Am 1. Juni 2017 fand in Frankfurt am Main, Theodor-Heuß-Allee 25 im DECHEMA-Haus, die Mitgliederversammlung 2017 der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen e.V. (DGI) statt, diesmal mit den satzungsmäßigen Wahlen zum Vorstand. Folgende acht Kandidatinnen und Kandidaten wurden dabei von der Mitgliederversammlung als neuer Vorstand dieser Fachgesellschaft gewählt.

Marlies Ockenfeld

Marlies Ockenfeld (Präsidentin)

Studium von Chemie und Informationswissenschaft an der Universität Frankfurt am Main. Aufbau einer Bibliothek und Dokumentationsstelle in der chemischen Industrie. Mitwirkung bei der Planung der Fachinformationssysteme im Rahmen des IuD-Programms der Bundesregierung 2004 bis 2007. Durchführung eines Projekts zur Einrichtung einer Informationsvermittlungsstelle im Fachbereich Chemie der Universität Frankfurt und zur curricularen Einbindung von Online-Recherchen und Benutzerausbildung in das Chemiestudium. Leiterin des Zentralbereichs Ergebnistransfer der Gesellschaft für Information und Dokumentation (GID), anschließend Assistenz der Institutsleitung, Forschungsplanung, Berichtswesen, Veranstaltungsorganisation und Öffentlichkeitsarbeit im GMD-Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme. Später im Fraunhofer-Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme (IPSI) Leitung und Durchführung von nationalen und europäischen Verbundprojekten u.a. zur Digitalisierung von kommunalen Diensten, Einführung digitaler Arbeitsprozesse in KMU oder der Förderung von Mehrsprachigkeit in Informationssystemen.
Lehraufträge in Hannover und Darmstadt.
Aus meiner Sicht haben sich in den letzten vierzig Jahren zwar Methoden und Techniken der computergestützten Informationsverarbeitung völlig verändert. Geblieben und zum Teil nach wie vor ungelöst sind aber grundlegende Fragen bei der Auswahl dokumentationswürdigen Materials,  der Extraktion für spezifische Informationszwecke tatsächlich bedeutsamen Inhalte und ihrer zielgenauen, ballastarmen Vermittlung. Dokumentation ist inzwischen in vielen Bereichen zur Selbstverständlichkeit geworden und wird sogar verstärkt auch durch gesetzliche Regelungen gefordert. Der Austausch zwischen den diversen Arbeitsfeldern muss jedoch verstärkt werden, um Standardisierungen, besseren Datenaustausch und eine höhere Sichtbarkeit zu erreichen. Dafür und für einen Dialog mit verwandten Vereinigungen sowie zwischen den Mitgliedern der DGI möchte ich mich im Vorstand der DGI einsetzen.
Fünfzehn Jahre Mitglied im Vorstand des Kinder- und Jugendarbeit  e.V. und im Forum Beruf, Karriere, Zukunft e.V. in Darmstadt, das die Kinderuni Darmstadt organisiert.
Persönliches Mitglied der DGI seit 1973; seit 1977 Redaktion der Nachrichten für Dokumentation / Information – Wissenschaft und Praxis, Mitglied des DGI-Arbeitskreises Terminologie und Sprachfragen (DGI-AKTS) seit 2003 und des DGI-Arbeitskreises Geschichte des Informationswesens in Deutschland seit 2002, Organisation des DGI-Lehrgangs Informationsassistenz seit 2003, vielfältige redaktionelle und organisatorische Tätigkeiten für die DGI-Geschäftsstelle.

Christine Eckenweber-Black

Christine Eckenweber-Black (Schatzmeisterin)

TRISOLVE-Scientific
1998 Wissenschaftliche Dokumentarin / Institut für Information und Dokumentation, Potsdam
1992 bis 2004 bei Pharmacia / Pfizer GmbH, Erlangen  Clinical Data Manager / Logistic Officer (07/1992-1995), Head Scientific Information Center (1995-2004) mit den Aufgaben Aufbau und Leitung des Bereiches Scientific Information Center, Mitarbeitertraining, Pflege des Intranet
2004  Gründung der Firma TRISOLVE-Scientific. Seither unterstütze ich mit meiner Expertise Unternehmen und Privatleute mit wissenschaftlichen Recherchen, bei der Literaturverwaltung, beim Erwerb von Volltexten, mit Trainings und Schulungen, Datenbankmanagement, u. a. Neue Projekte liegen im Bereich E-Learning.
Ein besonderes Anliegen ist es, die DGI als wertvolle Ansprechpartnerin für die Industrie weiter zu öffnen.
Mitglied im Vorstand des AKI RP/Eifel (E-Learning Award 2016 / E-Learning Award 2017), im PAID (Pharma-Arbeitskreis Information & Dokumentation) und der AIIM (Association for Information and Image Management); Persönliches Mitglied der DGI seit 2004 / zuvor korporatives Mitglied durch die Pharmacia GmbH in Erlangen; Dozentin im DGI-Lehrgang Informationsassistenz

Michael Borchardt

Michael Borchardt

RetailConsult.de – Beratung + Coaching im Handel, Frankfurt am Main
Banklehre, Ausbildereignungsprüfung, Studium der Soziologie, Volkswirtschaft, Arbeitswissenschaft an der Universität Frankfurt am Main, Weiterbildung zum zertifizierten Qualitätsmanagement­beauftragter und Projektmanager. Tätigkeiten bei verschiedenen Banken und einem IT-Dienstleister als Berater für Informations­management und Marketing sowie als freier Analyst. Heute selbständiger Berater und Coach für meist inhabergeführte Klein- und Mittelstandsunternehmen (KMU) (Schwerpunkt Handel und Industrie). Zwischenzeitlich im Vorstand des Informations- und Kommunikationsrings der Finanzdienstleister IK.
Aus meiner Sicht befinden sich die klassischen Inhalte der Informationsvermittlung wie des Umgangs mit Information und Wissen überhaupt in einem rasanten Wandel. Neue digitale Prozesse sind in der Lage, hochqualifizierte Arbeit zu ergänzen oder diese gar zu ersetzen. Ich möchte im Vorstandskollegium der DGI besonders die Traditionslinien unserer Fachgesellschaft aufnehmen und diese mit den neuen Herausforderungen verknüpfen – die Diskussion um eine inhaltliche, theoretisch wie praktisch, (neue) Standortbestimmung unserer Arbeit begleiten und voranbringen und dabei den organisatorischen und technischen Wandel und die dazu notwendigen Instrumente zusammen denken. Dabei ist mir auch der Blick nach außen wichtig: mit welchen Verbänden, Vereinen oder Organisationen gemeinsam können wir als DGI unsere Ziele noch optimaler erreichen – und Effektivität wie Effizienz steigern?!
Mitglied in der GfWM, in der Ernst-May-Gesellschaft, in der DJU Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union, Berlin. Persönliches Mitglied der DGI seit 1993; seit 2016 Organisation des monatlichen DGI-Stammtischs in Frankfurt am Main.

Axel Ermert

Axel Ermert

Institut für Museumsforschung, Staatliche Museen zu Berlin (SMB), Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK)
Studium der Soziologie, Informationswissenschaft u.a. FU Berlin
Normungsarbeit im DIN Deutsches Institut für Normung, NA Bibl.wesen/Dok., NA Terminologie
Lehrbeauftragter an zwei Berliner Fachhochschulen
Seit 1998 wiss. Mitarbeiter, Institut für Museumsforschung, Interessenbereich „Theorie des Museums“, Museum als Informationsinfrastruktur, Museumsdokumentation (Objektdokumentation und Sammlungsmanagement im Museum)
Mitarbeit an der „Terminologie der Information und Dokumentation (TID)“, DGI Schrift Informations-wissenschaft 9 (DGI, 2006)
Lehraufträge zu „Grundlagen der Dokumentation“, „Thesaurus und Terminologiearbeit“ FH Potsdam, HTW Berlin, Donau-Univ. Krems
Im Vorstand würde ich mich für die satzungsgemäße Aufgabe Terminologie der IuD / des Informationsbereichs, ihre Verbreitung, weitere Ausarbeitung, Repräsentation in der Hochschullehre und der Weiterbildung einsetzen sowie für die Normung im Bereich IuD und den engen Kontakt zum Archivwesen und zur Normung (DIN) stärken.
Mitglied in VDA, ISKO, EASE (Europ. Association of Science Editors), DMB (Deutscher Museumsbund), BAK, DTT (Deutscher Terminologietag), DIN-NID (Normenausschuss Information/Dokumentation), DIN-NAT (Normenausschuss Terminologie), DIN-NABau 36 (Erhaltung des kulturellen Erbes), DMB Fachgruppe „Dokumentation, ISO/TC 46/WG 4 „Vocabulary of information and documentation“ (ISO Norm 5127).
Persönliches Mitglied der DGD/DGI seit 1980; seit 1978 Stellv. Sprecher, seit 2003, Sprecher von (A)KTS Komitee für Terminologie und Sprachfragen

Barbara Müller-Heiden

Barbara Müller-Heiden

Freiberufliche Dozentin
Studium von Mathematik und Amerikanistik; Fortbildung zur  Wissenschaftlich. Dokumentarin am LID. Tätigkeiten beim Deutschen Rundfunkarchiv und in der Wortdokumentation des Süddeutschen Rundfunks.
Seit 1992  Lehrtätigkeit – anfangs in der Weiterbildung wissenschaftlicher Dokumentare, zunächst als nebenamtliche Dozentin im LID in Frankfurt, später als Dozentin im Institut für Information und Dokumentation (IID) in Potsdam. Seit 18 Jahren in der Ausbildung von Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste tätig.
Mein Interesse ist es, Informationstätigkeiten allgemein und dokumentarische Tätigkeiten in der Berufswelt zu identifizieren. Wie sehen solche Arbeitsplätze aus – inhaltlich und formal? Wie muss das Thema Information auf die Arbeitsplatzebene herunter gebrochen werden? Dies muss integrativ mit unternehmens-relevanten Bereichen, z.B. der Technischen Dokumentation, aber auch den benachbarten Disziplinen wie Archiv und Bibliothek geschehen.
Ich trete dafür ein, dass solche Aspekte in Leitlinien der DGI einfließen. Daraus kann sich auch ergeben, mit welchen Dienstleistungsangeboten die Fachgesellschaft ihre Mitglieder und solche, die es werden sollen, erreichen kann.
Mitglied im Verband der deutschen Archivare und Archivarinnen (Vda), Fachgruppe 7 und im Berliner Arbeitskreis Information.
Persönliches Mitglied der DGD/DGI seit 1979; Mitglied des DGI-Arbeitskreises Terminologie und Sprachfragen (DGI-AKTS); Dozentin im Lehrgang Informationsassistenz

Margret Schild

Margret Schild

Theatermuseum Düsseldorf
Fachhochschule für Bibliotheks- und Dokumentationswesen (FHBD) Köln, Abschluss: Diplom-Dokumentarin
Bibliotheksstelle der Düsseldorfer Kulturinstitute (formale und inhaltliche Erschließung von Bibliotheksbeständen zu den Themen Bildende Kunst, Film, Literatur und Theater im Rahmen des Gesamtkatalogs der Kulturinstitute).
Seit 1993 Leitung der Bibliotheken des Theatermuseums und des Filmmuseums in Düsseldorf
Seit 2005 Koordination der Arbeiten zum Sammlungsmanagement in den Museen (d:kult-Verbund).
Meine Schwerpunkte liegen in der praktischen Erfahrung im Bereich der inhaltlichen und formalen Erschließung von Informationen und Objekten zur Kulturgeschichte (insbesondere Theater und Film). Ich setze mich für einen spartenübergreifenden Ansatz, die gemeinsame Nutzung von Normen und Standards in den verschiedenen Gedächtnisinstitutionen (Archive, Bibliotheken, Museen im kulturhistorischen Kontext) ein und bin vor allem auch daran interessiert, wie kleine (und häufig sehr spezialisierte) Informationseinrichtungen sich und ihre fachliche Kompetenz sowohl innerhalb der eigenen Institution als auch extern präsentieren und damit sichtbar werden können. Diese Einrichtungen benötigen wegen der wachsenden Komplexität der Anforderungen (z.B. in Hinblick auf Digitalisierung, Langzeitarchivierung, Urheber- und Nutzungsrechte, Einwerbung von Drittmitteln) Hilfe und Unterstützung, weil hier häufig sehr engagiertes, aber nur in Teilbereichen qualifiziertes Personal vorhanden ist bzw. von wenigen Personen viele Aufgaben und Tätigkeiten allein bewältigt werden müssen. Weitere wichtige Aspekte sind speziell zugeschnittene Fortbildungsmaßnahmen, die Vernetzung, der Aufbau u und die Pflege von Kontakten sowie die Betreuung von beruflichem Nachwuchs (z.B. Durchführung und Betreuung von Praktika), aber von ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen, die ihre Zeit und ihr spezielles Interesse an einzelnen Themen in die Arbeit einbringen, aber nicht in die organisatorische Hierarchie eingebunden sind.
Gründungsmitglied der AKMB (1995–1999, 2005-2009 Vorstandsmitglied), seit 1995 Mitglied der ASpB, des Arbeitskreise Filmbibliotheken und aktive Mitarbeit in der Fachgruppe Dokumentation (insbesondere der AG Sammlungsmanagement seit 1999. Persönliches Mitglied der DGD/DGI seit 1986.

Nadine Walger

Nadine Walger

Deutsche Nationalbibliothek
2006: Magistra Artium in den Neueren Philologien, Anglistik/Germanistik (Goethe Universität Frankfurt am Main)
2013: Master in Library and Information Science (TH Köln)
Fachliche Mitarbeit an der Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg in Frankfurt am Main, u.a.: Virtuelle Fachbibliothek Germanistik – Germanistik im Netz; Dokumentenserver der Sondersammelgebiete Germanistik, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Theater- und Filmkunst, Allgemeine Linguistik sowie Afrika südlich der Sahara; Archivzentrum
Fachliche Mitarbeit am DIPF, u.a.: Konzept zur Vermittlung von Informationskompetenz (Frankfurter Forschungsbibliothek)
Seit 2014 DNB, Fachbereich Informationsinfrastruktur, u.a.: Pflichtablieferung von Netzpublikationen (Sammlung Open-Access-Publikationen); Lizenzangaben und Rechtedokumentationen in Metadaten; Konzeptarbeit zur Unterstützung von Dataworkflow und Geschäftsprozessen im Bereich Netzpublikationen.
In der DGI will ich mich einsetzen für Vermittlung von Informationskompetenz, Qualitätssicherungsverfahren im Publikationsprozess (Peer Review, Gute wissenschaftliche Praxis), Bewusstseinsbildung von Vergabe, Verzeichnung und Nutzung von Open-Content-Lizenzen, Verbesserung der Qualität von Metadaten.
Mitglied der DINI-AG Elektronisches Publizieren. Dozentin beim DGI-Lehrgang Informationsassistenz seit 2014. Persönliches Mitglied der DGI seit 2017.

Dr. Luzian Weisel

FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur
Studium der Meteorologie, Mathematik und Physik an der Universität Mainz. Promotionsstudium und wiss. Mitarbeiter an der Uni-versität Karlsruhe, Institut für Meteorologie und Klimaforschung.
Seit 1987 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im FIZ Karlsruhe, 1990-1994 Projektmanager für die Deutsche Physikalische Gesellschaft e.V. im BMFT-Vorhaben „Elektronische Fachinformation an Universitäten auf dem Gebiet der Physik“, 1995-1998 Leitung des Referats „Kundenberatung“ des FIZ Karlsruhe, 1999-2005 Leiter der Abteilung „Vertrieb Hochschulen und Öffentliche Einrichtungen“: Seit 2006 Mitarbeiter im Stab der Geschäftsführung. Seit 1994 Lehraufträge an der Berufsakademie Mannheim, an der Humboldt-Universität zu Berlin, an der Hochschule der Medien (FH) Stuttgart, der HAW Hamburg und aktuell an der Hochschule Darmstadt.

30 Jahre Erfahrung im Information Retrieval, Management eines Call Centers und in der elektronischen Informationsberatung.

Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, Vorträge auf Fachveranstaltungen, Moderation von Fachsitzungen und Diskussionsrunden, Rezensionen, Teilnahme an Expertenrunden und Podiumsdiskussionen in der Informationspraxis.

Die Förderung von Informationskompetenz ist für mich eine Initiative, die jetzt zu unserem „Kerngeschäft“ gehört und langfristig die Sichtbarkeit der Fähigkeiten und Erfahrungen unserer Mitglieder und damit die Attraktivität der DGI – nicht nur beim Informationsnachwuchs – steigert. Darüber hinaus sind mir die Mitgliederentwicklung, die „Neukundengewinnung“, insbesondere die Nachwuchsförderung sowie die Berufsbildung besonders wichtig. Diese Aktivitäten gehen einher mit der Professionalisierung der Arbeitsweise der DGI sowie der Steigerung der Attraktivität des Warenkorbes für die Informationsspezialisten.

Persönliches Mitglied der DGI seit 1999; seit 2000 Mitglied im Vorstand der DGI, seit 2008 Vizepräsident der DGI, Sprecher der DGI-Arbeitskreis Bildung und Informationskompetenz (IKB).