DGI-Blog

Innovation und die Kunst des Abwägens

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Kathrin Passig & Sascha Lobo: Internet – Segen oder Fluch

Kathrin Passig & Sascha Lobo: Internet – Segen oder Fluch

Kurzrezension

Innovation und die Kunst des Abwägens

Vielleicht etwas wortreich im Ausdruck, vielleicht etwas metropolhaft in der Wortwahl, aber lesenswert, dabei unterhaltsam, breit recherchiert, gespickt mit interessanten Zitaten, erhellenden Gedanken und Perspektiven aus 25 Jahrhunderten. Ganz bestimmt eine Empfehlung, ein exzellenter Debattenbeitrag und sein Geld wert!

Der Titel „Internet – Segen oder Fluch“ ist irreführend, fasst das Thema enger, als es Passig/Lobo erarbeitet haben und vorstellen: Das technologisch Neue, die verständliche Angst vor Veränderung und der gesellschaftliche Umgang damit. Die Anlässe haben sich über die Jahrhunderte geändert, aber auch das Internet ist keine Ausnahme. So steht von Anfang an zwischen den Zeilen ein wenig getarntes „Segen und Fluch“ und überdeckt möglicherweise den eigentlichen Beitrag von Passig/Lobo, ihr notwendiges Plädoyer pro Diskussionskultur:  Read More

Matching Points of Interest from Different Social Networking Sites

By | Datenbanken, Künstliche Intelligenz, Mashups, Social Media | No Comments

On September 25, we (Tatjana Scheffler, Rafael Schirru, and Paul Lehmann) had the chance to present our work about data integration for points of interest from different community Web sites at the 35th German Conference on Artificial Intelligence in Saarbrücken.

POI matching has become an important task for different systems such as map applications and location recommendation systems. In recent years, users have contributed valuable information about locations (points of interest, POIs) in community projects such as OpenStreetMap (OSM) as well as in commercial social networks like Yelp or its German variant, Qype. These platforms often provide different types of information for the same objects, for example ratings (Qype), check-ins (Facebook Places), descriptions, categories, etc. For researchers and application developers it is often necessary to merge these distinct representations of POIs in order to obtain rich and complete information about the associated locations. Unfortunately the records representing the POIs do not share a common identifier across platforms thus making their matching a difficult task. In our work we present an approach matching POIs from Qype and Facebook Places to their counterparts in OSM. The algorithm uses different similarity measures taking the geographic distance of POIs into account as well as the string similarity of selected metadata fields. An evaluation of our system has shown that our proposed approach achieves an accuracy of 79% for data integration with Qype and 64% with Facebook Places while at the same time reducing the number of false matches compared to two baseline algorithms.

Details about the approach can either be found in our paper or can be directly obtained from the authors.

Umfrage – Weniger Meinungsfreiheit wäre ok!?

By | Bibliothek und Information, Informationskompetenz, Internet and Society, Internet und Gesellschaft, Presse | 5 Comments

Die für Informationsspezialisten überraschende Information kam in der Moderation des ZDF-Politbarometers vom 28.09. eher beiläufig daher und verschwand angesichts der aktuellen Politikerbenotungen schnell hinter Zahlen und Informationen. Drum sei nochmal darauf hingewiesen: Laut der hier vorgestellten Ergebnisse würden annährend die Hälfte der befragten Personen (47 Prozent) ein Verbot religionskritischer Darstellungen befürworten, selbst wenn damit Einschränkungen der Meinungsfreiheit verbunden wären.

Die Meinungsfreiheit wird in Deutschland in Artikel 5 Abs. 1 des Grundgesetzes definiert: Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten […] Eine Zensur findet nicht statt.

Ein Blick in Geschichtsbücher und die Aussagen von Historikern bestätigen, dass der geschichtliche und politische Entwicklungsweg bis zu dieser Definition lang, mühevoll und mit Repressionen, Gewalt und Rückschlägen verbunden war.

Artikel 5 des Grundgesetzes stellt auch einen zentralen Pfeiler für alle mit dem Bibliotheks- und Informationswesen verbundenen Berufe und der damit zusammenhängender Branchen dar. Und sein Inhalt dient als wichtiger Gradmesser für die Situation des Staates mit Blick auf demokratische Grundrechte, auch in Europa. Nicht nur Politiker und Vertreter der Wirtschaft betonen zudem die Vorteile der Informations- und Wissensgesellschaft als Fortschritt.

Doch wie reif ist eine Gesellschaft für die „Informations- und Wissensgesellschaft“ tatsächlich, wenn fast die statistische Hälfte ihrer Teilnehmer zur Lösung aktueller Problemlagen gezielte Einschränkungen beim Zugriff auf Information hinnehmen würde?

Zeitungsleser im Hausgärtchen (Carl Spitzweg)

Selbst wenn man entschuldigend anführen möchte, dass die befragten Personen die Option „Einschränkung der Meinungsfreiheit“ als ein naheliegendes und erfüllbares Angebot zur Auflösung eines Problems vorgestellt bekommen, so bleibt dennoch ein Unbehagen. Als aufmerksame Beobachter/innen erinnern Sie sich bestimmt an nicht lange zurückliegende Ereignisse und Diskussionen, bei denen deutlich wurde, dass bestimmten Interessengruppen auch in Deutschland an einer Einschränkung der Meinungsfreiheit und des Zugangs zu Information offenbar durchaus gelegen ist. – Und so könnte das Zwischenergebnis aus dem Politbarometer des ZDF ausgerechnet von diesen Interessengruppen als durchaus ermutigender Anhaltspunkt verstanden werden …

 

Die Meinungsfreiheit wurde 1798 in der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte in Frankreich als eines der kostbarsten Rechte des Menschen bezeichnet. Nach politischen Aufständen und deren Niederschlagung um 1848/1849 wurden einmal erreichte bürgerliche Rechte weitgehend wieder eingeschränkt. Zeitungen wurden in diesem Zusammenhang verboten oder nur nach strenger Zensur publiziert. Lesegesellschaften wurden geschlossen. Phasenweise war es für den Bürger ratsam, sich politisch nicht zu äußern. Nur der Rückzug in den privaten Raum bot Schutz vor der Zensur. Nur hier kann der Zeitungsleser wie auf dem Bild von Carl Spitzweg wenigstens mimisch missbilligen, was in der Zeitung steht. Das Bild entstand um 1845/1858. (Bildquelle: Wikipedia)

 

Die Community of Knowledge bietet den DGI-Mitgliedern eine Plattform zur Veröffentlichung von Beiträgen mit redaktioneller Betreuung an

By | Ankündigung | One Comment

Die Community of Knowledge ist eine Online-Austauschplattform zum Thema Wissensmanagement. Durch die Plattform finden Experten und interessierte Anwender zusammen und tauschen sich rund um das Thema Wissensmanagement aus.
Die Community of Knowledge stellt einen breiten frei zugänglichen Pool aus Wissensmanagement-Artikeln, das Open Journal of Knowledge Management, einen Kalender mit aktuellen Wissensmanagement-Veranstaltungen u.v.m zur Verfügung.

Als Medienpartner der 2. DGI-Praxistage 2012 in Frankfurt/Main lädt die C-o-K alle Konferenz-TeilnehmerInnen herzlich ein, ihre Beiträge auf der Plattform oder im Open Journal zu veröffentlichen.

Haben Sie deutsch- oder englischsprachige Textbeiträge über interessante Projekte oder Forschungsergebnisse im Bereich Innovations- und Wissensmanagement, die Sie gerne präsentieren möchten? Die Plattform steht allen interessierten Lesern und Autoren offen. Selbstverständlich dürfen Sie auch Beiträge einreichen, wenn Sie nicht an den DGI-Praxistagen teilnehmen.

Die Community of Knowledge legt großen Wert auf Open Access. Stimmt die AutorIn zu,  werden ihre Beiträge unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlicht. Artikel, die im Open Journal erscheinen werden auch im Katalog der DNB und DOAJ verzeichnet.

Für die Veröffentlichung Ihrer Beiträge bieten wir (das Redaktionsteam der C-o-K) Ihnen eine redaktionelle Unterstützung an. Weitere Information dazu finden Sie in den Artikel Guidelines oder per Mail an info@community-of-knowledge.de .

 

Die Community of Knowledge gehört der gemeinnützigen Intakt Umweltstiftung. Für die Leistungen fallen bei uns (C-o-K) Kosten an. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns auch finanziell unterstützen würden: Sponsoren bei der Community of Knowledge profitieren von einer effektiven Ansprache Ihrer Zielgruppe und präsentieren sich als professioneller Wissensmanagement-Anbieter, attraktiver Arbeitgeber und kompetenter Partner. Überzeugen Sie sich unter http://www.community-of-knowledge.de/mediadaten/ .

 

Mindestens 21 europäische Sprachen vom digitalen Aussterben bedroht

By | Informationswissenschaft, Künstliche Intelligenz, Presse, Semantic Web, Sprachtechnologie | 2 Comments

Gute und schlechte Nachrichten zum Europäischen Tag der Sprachen. Die meisten europäischen Sprachen werden in der digitalen Welt unter Umständen nicht überleben, warnt eine Studie der führenden europäischen Sprachtechnologie-Experten. In der Studie „Europe’s Languages in the Digital Age“ haben Wissenschaftler den Stand der Sprachtechnologie für 30 der ca. 80 europäischen Sprachen bewertet. Sie kommen zu dem Schluss, dass bei 21 der 30 untersuchten Sprachen ein digitaler Rückhalt nicht existiert oder bestenfalls schwach ist. Durchgeführt wurde die Studie von META-NET, einem europäischen Exzellenz-Netzwerk, in dem 60 Spitzenforschungs­zentren in 34 Ländern an den technologischen Grundlagen für ein multilinguales Europa arbeiten.

Weiter zur Pressemitteilung…

WhitePaper German
„Die deutsche Sprache im digitalen Zeitalter“
http://www.meta-net.eu/whitepapers/e-book/german.pdf

Über Netzpolitik, den Beitrag der Informationsberufe und verschenkte Chancen

By | Internet and Society, Internet und Gesellschaft, Netzpolitik | 2 Comments

Eine Entwicklung, die nicht zu übersehen ist, findet zurzeit in der (deutschen und internationalen) Politik statt. Netzpolitische Themen, Begriffe wie Informations- und Wissensgesellschaft, Urheberrecht – alle spielen eine zunehmende Rolle im politischen und gesellschaftlichen Diskurs.

Spätestens seitdem die Piratenpartei in Deutschland an Aufmerksamkeit gewonnen hat, beschäftigen sich alle Parteien intensiv mit diesen Themen. Manche Parteien haben das auch früher gemacht.

Aber Netzpolitik ist kein neues Feld, sie ist eine weitere Instanz von Informationspolitik. Die Art Politik, die für die Informationsberufe schon immer von Bedeutung war.

Diese Entwicklung öffnet den Informationsberufen, deren Verbände und Vereine, einen politischen und gesellschaftlichen Handlungs- und Einflussspielraum – eine Gelegenheit, die nicht verpasst werden darf. Das  ist eine Gelegenheit, in der Diskussion einen wichtigen Beitrag zu leisten. Eine Gelegenheit, auf Entwicklungen Einfluss zu nehmen, die nicht nur die Zukunft der eigenen Berufe bestimmt, sondern auch die Zukunft der Gesellschaft, in der die Berufe agieren. Eine Gelegenheit, um aufzuhören den Kopf in den Sand zu stecken und anzufangen aktiv zu werden.

Ich erläutere mein Plädoyer an einem aktuellen Beispiel: Read More

HTML5 für Facebook-App? Nicht für Mark! Was sagt Mike?

By | HTML5, Smartphone-Apps, Social Media, Videos, W3C, Webstandardisierung | 5 Comments

 Update: Was Mark Zuckerberg wirklich sagte – auf W3C.de nachzulesen.

„Our biggest mistake was betting too much on HTML5“, sagte gestern der Gründer und CEO von Facebook Mark Zuckerbarg im TechCrunch-Interview. Es geht um die derzeitige Facebook-App für Smartphones. Die vorherige App, Benutzer werden diese Erfahrung gesammelt haben, lief langsam, stürtze oft ab. Dies hat mehrere Gründe, einer davon, sicherlich, ist HTML5, doch nicht nur.Der Hauptverantwortliche des HTML5-Standards, Michael Smith, sitzt mir gerade gegenüber, der zu diesem Thema folgendes zu sagen hat: Read More

GfWM THEMEN Ausgabe 3 / September 2012

By | Dokumentation, Informationskompetenz, Informationspraxis, Informationswissenschaft, Internet and Society, Internet und Gesellschaft, Netzpolitik, Social Media | No Comments

GfWM THEMEN 3 / September 2012

Mit ihrer neuen fachlichen Publikation GfWM THEMEN veröffentlicht die Gesellschaft für Wissensmanagement in der mittlerweile dritten, gerade vorgelegten Ausgabe Expertenbeiträge rund um das Thema Wissensmanagement. Das Redaktionsteam stellt Ihnen in dieser Ausgabe neben weiteren bemerkenswerten Fachbeiträgen auch diesen Artikel über kritische Aspekte des wissenschaftlichen Publizierens vor:

Leistungsschutzrecht, Acta, Urheberrecht und Open Access: Der Umgang mit Information und Wissen wird zunehmend komplexer gestaltet und beeinflusst auch den Bereich des wissenschaftlichen Publizierens: Elka Sloan schildert am Beispiel der Elsevier-Boykotts ausgewählte Aspekte der neuen Entwicklungen.

Die weiteren Beiträge dieser Ausgabe:

– Günther M. Szogs: „Maybe Knowing“ – an impulse regarding cross-fertilization of knowledge and art
– Stephan Tanneberger: Die Soziale Netzwerke-Pyramide
– Interview mit Dirk Lorber, db InfoCenter, Deutsche Bank Research: „ … durch konstante Leistung überzeugen“
– Dr. Siegfried Mauch: Wissensmanagement in Baden-Württemberg am Beispiel Feuerwehr im Main-Tauber-Kreis
– Prof. Dr. Gudrun Behm-Steidel: Qualifizierungen im Bereich Wissensmanagement – ein unübersichtlicher Dschungel?!

Kostenloser Download GfWM THEMEN 3 / September 2012 als PDF http://www.gfwm.de/files/GfWMTHEMEN3-September2012.pdf
Homepage GfWM THEMEN und GfWM newsletter http://www.gfwm.de/node/8

Dass Redaktionsteam wünscht eine interessante Lektüre und freut sich auf Ihre Rückmeldungen.
themen_at_gfwm.de

Digitale Demenz – Was hat Manfred Spitzers Buch mit der DGI zu tun und warum sollten wir dazu diskutieren?

By | Bildungspolitik, Dokumentation, Informationskompetenz, Informationspraxis, Informationswissenschaft, Internet and Society, Netzpolitik | 12 Comments

Das Buch von Manfred Spitzer „Digitale Demenz“ erregt derzeit, zu Recht wie ich finde, die öffentlichen Gemüter. Aussagen aus dem Spitzer-Buch tangieren dabei die Thematik Informationskompetenz, derjenigen der Laien sowie der (Informations-)Experten. Allerdings teile ich sein Lamento nicht und schon gar nicht die Verwendung von „Studienergebnissen“ aus der frühkindlichen Phase, die dann einfach mal auf die Verhältnisse bei Schulkindern und bei jungen Erwachsenen übertragen werden.

Schauen wir einmal in das Vorwort und die Einführung zu Spitzers Buch – Quelle:

http://www.droemer-knaur.de/livebook/LP_978-3-426-27603-7/downloads/livebook.pdf (Stand 06.09.2012).

Dort heißt es: Read More

Heiße Debatte um das Leistungsschutzrecht… Und wo bleiben die Bibliotheksverbände?

By | Bibliothek und Information, Informationspraxis, Internet und Gesellschaft | 4 Comments

Ich fühle eine Art Déjà vu. Ich habe es schon mal (ok, mehrmals) gesagt.

Sascha Lobo hat schön aufgezählt, wer alles an der Diskussion um das neue Leistungsschutzrecht für Presseverleger teilnimmt, das LSR kommentiert und kritisiert:

Es lohnt sich, genauer hinzuschauen, wenn sich so völlig unterschiedliche Teile der Gesellschaft gegen ein Gesetz stellen. Vor allem, weil BDI und Linkspartei ja nicht die einzigen sind. Der Bitkom, die Grünen, die Junge Union, die SPD, ungefähr alle Internetverbände, die “Netzgemeinde” in Komplettbesetzung, Netzpolitiker in der CSU, der Verband der Automobilindustrie, der DJV Berlin-Brandenburg, die Freischreiber, noch zwei Dutzend andere Verbände sowie naheliegenderweise die in Deutschland tätige Internet-Wirtschaft in toto. Schon rein statistisch erhöht sich dann die Chance, dass das Gesetz falsch ist.

Fällt noch jemand außer mir was auf?

Wo sind die Bibliotheken und Bibliotheksverbände? Oder Verbände anderer Information Professionals (z.B. DGI und GfWM)?

Wie kommt das, dass sie (wir) nichts dazu zu sagen haben? Oder noch schlimmer, sind wir nicht in der Lage, unsere Stellungsnahme an die Öffentlichkeit zu bringen?

Also nochmals:
Die Praxis der Informationsberufe, von BibliothekarInnen bis zu WissensmanagerInnen, von Archivare bis zu Web Designer, alle sind vom Urheberrecht betroffen. Früher waren es die Grenzen der Technologie und Ressourcenknappheit, die die Informationspraxis eingeschränkt haben. Heute ist das das Urheberrecht, das die Grenzen des möglichen definiert.

Und das Leistungsschutzrecht?
Ein klares Produkt des Verlage-Lobby, völlig an der (Netz-)Realität vorbei konzipiert und eigentlich, ein Schuss ins eigene Bein für Verlage.
Ob Blogger und Twitterer davon betroffen sind ist eine Auslegungssache (und der Gesetzentwurf lässt viel Raum für unangenehme Auslegungen).

Werden Bibliotheken auch davon Betroffen sein, auf Grund eines tollen digitalen Angebots z.B.? Vielleicht, vielleicht auch nicht.
Es geht aber nicht um die eigene Betroffenheit. Es geht darum, dass DIE FACHLEUTE, die eigentlich Ahnung von den Sachen haben (sollten) und ihre Praxis vom Urheberrecht nicht trennen können – sie müssen eine Stellungnahme in jeder Entwicklung (wenn man das Leistungsschutzrecht für Presseverleger als Entwicklung überhaupt bezeichnen kann) dieses Gesetztes haben.

Weiterhin, wenn sie noch an irgendwelche ethische Grundsätze glauben und wirklich an der Gesellschaft denken, in der sie agieren, dann müssen sie eine Meinung haben. Eine fachliche Meinung, die alle diskutierten (und nicht diskutierten) Aspekte dieses LSRs umfasst, die Argumente abwägt und erklärt, wohin diese Entwicklung wirklich hinführt.

Und wenn BibliothekarInnen, InformationswissenschaftlerInnen, WissensmanagerInnen, Information Brokers etc. das wirklich nicht wissen und nicht können, dann müssen sie dringend und ernst über ihren Beruf nachdenken.

Nachtrag:
Ich will an dieser Stelle weiter betonen – Es ist völlig klar, dass solche Stellungnahmen und Teilnahme an öffentlichen Diskussionen Ressourcen (v.a. Personal-Ressourcen) verlangen, aber es geht um viel mehr.
Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger wird seit langer Zeit diskutiert und hat bereits drei Gesetzentwürfe. Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie informationsethischen und -politischen Themen von Informationsfachleuten in der Forschung, Lehre und Praxis undiskutiert und unkommentiert gelassen werden (ein paar weitere Beispiele: nur in den letzten Monaten hatten wir öffentliche Debatten um ACTA, Vorratsdatenspeicherung und den Staatstrojaner).

Das ist ein Alarmsignal für die Diskussionskultur und gesellschaftliches Bewusstsein unseres Berufsumfeldes.

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Original-Beitrag auch im Blog ‚Drawer 2.0‘ verfügbar:
https://drawer20.wordpress.com/2012/08/31/heisse-debatte-um-das-leistungsschutzrecht-wo-sind-die-bibliotheksverbande/