Grunewald, Joerg Rainer Noennig

– Scheingefechte um Open Access. von Wolfgang Klotz

– Einige Gedanken zum effectualen Umgang mit der Ressource Wissen. von Petra Wimmer

– Das Spannungsfeld zwischen Wissensaustausch, Datenschutz und Benutzerfreundlichkeit – derzeitige Herausforderungen und zukünftiger Lösungsansatz. von Dirk Liesch

– Praxistipps Kompetenzbeschreibungen. von Dr. Angelika Mittelmann

Mit den Beiträgen dieser Ausgabe laden Redaktionsteam und Autoren die Leserschaft zu einer informativen und auch unterhaltsamen Lektüre ein. – Rückmeldungen und Kommentare sind jederzeit willkommen.

Die professionell gestaltete Publikation wird kostenfrei zum Download angeboten (43 Seiten als PDF) unter www.gfwm.de
Direkter Download als PDF

Für Ideen zu fachlichen Beiträgen können sich Interessenten direkt an das Redaktionsteam wenden.
Kontakt: themen /at/ gfwm.de

ZDF als vertrauenswürdiger Informationsanbieter?

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ZDF manipuliert Informationen in einer Ranking-Show für Prominente. – Auch diese Ranking-Show ist inhaltlich nicht relevant; die offenbare Leichtigkeit des aufgeflogenen Manipulationsprozesses jedoch sehr wohl.

Zeigt sich hier, dass der öffentlich-rechtliche Informationsanbieter ZDF das Recht für sich beansprucht, nicht passende Information passend zu machen? Und dies nur im Bereich der Unterhaltung? Oder gibt es möglicherweise weitere, inhaltlich wesentlich wichtigere Bereiche, in denen aus Sicht des Anbieters Information „angepasst“ werden muss?

Als professioneller Informationsnutzer muss ich einem Informationsanbieter vertrauen können, um dessen Inhalten zu vertrauen. Bei Vertrauensverlust wechselt der enttäuschte oder verunsicherte Kunde den Anbieter … hier können sich die ZDF-Verantwortlichen ungeniert und beruhigt zurücklehnen: Durch die Haushaltsabgabe sind sie diesem Druck des Informationsmarktes nicht ausgesetzt.

Und dennoch die Frage des aufmerksamen Informationsnutzers: Wie möchte das ZDF vor dem Hintergrund des jetzt verursachten Reputationsverlustes seinem postulierten Qualitätsanspruch nachkommen?

(Zur Erinnerung: Der Auftrag des ZDF ist es, den Fernsehteilnehmern einen „objektiven Überblick über das Weltgeschehen und insbesondere ein umfassendes Bild der deutschen Wirklichkeit zu vermitteln“. http://www.zdf.de/fragen-und-antworten-zum-zdf-zuschauerfragen-27882516.html)

#Studenten der #h_da für die #DGI: #Eindrücke der 3. #DGI-Konferenz

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3. DGI-Konferenz: Informationsqualität und Wissensgenerierung, 8.-9. Mai 2014

 

Der folgende Beitrag behandelt die 3. DGI-Konferenz zum Thema „Informationsqualität und Wissensgenerierung“, die vom 8. bis 9. Mai 2014 in Frankfurt am Main stattfand. Masterstudenten des Moduls Informationsqualität, angeboten von Prof. Dr. Marc Rittberger, nahmen an der Konferenz teil und verfassten einen Bericht darüber. In dem Bericht alle Beiträge kurz zusammengefasst. Eine ausführlichere Beschreibung der Vorträge findet sich im Tagungsband der Konferenz.

 

Keynote 1

Nachdem Dr. Luzian Weisel, der Vizepräsidenten der DGI, den Kongress eröffnet hatte, war die Keynote von Andreas Blumauer der erste Vortrag am Donnerstagmittag.

 

Andreas Blumauer: Linked Data – Das Ende des Dokuments?

Herr Blumauer referierte über das Produkt „PoolParty“. Mit diesem können aus vorliegenden Daten semi-automatisch Graphen erstellt werden. Informationsqualität zeichnet sich seiner Meinung nach vor allem durch Verständlichkeit aus. Die Art der Darstellung sei hierbei entscheidend und sollte interaktiv gestaltet sein. Mit Linked Data werden keine Dokumente mehr verknüpft, sondern Entitäten aus verschiedenen Quellen innerhalb einer Darstellung. Dies dient der Übersetzung zwischen Anwender und Techniker, vermeidet technische Lock-in-Effekte, hilft Standards zu etablieren, ermöglicht komplexere Wertschöpfungsketten und verbessert die Kommunikation. Die Software „PoolParty“ arbeitet mit Standards wie SKOS. Herr Blumauer betonte mehrmals die Wichtigkeit der Einhaltung und vor allem der Nutzung solcher Standards.

 

Session 1: Nutzungskontexte und Recherche

Im Anschluss an die Keynote begann gleich die erste Session mit dem Thema Nutzungskontexte und Recherche. Alexander Botte vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) moderierte die Session.

 

Hermann Bense: Recherche-Unterstützung durch Ontologie-Visualisierung im EnArgus2-Projekt

Mit dem EnArgus-Projekt, vorgestellt von Hermann Bense, soll es ermöglicht werden die „staatliche Förderpolitik im Bereich der Energieforschung transparenter zu gestalten und die Bewertung von Technologieentwicklung zu erleichtern“. Das nötige Fachwissen wird gesammelt und das Expertenwissen modelliert. Anschließend wird die Wiki-Suchfunktion — durch Navigation in den Hypertrees — unterstützt. Durch die Darstellungsform in einer Art von graphischem Lexikon, können bestimmte Begriffsbeziehungen besser veranschaulicht und die Navigation zwischen den Ebenen erleichtert werden. Außerdem ist es bei der Recherche nicht mehr nötig jede verwendete Bezeichnung zu kennen und einzeln zu recherchieren.

Nikolas Leichner: Google Scholar versus Fachdatenbanken Wie erfolgreich nutzen Studierende verschiedene Suchwerkzeuge?

In seinen Ausführungen befasste sich Nikolas Leichner, ein Doktorand am Leibniz-Zentrum, mit der Verwendung von Google Scholar und Fachdatenbanken bei Studenten. Hierbei zeigte sich deutlich, dass zwar zu Anfang das Google-Produkt bevorzugt wird. Im Laufe der Zeit nahm dessen Bedeutung jedoch ab. Diese Entwicklung begründete Herr Leichner damit, dass Google Scholar prinzipiell keine Alternative zu Fachdatenbanken darstellt. Für die Verwendung der besseren Fachdatenbanken ist jedoch Training erforderlich. Zuhörer verwiesen allerdings darauf, dass diese Schlussfolgerung nicht zwangsläufig stimmen. So wurde angeführt, dass die Google-Suche in manchen Bereichen, wie der Volltextrecherche, schlichtweg besser ist.

 

Session 2: Informationsorganisation und Qualität

Nach einer kurzen Pause wurde die zweite Session am Donnerstagnachmittag eingeleitet. Diese hatte das Thema Informationsorganisation und Qualität. Prof. Dr. Angela Schreyer von der Fachhochschule Potsdam moderierte die Session.

 

Christian Stein: Die Modellierung von Interdisziplinarität – Ontologiedesign für den Exzellenzcluster „Bild Wissen Gestaltung“

Christian Stein gab durch seinen Vortrag einen Einblick in die Arbeit des an der Humboldt Universität angesiedelten Exzellenzclusters „Bild Wissen Gestaltung“. Dieses interdisziplinäre Forschungsprojekt besteht aus über 20 Einzelvorhaben mit mehr als 25 beteiligten Disziplinen. Zum wurden die räumlichen und technischen Rahmenbedingungen innerhalb des Gesamtprojekts dargestellt. Zum anderen die Ontologie zur Abbildung interdisziplinärer Forschungsprozesse sowie datenschutzrechtliche Regelungen angeschnitten.

 

Markus Zoier, Bernd Fachbach, Manfred Rosenberger, Nadja Marko, Selver Softic & Alexander Stocker: Konzeption einer Architektur für flexible Suche und Informationsvernetzung in der Fahrzeugentwicklung

In dem Vortrag wurden vom Referenten die Herausforderung der Informationsbeschaffung im Engineering Bereich angesprochen. Das Ziel ist es, ein „Info Cockpit “ zur realisieren, in dem eine Virtuelle Umgebung sowie Prototypen erstellt werden.

 

Klaus Mak, Christian Meurers, Johannes Göllner: Von der Dokumentation zum organisationalen WissensPerformanceSystem

Der Referent legte in seinem Vortrag den Begriff „Wissen“ als Voraussetzung für Handeln oder Nichthandeln fest. Es wurde auf den Verlauf der Wissensentwicklung, vom Auftrag bis zur Entscheidung“ eingegangen. Anschließend wurde auch das Konzept von der Dokumentation zum Wissen Performance System vorgestellt.

 

 

Session: Kurzvorträge

Parallel zur zweiten Session fand eine Reihe von Kurzvorträgen in einem benachbarten Saal statt. Das übergreifende Thema der Kurzvorträge war Informationsqualität und Wissensgenerierung. Die Moderation wurde von Evelyn Dröge aus dem Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität übernommen.

 

Francesca Schulze: Datenqualität in der Deutschen Digitalen Bibliothek

Francesca Schulze berichtete von der Einbindung bzw. Verlinkungen der Daten in EUROPEANA mithilfe von ESE (Europeana Semantic Elements). Ebenso ging sie auf die größte Herausforderung ein, die heterogene Qualität der Lieferanten. Am Ende ihres Vortrages stellte die Rednerin noch die künftigen Ziele ihrer Arbeit vor: Zusätzliche Verknüpfungen zwischen den Objekten und die Verbesserung der Navigation. Mit dem Fazit, dass die Lieferanten die hauptverantwortlichen für die Datenqualität sind, die DDB jedoch nur Hilfestellung geben kann, schloss sie ihren Vortrag.

 

Andrea Horch: Semantische Online-Suchsysteme

Dieser Vortrag ist leider entfallen.

 

Gabriele Patzer: Social Media Research – der Wert der Meinung

In dem Kurzvortrag zum Thema „Social Media Research“ stellte Daniel Gradinger von Genios ein neues Angebot vor: Genios Media Monitoring. Dieses betreibt in Echtzeit datenschutzkonformes Text-Mining in sozialen Netzwerke. Zudem analysiert es die die gesammelten Daten analysiert und gibt Reporte aus.

 

Manfred Hauer: Hocheffiziente Tiefenerschließung multilingualer Textkollektionen mittels intelligentCAPTURE

Manfred Hauer stellte in seinem Vortrag intelligentCAPTURE vor. Hierbei handelt es um ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Nationalbibliothek, in dem mehrsprachige Textkollektionen automatisiert erschlossen werden. Als Basis für die automatische Inhalterschließung von Textdokumenten dienen eingescannte Inhalts-, sowie Stichwortverzeichnisse. Folglich wird aus den Scans ein Textkorpus automatisch extrahiert. Die Begriffe aus dem Korpus werden maschinell indexiert und es erfolgt eine vollautomatische Generierung von bibliographischen Daten zu dem jeweiligen Textdokument. Die maschinelle Indexierung dient einer umfangreicheren Trefferzahl bei der Recherche nach relevanter Literatur in Bibliothekskatalogen. Im Schnitt kann sie 606 Begriffe liefern, die mit dem Textdokument verknüpft sind, die zu einem breiteren und besseren Ergebnis führen.

 

Manfred Jaksch: Mehrwert schöpfen – Metasuche und Analyse von Fachinformationen

Der Referent sprach in seinem Vortrag über das Ziel, durch Wissensbeschleunigung in Unternehmen die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Anhand von verschiedenen Plattformen präsentierte er Beispiele von Mehrwertangaben. In der anschließenden Fragerunde, stellte er die zusätzliche Visualisierung der Daten in Aussicht.

 

Frank Wiegand: Deutsches Textarchiv Qualitätssicherung (DTAQ)

In diesem Kurzvortrag präsentierte Frank Wiegand vom Deutschen Textarchiv eine webbasierte Anwendung, die Digitalisate von Handschriften in das XML-Format umwandelt. Zudem erkennt und verbessert sie Fehler, die im Zuge der Entwicklung der deutschen Sprache entstanden sind. In der Anwendung eingebettet ist zudem die Normalisierung historischer Schrift in zeitgemäße Schrift. Die Anwendung kann so historische und wertvolle Handschriften vor übermäßiger Abnutzung schützen. Außerdem trägt sie dazu bei, dass Handschriften einfacher gelesen werden können. Die Anwendung birgt also eine Menge Annehmlichkeiten für historisch forschende und interessierte Nutzer.

 

Stefan Geißler: Aufbau von Terminologien aus Dokumentenkorpora – wie ein wenig Mathematik und Sprachverarbeitung Tage und Wochen manueller Arbeit vermeiden hilft

Als Einstieg stellte der Referent den Wert von Thesauri und der Facetten-Suche dar. Anschließend stellte er das Projekt Luxid WebStudio vor, welches auf die automatische Indexierung aus Dokumenten spezialisiert ist. Anhand von verschiedenen Beispielen erläuterte er Funktionen des Projekts. Auch demonstrierte er, wie einfach neue Einträge eingefügt werden können.

 

Podiumsdiskussion: Informationsqualität und Information Professionals

Den Abschluss des ersten Konferenztages bildete die Podiumsdiskussion mit dem Thema Informationsqualität und Information Professionals. Die Diskussion wurde von Prof. Dr. Marc Rittberger vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) moderiert. Teilnehmer der Diskussion waren Frau Petry-Eberle von der Daimler AG, Herr Blumauer von der Semantic Web Company GmbH, Herr Karger vom DFKI und Herr Stuike-Prill vom FIZ Karlsruhe.

Zu Beginn erzählten die eingeladenen Diskussionsteilnehmer von ihren Aufgaben und von der Informationsqualität bzw. Qualitätssicherung in ihrem Unternehmen. Frau Petry-Eberle prägte den Satz, dass Informationsqualität durch Prozessqualität in der Leistungserstellung entstehe. Für Herrn Stuike-Prill hingegen ist es Qualität, „wenn der Kunde wiederkommt und nicht das Produkt“. Anfangs fand die Diskussion eher direkt zwischen den Teilnehmer statt, nach einer Weile stellte jedoch auch das Publikum Fragen. Später ging es dann um die Zukunft der Information Professionals, deren Ausbildung und die für den Berufszweig aktuell erforderliche Kompetenzen. Insgesamt lässt sich hierüber sagen, dass Information Professionals möglichst interdisziplinär ausgebildet sein sollten. Des Weiteren kamen die Diskussionsteilnehmer zum Ergebnis, dass sich das Aufgabengebiet vor allem in Richtung der (Weiter-)Entwicklung von Tools/Werkzeugen und dem Entwickeln und Bewerten von Ontologien bzw. Unternehmensterminologien verlagert hat.

 

Session 3: Social Knowledge Management

Der zweite Konferenztag startete am Freitagmorgen mit einer Session zu Social Knowledge Management. Stefan Geißler vom Unternehmen TEMIS moderierte die Session.

 

Angela Vorndran, Silvana Keutz, Daniela Olenik, Aida Raimbekova und Marc Rittberger: Social Media als Quelle berufsbezogener Information in der Unterrichtsvorbereitung

Frau Vorndran vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) berichtete in ihrem Vortrag über die Rolle von Social Media bei der Unterrichtsvorbereitung in den Schulen. Die Studie über dieses Thema wurde mit der Unterstützung von Masterstudenten der Hochschule Darmstadt und am Beispiel der virtuellen Berufscommunity für Lehrer und Lehrerinnen „4teachers„ durchgeführt. Das Ziel der Untersuchung war festzustellen, wie die Lehrer und Lehrerinnen vorgehen, wenn Sie das Internet für ihre Unterrichtsvorbereitung nutzen und welchen Einfluss Social Media auf die Unterrichtsvorbereitung hat.

 

Thorsten Förster, Lennart Lamerz, Agnes Mainka & Isabella Peters: The Tweet and the City: Eine Studie über Twitter-Aktivitäten in informationellen Weltstädten

Thorsten Förster und Lennart Lamerz berichteten darüber, wie kommunikativ informationelle Weltstädte auf Twitter sind. Anhand verschiedener Indikatoren wählten sie 31 Weltstädte aus. Für eine anschließende Studie untersuchten sie die Aktivitäten zu den Städten auf Twitter. Dabei beobachteten sie, dass Einwohnerzahl und Größe der Stadt die Twitter-Aktivitäten nicht allein beeinflussen. Auch andere Faktoren wie z.B. Datenschutz können einen Einfluss haben. Außerdem gingen die Referenten auf die Frage ein, woher die Nutzer stammen, die über eine Stadt twittern und ob sie eher über Städte twittern, in denen sie sich selbst aufhalten.

 

Sarah Baldin & Beate Renate Somorowsky: Enterprise 2.0 in Bibliotheken und Informationseinrichtungen – Neue Anforderungen an Wissensmanagement in Zeiten des Social Web

Die Referenten berichteten über Enterprise 2.0 in Bibliotheken und Informationseinrichtungen. Die zentrale Frage des Vortrags war dabei: „How can libraries learn from other service industries; how will librarians keep up with specific skills? “ Die Referenten stellten fest, dass das Thema „Web 2.0“ noch nicht dort angekommen ist. Weder in der Theorie noch in der Praxis. Es gibt zwar vereinzelte Ansätze, aber generell ist noch nicht bekannt, was Enterprise 2.0 ist und wie es eingesetzt werden könnte. Die Prinzipien des Web 2.0 werden von den Referenten mit folgenden drei Komponenten verknüpft: Mensch, Technik und Organisation. Somit stellen die Referenten die Frage: „Wie kann ein Wandel zur Enterprise 2.0-Bibliothek gelingen?“ Web 2.0 in Bibliotheken bedeute mehr als Tools. Es fordere passende innerbetriebliche Rahmenbedingungen. Die Referenten stellten zum Schluss fest, dass es bisher noch keine repräsentative Studie dazu gibt, ob und wie Web 2.0 in deutschen Bibliotheken genutzt wird. Deshalb regen die Referenten eine solche Studie an. Zudem empfehlen sie eine gezielte Untersuchung zur Vereinbarkeit des öffentlichen Dienstes mit Enterprise 2.0.

 

Session 4: Modellierung und Informationsinfrastrukturen

Anschließend folgte die letzte Session der DGI-Konferenz. Sie hatte Modellierung und Informationsinfrastrukturen zum Thema. Die Moderation der Session wurde von Prof. Dr. Christian Wolff von der Universität Regensburg übernommen.

 

Steffen Hennicke, Evelyn Dröge, Violeta Trkulja & Julia Iwanowa: Von ESE zu EDM und darüber hinaus: Wie Europeana Zugang zu Objekten des Kuturellen Erbes ermöglicht

In ihrem Vortrag stellte Evelyn Dröge die Entwicklung der in Europeana verwendeten Beschreibungsstandards dar. Europeana ist eine von der Europäischen Union initiierte und geförderte virtuelle Bibliothek mit dem Ziel, europaweit die Objekte aller Wissenschafts- und Kulturinstitutionen über ein zentrales Portal zugänglich zu machen. Da hierfür die Objektdaten aus verschiedenen Einrichtungen aus ganz Europa geliefert werden, liegen viele verschiedene Formaten und Metadatenstandards vor. Daher wurde mit den Europeana Semantic Elements (ESE) ein neuer, Linked-Data-konformer Beschreibungsstandard entwickelt. Dieser soll die Interoperabilität der Metadaten gewährleistet und somit eine einheitliche Suche und Darstellung der in Europeana enthaltenen Objekte ermöglichen. Die ESE wurden zum Europeana Data Model (EDM) weiterentwickelt, mit dessen Hilfe eine semantische Kontextualisierung der Inhalte erfolgt. Beim DM2E-Modell (Digital Mansucripts to Europeana) handelt es sich um eine spezielle Version des EDM für die Anreicherung von Manuskripten.

 

Ute Sondergeld, Dr. Andreas Kempf: Fachinformationssysteme als Basis der Wissenschaftsforschung. Verwendungspotentiale infrastruktureller Dienste für ein indikatorenbasiertes Forschungsmonitoring am Beispiel der Bildungsforschung

Andreas Kempf stellte in seinem Vortrag eine Untersuchung dar, mithilfe derer beurteilt werden sollte, ob und in wie weit sich Fachinformationssysteme als Basis für indikatorenbasiertes Forschungsmonitoring eignen. Dies wurde am Beispiel einer mehrdimensionalen Analyse von Projekten und Publikationen der Bildungsforschung überprüft, indem die im Rahmen dieser Analyse verwendeten Indikatoren hinsichtlich ihrer Ergebnisse untersucht wurden. Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass mit den Indikatoren signifikante Aussagen generiert werden können. Somit kann mit Fachinformationssystemen als Datengrundlage erfolgreiches Forschungsmonitoring betrieben werden. Verglichen mit anderen Vorträgen war dieser Vortrag für in diesem Bereich unbewanderte Zuhörer nur schwer nachvollziehbar. Dieser Umstand ist aber wohl auf die Komplexität des Themas zurückzuführen.

 

Drechsler, Robert Strötgen & Esther Chen: Entwicklung eines Informationssystems für Lehrpläne – die Curricula Workstation

In diesem Vortrag berichtete Jessica Drechsler vom Georg-Eckert-Institut über ihre Erfahrungen bei der Entwicklung eines Informationssystems für Lehrpläne. Angeregt von den Nutzern, soll die Curricula Workstation einen zentralen Zugang zur Lehrplansammlung des Instituts bieten. Um den Anforderungen der Nutzer zu entsprechen, wurden diese durch Workshops und Befragungen von Anfang an in das Projekt einbezogen. Ebenso wichtige Ziele für die Workstation waren die Verwendung aktueller Standards und die nahtlose Einbindung in Forschungsinfrastrukturen. Damit dies gewährleistet werden konnte, zog das Georg-Eckert-Institut externe Berater hinzu und stellte eine Analyse der vorhandenen Strukturen an.

Keynote 2

Nach der Mittagspause hielt Reinhard Karger am Freitag die zweite und letzte Keynote, die den Abschluss der DGI-Konferenz bildete.

Reinhard Karger: Wenn Informationswelten und Weltwissen zusammenwachsen: Das Internet der Dinge erreicht die Welt der Gegenstände

In der amüsanten Keynote über die zukünftige Bedeutung des Internet der Dinge wurde ein schon existierender, aber noch neuer Aufgabenbereich von Informationsspezialisten dargestellt. Dem Vortragenden nach ist es die Aufgabe von Informationsspezialisten „Innovationslücken“ zu schließen, d. h. Produkte zu entwickeln, die Sensordaten aus vernetzten Dingen nutzen, um Menschen den Alltag zu erleichtern.

 

Abschließende Betrachtung

Insgesamt haben wir viele verschiedene Dinge zum Thema Informationswissenschaften gehört und gelernt. Leider gab es trotz des Titels der Veranstaltung „Informationsqualität und Wissensgenerierung“ nur wenige Vorträge zum Thema Informationsqualität. Die anderen Vorträge waren jedoch größtenteils dennoch für uns interessant und lehrreich. Neben den Vorträgen sind vor allem die Gelegenheiten zum gegenseitigen Austausch zu begrüßen, bei denen sich Studenten auch mal mit Berufstätigen über ihre Perspektiven und deren Aufgaben unterhalten können. Dies war zwischen den Sessions bei Kaffee und Kuchen beziehungsweise Mittagessen sehr gut möglich.

Gerne empfehlen wir die DGI-Konferenz auch anderen Studenten und Interessierten aus dem informationswissenschaftlichen Bereich weiter.

 

Dieser Beitrag wurde von den folgenden Personen verfasst: Anzhelika Belozer, Christoph Ewertowski, Daniel Schuler, Ingo Thellmann, Ingrid Peck, Lisa Benz, Luise König, Madeleine Gerlach, Matthias Letsch, Olena Demianets, Roland Fabritius, Sylvia Kullmann und Tatiana Ivanova.

Kommentar von Peter Cornelius zur SUMA-Jahrestagung 2014

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Wege aus der Internet-Überwachungskatastrophe

Ethik im digitalen Raum –

war der Titel der Jahrestagung 2014 des SUMA e.V. (www.suma-ev.de) am 12.02.14 in Hannover.

Suchmaschinen und Überwachung, da bestehen sicher Zusammenhänge und die Leitlinien des SUMA e.V. sind weit gefasst, die Satzung: http://suma-lab.de/suma-ev/downloads/satzung.pdf.

Aber, was hat das mit Ethik zu tun ? Ist das die Ethik meines Verhaltens ? Oder die Ethik derjenigen, die mich überwachen wollen, sei es nun der „ehrliche“ Staat oder „böse“ andere Menschen ?

Wenn ich nicht digital überwacht werden will, dann sollte ich als erstes vielleicht einmal den gesunden Menschenverstand walten lassen und keine digitalen Spuren hinterlassen. Dies wäre doch schon mal eine Grundlage ! ?

Aber: ich kann auch anders in staatliche Überwachungsfilter geraten !

Sehr anschaulich wird dies in einem YOUTUBE-Video gezeigt ( http://www.youtube.com/watch?v=iHlzsURb0WI ), dass durch den SUMA e.V. in diesem Jahr mit 2500 EUR prämiert wurde. Berechtigt aus meiner Sicht !

Sehr anschaulich war auf diesem Kongress, der mit rund 50 Leuten besucht war, auch die Präsentation von Andy Müller-Maguhn vom Chaos Computer Club.

Für mich allerdings überhaupt nicht verständlich (auch akustisch nicht, weil er nicht in der Lage war in ein Mikrophon zu sprechen), waren die Ausführung von Rafael Capurro, ehemaliger Professor an der Hochschule der Medien in Stuttgart, der seine Gedanken schweifen liess, aber für mich keinen roten Faden und auch keine klaren Thesen zu seinen Überlegungen der Informationsethik erkennen liess.

Fazit:

Der Raum, der Hodlersaal im Neuen Rathaus in Hannover war sehr schön, die installierte Technik dort hatte allerdings große Mängel, sodass von den Vorträgen sehr wenig zu verstehen war.

Das gemeinsame Abendessen hatte das selbe Problem, denn die Akustik in der sehr gut besuchten und sehr, sehr lauten „Ständigen Vertretung“ war auch so, dass man sich nur mit Mühe mit seinem Gegenüber am Tisch und seinem Nachbar verständigen konnte.

Also:

ein großes Problem der Kommunikation der sicher auch an der gegenseitigen Kommunikation miteinander interessierten Teilnehmer. Wolfgang Sander-Beuermann, der rührige Organisator, der jährlichen SUMA-Veranstaltungen sollte darüber nachdenken und für die nächste Veranstaltung mehr bieten !

Vier bemerkenswerte Beiträge in gfwm THEMEN 6

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In Ausgabe 6 der fachlichen Publikation gfwm THEMEN hat das Redaktionsteam der Gesellschaft für Wissensmanagement e. V. gfwmTHEMEN6Titelvier bemerkenswerte Beiträge zusammen gestellt. Die Autoren hinterfragen bekannte Aspekte, bestehende Modelle, ja ganze Systeme und kommen zu beachtenswerten und teilweise auch unkonventionellen Ergebnissen:

– GfWM-Wissensmanagement-Modell – Vorschlag für eine Weiterentwicklung zur Version 2.0 – Wissensmanagement und Projektmanagement mit Social Software, von Sebastian Peneder, MA

– Zwischenruf: Management 1.0 versus Enterprise 2.0 – Wie passt das zusammen?, von Rainer Bartl

– Strukturen des NichtWissens, von Claus-Peter Leonhardt

– Wissensmanagement und Business Intelligence – Methoden zur Wissensgenerierung im Vergleich, von Ronald Billen

Die Publikation (41 Seiten) wird kostenfrei zum Download angeboten unter http://www.gfwm.de/files/gfwmTHEMEN6-Sep2013.pdf

Homepage gfwm THEMEN http://www.gfwm.de/node/8

Autoren und Redaktion freuen sich auf Rückmeldungen und Kommentare der Leser/innen.

Für Ideen zu fachlichen Beiträgen können sich Interessenten jederzeit an die Redaktion wenden.

Kontakt: themen@gfwm.de

Informationsvermittlung? – Obsolet!

By | DGI, Informationspraxis, Informationswissenschaft, Presse | 5 Comments

Werden Editorials in Publikationen von Fachgesellschaften von ihren Mitgliedern gelesen? – Die Frage sollte sich nicht stellen, denn die Antwort lautet: Ja, die Mitglieder einer Fachgesellschaft sollten Editorials im eigenen Interesse lesen, weil sich hier neben Meinungen eben auch Entwicklungen in der eigenen Organisation abzeichnen.

Das Tätigkeitsfeld der glorreichen Ära der Informationsvermittlung gehört der Vergangenheit an, ist vom Absterben begriffen und vielerorts obsolet … so die zusammen gefaßte Aussage von Stefan Gradmann in seinem Vorwort zur iwp Heft 6 im Dezember 2012.

Entrüsteter Aufschrei!?

Ein entrüsteter Aufschrei von aktiven Bibliothekaren, Archivaren, Researchern, Dokumentaren, Informationsvermittlern, FAMIs, DGI-Lehrgangsabsolventen …? – Nein, eigentlich kein Aufschrei. – Werden Editorials in Publikationen von Fachgesellschaften von ihren Mitgliedern also womöglich ignoriert?

Ist die Beobachtung von Stefan Gradmann vollständig, wenn er das Tätigkeitsfeld der „glorreichen Ära der Informationsvermittlung“ der Vergangenheit zuordnet und es „im Absterben begriffen“ sieht? – Bekannt ist in der Tat die Auflösung ganzer Informationsvermittlungsstellen in Unternehmen und die Mittelkürzungen für Bibliotheken und Archive. Im genannten iwp-Editorial jedoch unerwähnt bleibt die Auslagerung von Informationsdienstleistungen z. B. nach Osteuropa und Fernost. Der Service Informationsvermittlung wird also durchaus weiter genutzt, aber Arbeitsumfeld und Einsatzorte wurden restrukturiert und damit der Kreis der Information Professionals ziemlich brüsk neu definiert.

Diese Entwicklung kann eine Fachgesellschaft vermutlich nicht aufhalten. Aber kann sie darüber hinwegsehen? Die DGI will und kann kein Lobbyverband sein (so die eigene Aussage). Eventuell fehlt ihr dazu die Stoßkraft und letztendlich liegt’s vielleicht auch an den Eigenheiten der in ihr vertretenen Berufsgruppen? – Aber eine Fachgesellschaft, die dem „partikularen Interesse eines Berufsstandes“ nicht verpflichtet sein möchte, und dies mit der hinzugezogenen Begründung, dass es eine homogene Interessengruppe, für die man tätig sein könnte, nicht mehr gäbe? … Nein, auch hierzu keine Gegenstimme der so angesprochenen DGI-Mitglieder in ihren Berufsgruppen.

Eben nicht nur die fachlichen Inhalte

Die Interessengruppen der DGI kommen aus unterschiedlichsten Bereichen; durch diese Vielfalt der Interessenlagen werden sogar Veranstaltungen, wie die DGI-Praxistage im April 2013 mit dem Fokus auf semantische Technologien möglich. Doch neben den rein fachlichen Inhalten gibt es durchaus noch weitere Themen für die Auseinandersetzung in einer Fachgesellschaft. Daran erinnern zumindest bemerkenswerte Erklärungen von Vorständen, Mitgliedern und Referenten der DGI – das Ganze übrigens gestützt durch Aussagen über Ziele, Zielgruppen und Aktivitäten der DGI auf deren Webportal:

In Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gab es in den letzten Jahren und gibt es aktuell zahlreiche Ereignisse und Anlässe, die direkt und teilweise schonungslos in die Lebens- und Arbeitsumgebungen der DGI-Mitglieder eingreifen.

Und hier zeichnet sich ein Paradox ab, auf das eine Fachgesellschaft wie die DGI zusteuert: Die Fachgesellschaft, ihre Vertreter und auch ihre Mitglieder nehmen für die Ausübung ihrer fachlichen Engagements selbstverständlich Infrastruktur, Forschungsgelder, Freiheiten und Grundrechte in Anspruch. Aber Einflußnahmen, Veränderungen und sogar Manipulationen und Reduzierung von damit verbundenen Parametern werden bei der Auseinandersetzung ausgeblendet.

Ein Testergebnis

So kann das Editorial in der iwp auch als aufrüttelnder und provozierender Kommentar an der Landschaft einer Fachgesellschaft verstanden werden. Ein Test vielleicht sogar, ob das zuvor gesagte zutrifft. Ich möchte Stefan Gradmann meine Anerkennung zollen, dass er in seiner Rolle als Präsident der DGI diesen Test getätigt hat: denn mit Blick auf die DGI und ihre Mitglieder und der Stille nach dem Test liegt jetzt dessen Ergebnis womöglich noch etwas klarer auf der Hand.

(Dieser Leserbrief wurde an die Redaktion der IWP geschickt und wird voraussichtlich in Heft 4/2013 der Information Wissenschaft & Praxis abgedruckt. Der Autor ist Mitglied der DGI.)