Programm

7. September 2017

 
15:00 Uhr Begrüßung und Eröffnung

Prof. Dr. Matthias Ballod, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
15:15 – 16:00 Uhr N.N.
Eröffnungsvortrag

16:00 – 16:45 Uhr Prof. Dr. Matthias Ballod
Am Anfang war das Wort (Arbeitstitel)
16:45 – 16:55 Uhr Dr. Oliver Renn
Informationskompetenz praktisch - Coffee Lecture 1
16:55 – 17:10 Uhr Kaffeepause
17:10 – 17:55 Uhr Prof. Dr. Olaf Hoffjann
Gatekeeper 1 vs. Gatekeeper 2.
Was Journalisten von Bloggern unterscheidet ­ Ergebnisse einer empirischen
Untersuchung

Zusammenfassung:
Blogs erreichen heute zu manchen Themen bereits mehr Menschen als klassische journalistische Angeboten. Zugleich scheinen traditionelle journalistische Standards wie die Trennung von Nachricht und Kommentar sowie Redaktion und Werbung in Blogs nicht mehr zu gelten. Eine Studie mit mehr als 1.500 teilnehmenden Journalisten und Bloggern zeigt, wie wichtig alten und neuen Gatekeepern traditionelle journalistische Grundsätze sind, an wem sie sich orientieren ­ und wie sie mit dem Thema Schleichwerbung umgehen.
18:00 – 18:30 Uhr Dr. Ruth Elsholz
Lesung: „O Mensch, bedenck das End!“ Aus den Lebenserinnerungen der Agnes Pless,
Gefährtin Kardinal Albrechts von Brandenburg, aufgeschrieben von ihr selbst.

Zusammenfassung:
Der von Ruth Elsholz verfasste historische Roman erzählt die fiktiven Memoiren einer Frau, die tatsächlich gelebt hat. Agnes Pless, Mätresse des kurfürstlichen Kardinals, an dem sich die Reformation entzündet hat, Albrecht von Brandenburg.
1517 nagelt der Mönch Dr. Martin Luther seine 95 Thesen zur Kirchenreform an die Schlosskirche zu Wittenberg und löst damit die Spaltung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation aus. Sein Lieblingsfeind ist Kardinal Albrecht von Brandenburg, der mit seiner Geliebten in Aschaffenburg und Halle an der Saale residiert. Dies sind die Memoiren der Frankfurter Metzgertochter Agnes Pless, der vertrauten Mätresse des „Abgottes zu Halle“, die bis zuletzt an ihrem Optimismus festhält ...
ab 19:00 Uhr Gesellschaftsabend des DGI-Forums
   

8. September 2017

 
9:00 – 9:45 N.N.
Sprache

9:45 – 10:30 Axel Ermert
Terminologie und Sprachgebrauch
10:30 – 11:00 Kaffeepause
11:00 – 11:15 Uhr Dr. Oliver Renn
Informationskompetenz praktisch - Coffee Lecture 2
11:20 – 12:10 Prof. Dr. Pablo Pirnay-Dummer
Wissensmodelle aus Texten gewinnen, darstellen und klassifizieren. Neue Perspektiven aus automatisierten Analyseverfahren
12:15 – 13:45 Mittagspause
13:45 – 14:00 Uhr Dr. Oliver Renn
Informationskompetenz praktisch - Coffee Lecture 3
14:00 – 14:45 Hermann Bense
Warum wir keinen Roboter-Journalismus betreiben
14:45 – 15:30 Dr. Eva Gredel
Wikipedia als Wissensressource im digitalen Zeitalter: Trolle, Vandalen und alternative Fakten im größten Wissensspeicher der Welt

Zusammenfassung:
Die Wikipedia ist nicht nur ein kontrovers diskutiertes Nachschlagewerk, das vielen im Alltag zur ersten Orientierung dient, sondern mit über 40 Millionen Artikeln in 295 Sprachen auch die größte Enzyklopädie weltweit. Monatlich greifen 500 Millionen Nutzer auf ihre Inhalte zu und Tausende ehrenamtlicher Autoren erweitern die Wikipedia kontinuierlich. Die Online-Enzyklopädie ist somit nicht nur als eines der erfolgreichsten Projekte im Social Web zu verstehen, sondern auch als sozialer Raum zu deuten, in dem Wissen sprachlich von vielen Akteuren ausgehandelt wird.
Aus einer diskurslinguistischen Perspektive stellt die Wikipedia somit eine Ressource dar, die die soziale Konstruiertheit von Wissen in digitalen Diskursen transparent macht. Zu vielen Artikeln in der Wikipedia gibt es hypertextuell verknüpfte Diskussionsseiten, die den Autoren die Möglichkeit geben, die Ausgestaltung der Einträge, aber auch den Prozess der kollaborativen Wissensproduktion metadiskursiv zu thematisieren.

Allerdings fühlen sich nicht alle Akteure dem Grundprinzipder Neutralität und der Wikiquette verpflichtet und gefährden somit das Ziel, „eine Enzyklopädie von bestmöglicher Qualität zu schaffen“, indem sie alternative Fakten in die Enzyklopädie einbringen oder das gute Miteinander im Prozess der kollaborativen Wissenskonstruktion (sprachlich) manipulieren. Häufig werden diese Diskursakteure dann von der Wikipedia-Gemeinschaft als Trolle und Vandalen bezeichnet. Besonders gravierende sind die Effekte solcher manipulativen Interventionen dann, wenn die etablierten Medien die Wikipedia zu Recherchezwecken nutzen und Informationen ungeprüft übernehmen. Der Vortrag geht den genannten Phänomenen aus einer diskursanalytischen Perspektive nach.

15:30 – 16:00 Kaffeepause
16:00 – 16:45 Sebastian Sünkler
Websearch: The Next Generation – Entwicklungen in der Websuche durch die Verbreitung von Sprachsteuerung und Personal Assistants und deren Chancen und Risiken in der Anwendung

Zusammenfassung:
Neue technischen Entwicklungen im Cloud Computing, Machine Learning und Big Data und die starke Verbreitung und Nutzung mobiler Endgeräte führten zu einem Angebot neuer Suchsysteme, die als persönliche Assistenten ihre Nutzer bei der Informationssuche aktiv unterstützen und den Alltag erleichtern sollen. Sie agieren dabei anders als klassische Suchmaschinen durch ihr proaktives Verhalten, da die Assistenten auf die erlernten Vorlieben und Interessen ihres Anwenders reagieren und relevante Informationen aktiv zum richtigen Zeitpunkt ohne direkte Nachfrage ausliefern. Prognosen sagen einen Anstieg der weltweiten Nutzerzahlen intelligenter Assistenten von aktuell 390 Millionen zu 1,8 Milliarden im Jahr 2021 voraus. Die Verwendung solcher Assistenten geht eng einher mit der dialogorientierten Suche und Interaktion über gesprochene Sprache – sowohl bei der Eingabe von Suchanfragen bzw. Anweisungen als auch bei der Antwort der Systeme. Die Popularität und der Absatz von Smartphones hat zu einer stärkeren Nutzung der Assistenten geführt, die genutzt werden, um Anrufe aufzubauen, Textnachrichten zu verfassen, Apps zu öffnen oder Websuchen durchzuführen. Aktuelle Studien zeigen, dass jeder zweite Deutsche die Sprachsteuerung anwendet und in den USA knapp 40 Prozent der Besitzer auf die Eingabe von Befehlen per Sprache zurückgreifen. Die intelligenten Assistenten entwickeln sich zu einer immer häufiger genutzten Anwendung auf Smartphones oder durch den Einsatz sog. Home Assistants – stationären Systemen, die mittels Mikrofon und Lautsprecher dialogorientierte Suche im häuslichen Umfeld ermöglichen wie Amazon Echo. Beispiele für bekannte Personal Assistants sind Google Assistant, Apple Siri und Microsoft Cortana, die als smarte Alltagshelfer die Bindung die Endgeräte wie das Smartphone an den Besitzer weiter verstärken und in ihrer Verbreitung stetig zunehmen. Dabei entstehen diskussionswürdige Aspekte in Bezug auf Transparenz des Nutzers, die kommerzielle Verwertung der Nutzerprofile und die Selbstbestimmung der Benutzer, die durch die passive, häufig unbewusste Unterstützung der persönlichen Assistenten tangiert wird, die wiederum maßgeblichen Einfluss auf das Nutzerverhalten hat.
16:45 – 17:30 Dr. Ruth Elsholz
Sola Scriptura – Neue Medien – Fake News
(Was) Lässt sich von Luther lernen?

Zusammenfassung:
Der Vortrag zeigt anhand von Beispielen, wie der Reformator seine Autorität als Theologe und Volksheld gezielt für seine Sache einsetzte. Obwohl er dabei Übertreibungen, Schmähungen, und Falschmeldungen nicht scheute, wirkt seine Eskalationsstrategie bis heute erfolgreicher als die Mäßigungspolitik seines Kontrahenten Albrecht von Brandenburg. Ob sich daraus Folgerungen für die Arbeit von Medienmenschen und Information Professionals im 21. Jahrhundert ziehen lassen, begann ich mich zu fragen, als mir bewusst wurde, dass mit dem Thema Digitalisierung genauso viel (überzogene?) Heilserwartung wie Dämonisierung verknüpft ist. Auch hierfür gibt es Praxisbeispiele.

17:30 – 18:15 Günter Peters
Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Einsatz automatischer Verfahren in der Mediendokumentation
18:30 – 19:30 Stadtrundgang
   

9. September 2017

 
09:00 – 10:00 Prof. Dr. Gerd Antos
Wenn Roboter sagen, wo's lang geht
10:45 – 11:00 Uhr Dr. Oliver Renn
Informationskompetenz praktisch - Coffee Lecture 4
11:00 – 11:45 Stefan Geißler
Sprachtechnologien für Information Professionals
11:45 – 12:00 Kaffeepause
12:00 – 13:00 Abschlussplenum
„Die Verantwortung von Information Professionals heute“
13:00 Ende der Veranstaltung
14:00 interne Sitzung des Programmkomitees
  Programm vorläufiger Stand 20. Juni 2017 – Änderungen vorbehalten

 

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