Category Archives: Informationspraxis

DGI-Praxistage 2016 – erfolgreich beendet

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Letzten Donnerstag und Freitag fanden die 6. DGI-Praxistage „Predictive Analytics – Blick in die Glaskugel oder glasklare Prognose?“ statt. Wir wollten mit Experten im Gästehaus der Goethe-Universität Frankfurt einen der derzeit wichtigsten Big-Data-Trends beleuchten.

Im Vorfeld konnten wir, wie schon 2015, drei Workshops anbieten: Stephan Geißler von Expert System Deutschland GmbH präsentierte: „Wissen aus Dokumenten industriell nutzbar machen – Einführung in die semantische Informationsextraktion mit dem Cogito Studio“ . Alexander Loth von Tableau Germany GmbH erklärte uns: “Why is Predictive Analytics essential for your Data Strategy” und Clemens Weins, kuehlhaus AG bot für die studierende Neumitglieder der DGI  das in diesen Tagen ungemein brisante Thema „Wie Online Marketing politische Öffentlichkeit beeinflusst!“ an.

Alle Workshops waren gut besucht und haben viel Spaß gemacht – wir werden dieses Format auch in Zukunft beibehalten.

Am Abend bot die Keynote: „Predictive Analysis – gestern, heute, morgen“ von Dr. Sven Schmeier, DFKI GmbH eine unterhaltsame historisch orientierte Einführung ins Thema und zugleich die Vorlage für ein lebhaftes Kamingespräch unter der Moderation unseres DGI-Präsidenten Herrn Karger. Danach konnte man sich bei einem ausgezeichnetem Abendessen und Getränken in schönem Ambiente dem Networking widmen.

Der Freitag stand mit den Vorträgen von Dr. Thomas Keil, SAS Institute GmbH, Nicolas Verstegen, StatSoft, Alexander Häußer, PwC Deutschland, Joachim Lackner,, Thomas Gabriel, KNIME.com AG, Prof. Dr. Melanie SiegelHochschule Darmstadt, Ralf Hennemann, GBI-Genios Deutsche Wirtschaftsdatenbank GmbH und Torsten Hartmann, Avantgarde Labs GmbH  ganz unter dem Motto Predictive Analytics – Blick in die Glaskugel oder glasklare Prognose? Als Orakel der Gegenwart bieten Predictive Analytics in vielen Bereichen verlässliche Antworten auf drängende Fragen, sei es im Vertrieb, in der Produktion, der Qualitätskontrolle oder der Medizin. Ein wichtiges Thema dabei: unstrukturierte Daten strukturieren und auf dieser Basis eine Zukunftsprognose formulieren. Dies ist eine große Herausforderung, denn noch gelingt das nicht fehlerfrei: Praktisches Beispiel, das uns die ganzen Praxistage aufgrund der Aktualität verfolgte: Die US-Wahl 2016.

Wir bedanken uns bei allen Rednern für ihre inspirierenden, kurzweiligen und zukunftsorientierten Vorträge und bei allen Teilnehmern für die anregenden Diskussionen!

Ganz besonders aber möchten wir unseren Sponsoren danken: Tableau Germany GmbH, GBI-Genios Deutsche Wirtschaftsdatenbank GmbH und Expert System Deutschland GmbH

Alle weiteren Informationen und das Programmheft mit Abstracts finden Sie auf der Veranstaltungsseite (Link)

DGI-Tipp des Tages: Job-Futuromat – Kann ein Roboter meinen Job machen?

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Sehr geehrte Mitlesende,

die folgende Seite hat im Zuge der vergangenen ARD- Themenwoche Furore gemacht:

http://job-futuromat.ard.de/

Gibt es hier etwa Aussagen zu den Informationsberufen?

Geben Sie hier einmal  „Bibliothekar/in“ ein, oder den „Fachangestellte/r für Medien …“, oder  den „Informations-Broker“ oder „Medizinische/r Dokumentar/in“ …

Oh Schreck! – K/ein Grund zum nachdenklich werden?

Besser sieht es dagegen aus bei „Informationswissenschaftler/in“, „Buchwissenschaftler/in oder „Business-Development-Manager/in“ …

 

IWP 5/6 2016 ist nun online

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Liebe DGI-Mitglieder,
nun ist es wieder soweit: Das letzte IWP-Heft für das Jahr 2016 ist online verfügbar. Die Druckexemplare werden Ende des Monats ausgeliefert. Einen unentgeltlichen Zugang zu allen Volltexten der Online-Ausgabe erhalten Sie als Mitglied der DGI über den Mitgliederbereich der DGI-Website.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Ihre IWP-Redaktion

Was Sie in der aktuellen Ausgabe lesen können, zeigt Ihnen der unten aufgeführte Überblick. Die Redaktion freut sich auf Ihre Reaktionen und auf Ihre Themenvorschläge und Beiträge.

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Adressbüros, Fragämter und Intelligenz-Comptoirs – zur Geschichte der ersten Suchmaschinen

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Adressbüros, Fragämter und Intelligenz-Comptoirs – zur Geschichte der ersten Suchmaschinen

Des Sonntags soll der Mensch ja eigentlich ruhen und sich erbaulichen Gegenständen widmen. Aber was soll er machen, wenn das Erbauliche so schön mit seiner Alltagsbeschäftigung zusammenfällt wie in den aktuellen „Zwischentönen“ des Deutschlandfunks, einem kurzweiligen Interview-Format am Sonntagnachmittag?

In der Sendung vom 6. November 2016 interviewt Michael Langer seinen Studiogast, den Wiener Historiker Anton Tantner.

Der hat nicht nur sehr abwechslungsreiche Musik mit ins Kölner Studio gebracht, sondern berichtet auch sehr anschaulich und bildhaft über sein im vergangenen Jahr bei Wagenbach erschienenes Buch „Die ersten Suchmaschinen: Adressbüros, Fragämter, Intelligenz-Comptoirs.“

Sein Faible für Registrierungs- und Identifizierungstechniken, die Beschäftigung mit der Geschichte der Hausnummern, mit französischen Theoretikern wie Michel Foucault und Gilles Deleuze fallen zusammen mit einer breit angelegten Musikauswahl von Gisela May, den Sex Pistols, Fehlfarben, Stimmgewitter bis hin zu Velvet Underground.

Die komplette Sendung mit Musikauswahl lässt sich nachhören bis zum 13. November 2016 – anschliessend als reines Interview.

Zur Mediathek

Zukunftstrends der wissenschaftlichen Verlagsszene: am 21.10. ist die DGI auf der Buchmesse

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Was sind die Zukunftstrends der wissenschaftlichen Verlagsszene? Wie wird man Forschungsergebnisse und den Impact Faktor der eigener Publikationen in Zukunft messen? Auf welche Weise wird sich dies auf die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen auswirken und was bedeutet das für den Nachwuchs, diejenigen, die heute studieren? Sind sie auf diese Veränderungen vorbereitet, was bringen sie ein und inwieweit werden sie von ihren Hochschulen heute dabei unterstützt?
Gerne möchten wir Sie zu unserer DGI-Veranstaltung auf der Buchmesse einladen. In Zusammenarbeit mit dem P-D-R (Pharma Documentation Ring) und PAID (Pharma Arbeitskreis Information und Dokumentation) wird wie auch im Vorjahr eine gemeinsame Veranstaltung und Podiumsdiskussion in der für die Infobranche und wissenschaftlichen Verlage wichtigen Halle 4.2 im Hot Spot angeboten.
Auch für Studierende, angehende FAMIS und an einer Neu- oder Schnuppermitgliedschaft Interessierte könnte die Veranstaltung anregende Impulse liefern. Kommen Sie vorbei, treffen Sie DGI-Mitglieder (auch vom Vorstand sind einige da), nehmen Sie Platz, gönnen Sie sich eine Verschnaufpause und folgen Sie den spannenden Beiträgen, einer britisch humorvollen Moderation von Andrew Clark (UCB Pharma) und einer Panel-Diskussion zum Thema.

Publishing Trends of the Future – consequences for research outputs and measures of impact
21.10.2016 | 13:00-15:00
Hot Spot Professional & Scientific Information, Halle 4.2
Partners: DGI, PAID, P-D-R

Eingeladen sind Vertreter von Verlagen (Royal Society of Chemistry, Wiley), Verwertungsgesellschaften (RightsDirect), Hochschulangehörige und Studenten (Hochschule Darmstadt) und Softwareentwickler (Digital Sciences). Sie werden miteinander die Konsequenzen der heraufziehenden digitalen Veränderungen und Zukunftstrends der Verlage und ihrer Dienstleistungen und Produkte diskutieren. Die Closing Notes resümiert Reinhard Karger, Präsident der DGI.
Nähere Infos auch im Veranstaltungskalender DGI:
http://dgi-info.de/events/frankfurter-buchmesse-2016/

DGI-Tipp des Tages: Citizen Science – Gemeinsam Wissen schaffen – mit Unterstützung der Informationsfachkräfte!?

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Heute teilte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit, dass „gezielt Forschungsprojekte, an denen maßgeblich Bürgerinnen und Bürger beteiligt sind“ gefördert werden sollen.

Weiter heißt es: „Bürgerwissenschaften, auch Citizen Science genannt, liefern der Forschung bereits detaillierte und umfangreiche Informationen, geben wichtige Impulse für Forschungsfragen und Rückmeldungen zur Relevanz und Anwendbarkeit von wissenschaftlichen Ergebnissen. Dies möchte das BMBF mit der neuen Förderung weiter ausbauen und auch methodisch voranbringen. Ziel ist es, den direkten Austausch zwischen Bürgerinnen, Bürgern und Forschenden zu stärken, neue wissenschaftliche Fragestellungen zu ermöglichen und die Bürgerwissenschaften insgesamt weiterzuentwickeln.“

Aus meiner Sicht eine gute Gelegenheit für Informationsfachleute ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten anzubieten und einzubringen, damit „Gemeinsam WIssen schaffen“ möglich wird.

Was meinen Sie?

Mit den besten Grüßen aus Karlsruhe

Ihr Luzian Weisel

 

p. s.

hier geht es zur vollständigen Pressemitteilung

https://www.bmbf.de/de/gemeinsam-wissen-schaffen-3240.html

und zum Webportal www.buergerschaffenwissen.de für Citizen Science-Projekte.

Neues vom Vorstand: eine heiter bis wolkige Präsenzsitzung

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Die Vorstandssitzungen finden mindestens einmal im Monat per Telefonkonferenz statt. In 60-90 Minuten abends lassen sich viele Themen nicht ausreichend diskutieren. Deshalb tagen wir mindestens einmal im Jahr „face to face“, wo wir uns in einer sogenannten Präsenzsitzung einen ganzen Arbeitstag lang über aktuelle Fragestellungen, Strategien und ToDos austauschen. Wie schon nach dem letzten Treffen wollen wir die Tradition fortsetzen, und im DGI-Blog darüber berichten.

Diesen Sommer waren wir am 29. Juli bei WTI Frankfurt zu Gast (vielen Dank an unsere Gastgeber!) – diesmal nicht bei 37 Grad im Schatten, sondern bei einem heiter bis wolkigen Sommertag im aufstrebenden Frankfurter Ostend, nahe dem neuen EZB-Gebäude.

Die Themen u.a.: Strategische Ziele, studentische Mitglieder, Homepage, Aktivitäten, Zukunft der IWP

Wir werden oft angesprochen, wofür genau die DGI heute steht. Der digitale Wandel stellt uns vor besondere Herausforderungen, das Profil der DGI und ihrer Mitglieder erneut zu schärfen, in der Mediengesellschaft alte Kulturtechniken und Neugier wieder zu erwecken.

Was ist das Spektrum?

  • Förderung von Informationskompetenz – unser gesellschaftspolitisches Anliegen
  • Informationsnutzung in Wissenschaft und Industrie
  • Entwicklungen der Informationsdienstleister und Internetriesen

Mit dabei

  • Gestalten von Wissensquellen
  • Anwendung und Kontext, Inhalt und Kunde
  • Informationsdienstleistungen zwischen IT und Kunde
  • Internet als Betriebssystem
  • Weiterentwicklung der Datenwirtschaft und Wissensgesellschaft
  • Datensouveränität
  • Dialog über Industrie 4.0, Zukunft der Arbeit
  • rechtliche Aspekte bei der Datennutzung

Finden Sie sich wieder? Sind Sie noch kein Mitglied? Dann geht es hier zur Anmeldung.

Diese Themen sollen sich in den Veranstaltungen und in der IWP widerspiegeln. Aber auch durch unsere Vernetzung in allen sozialen Medien und der Homepage, wollen wir die Sichtbarkeit der Themen der DGI und ihrer Mitglieder weiter erhöhen und Sie zur aktiven Teilnahme auf Twitter, in Xing, Facebook, Blog, Mailingliste aufrufen.

Apropos Homepage – ist es Ihnen schon aufgefallen? Die Seiten werden gerade aktualisiert und erhalten eine bessere Übersichtlichkeit. Den DGI-Blog finden Sie jetzt unter „Aktuelles“. Work in Progress. Wenn Sie Feedback haben – jederzeit an mail@dgi-info.de.

Unsere neu gewonnenen studentischen Mitglieder, zumindest die, die sich schon zahlreich angemeldet haben, wollen wir ebenfalls herzlich begrüßen und durch Teilnahme an Veranstaltungen und Workshops zur Mitarbeit motivieren. Vielleicht schon auf dem Buchmesse-Event der DGI. Da geht es um „Publishing Trends of the Future“ und wir fragen, „What do students need to learn/know about publishing (copyrights, re-usage, metrics, IF …)? Who educates them?“ – oder bei den nächsten Praxistagen. Ein Vortrag über ein studentisches Projekt der Hochschule Darmstadt ist schon geplant. Wir sind offen für Vorschläge aus den Reihen der Studierenden, was Projekte, Praktika, Themen oder Veranstaltungswünsche angeht.

Ein Thema in der Runde und auf dem letzten Stammtisch war das Profil und die Positionierung der Information Professionals. Vielleicht gibt es Ideen, wie wir die Sichtbarkeit der „Informationstätigen“ stärken und verbessern können. Die DGI möchte das gerne unterstützen. Auf jeden Fall ein Thema, an dem wir dranbleiben – nicht nur auf dem nächsten Stammtisch am 9.8.2016 in Frankfurt.

  • Zukunft braucht Herkunft
  • Die richtige Information zur richtigen Zeit am richtigen Ort – wer hat’s erfunden?
  • „Nie waren wir so wertvoll wie heute“ 🙂

Die nächsten Vorstandswahlen stehen 2017 an. Wir überlegen noch, in welchem Rahmen und zu welchem Termin wir dazu einladen werden. Eins steht fest, in diesen Umbruchzeiten gibt es viele neue Herausforderungen. Einige Vorstandsmitglieder werden voraussichtlich nicht wieder kandidieren. Haben Sie Vorschläge oder Interesse, die Arbeit des seit über 65 Jahren bestehenden Vereins mitzugestalten?

Es muss ja nicht gleich Vorstand sein – aber Ideenlieferanten, Organisationstalente, Themenfinder und Arbeitsgruppenfans sind immer willkommen, ihr Feedback einzubringen. Zögern Sie nicht, sich bei persönlichen oder zufälligen Begegnungen, auf der Mitglieder-Mailingliste, in der Xing-Gruppe oder über den Facebook-Account zu artikulieren.

Save the dates:
09.08.16, ab 18 Uhr: DGI Stammtisch in Frankfurt, Cucina della Grazie am Dom
21.10.2016: Frankfurter Buchmesse: Publishing Trends of the Future – Consequences for Research Outputs and Measures of Impact
10.-11.11.2016: 6. DGI-Praxistage: Predictive Analytics – Blick in die Glaskugel oder glasklare Prognose?

Save the references:

Karger, Reinhard: Perspektiven und Positionen der DGI: ein Plädoyer. – In: IWP, 2-3 (2016), S. 101, s.a. DOI: 10.1515/iwp-2016-0023

Karger, Reinhard: Informationskompetenz fördern: digitale Urteilsfähigkeit. – In: IHK-Wirtschaftsforum, 4 (2016), S. 41, s.a. http://www.frankfurt-main.ihk.de/presse/ihk-wirtschaftsforum/

Zukunft baut auf Erfahrung: Perspektiven vom Mundaneum bis heute

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Bericht von der DGI-Konferenz, 19. und 20. Mai 2016 in Frankfurt am Main von Elgin Helen Jakisch

Eine spannende DGI-Konferenz liegt hinter uns. Die Referenten ermöglichten hochinteressante Einblicke in ihre jeweiligen Erfahrungen und nahmen Bezug zu ihrer Geschichte und den Herausforderungen der Gegenwart. Viele Methoden haben mit der Digitalisierung Schritt gehalten. Viele der Ansätze waren zwar nicht neu, rückten aber die Stärken der „IuD-ler“ wieder mehr ins Bewusstsein. Wer ehrlich ist, bekennt, wie viel Arbeit wirklich gute Wissensorganisation bedeutet. Die DGI-Konferenz 2016 hat zur Konzentration auf diese wesentlichen Fragen einen guten Beitrag geleistet. Soweit so positiv. Doch allen Referenten und Teilnehmern wurde wieder einmal klar: der Nutzen des eigenen Tuns für Praxis und potentielle Kunden ist groß, muss jedoch erheblich besser kommuniziert werden. Der Auftrag lautet, sich als Infoprofi auf die Kernkompetenzen zu fokussieren und damit deutlicher zu werben.

Reinhard Karger, Präsident der DGI, eröffnete die Tagung mit der Aufforderung, die Infoprofis sollten die Diskussion über gesellschafts- und arbeitsmarktpolitische Veränderungen zentral anführen. Wissensmanagement findet heute auf allen Ebenen stattErfahrungen sind ein Fundament, damit Informationskompetenz und -qualität nicht verschwinden. Karger diskutierte den Querschnitt seines in der IWP 2+3/2016 erschienenen Plädoyers über die Positionen der DGI.

Über Paul Otlets Visionen der Organisation des Weltwissens war von Prof. Dr. Frank Hartmann von der Bauhaus-Universität Weimar zu erfahren. Otlet wollte die Information aus den Büchern herausholen und die Fakten erschließen, in einer Zeit des Aufbruchs von Telegraphie, ersten globalen Denkens und Weltausstellungen. Denkt man die Vision zu Ende, ist die Wissensallmende logisch – Wissen sollte Gemeingut sein. Otlet wusste, dass vor der Information die Dokumentation steht und entwarf Ideen zur Vernetzung des Wissens – lange vor Google. Doch geriet Otlet in Vergessenheit, weil er nicht über seine Visionen kommuniziert hatte?

Prof. Dr. Eric Hilgendorf, Universität Würzburg, referierte über das „RobotRecht“. Computer und Recht verzahnen sich, der Rechtsbegriff erweitert sich durch die Schnittstelle Maschine, Mensch und Netz. Der Mensch muss vor Folgen geschützt werden, die seiner Person oder der Gesellschaft schaden könnten, selbst wenn die Begeisterung über neue Wege der Datengenerierung und Vernetzung die Auswirkungen verschleiern.

Hauke Janssen von der Dokumentation des Magazins „Der Spiegel“ erläuterte das Fact-Checking und die Tätigkeiten der Informationsarbeiter seit Gründung der Zeitschrift. Hier ist eine ganze Abteilung mit der Verifikation aller Fakten in Artikeln beschäftigt – ein höchster Anspruch an Informationsqualität, unter dem Druck medialer Aufmerksamkeit in Echtzeit und permanenter interner Lobbyarbeit für die Dokumentation.

Lobby, Kommunikation über den Nutzen, gesellschaftliche Debatten – all dies setzte sich in der Podiumsdiskussion mit den Teilnehmern Reinhard Karger, Prof. Dr. Günther Neher (FH-Potsdam), Dr. Rafael Ball (ETH Zürich) und Dr. Hauke Janssen und unter reger Beteiligung des Publikums fort. Thema „Informationswissenschaft zwischen Krise und Renaissance“ – „Wege aus der Defensive“. Die Schließung des Studiengangs in Düsseldorf und das Urteil des Leibniz-Senats über die ZBMED stimmen nicht gerade optimistisch. Das Thema spielt in deutschen Medien jedoch keine Rolle, obwohl das anders sein sollte. Das Dilemma ist Uneinigkeit der Community in der eigenen Ausrichtung und mangelnde Kommunikation über den Nutzen des Berufsbildes mit fehlender Lobbyarbeit in der Politik. Fazit: das Eigenmarketing ist „verstaubt“, die Bekanntheit des Infoprofis schlecht. Dennoch finden Absolventen Jobs, vielleicht, weil sie ihren Beruf als „Kommunikationsoptionfür universelle Methoden begreifen- denn der Bedarf nach Ordnung des Wissens ist seit Otlet gleich geblieben.

Tag zwei startete mit der Präsentation der Neuausrichtung des IuD-Studiengangs an der FH-Potsdam, von Prof. Dr. Rolf Däßler, der betonte, dass IuD heute im Sinne von Datenmanagement verstanden werden muss. Ein Schwerpunt bildet die mathematischen Grundlagen – wichtig für jede Statistik. Viel Praxis, Werkstatt und Projektarbeit soll die Studenten fit für den Job machen. Danach präsentierten sich vier Studenten mit drei Projekt-, bzw. Masterarbeiten und stellten Ihre Ergebnisse und den Nutzen vor.

Prof. Dr. Marc Rittberger vom DIPF Frankfurt widmete sich den Erfahrungen der Logfileanalyse. Nichts in der webbasierten Welt geht ohne Tracking für die Webseitengestaltung und die Platzierung von Inhalten. Dabei ist das Verständnis über Nutzerverhalten genauso wichtig wie Quantitäten. Die Anpassung an mobile Geräte hat dem Thema erneut Schub gegeben.

Auch Prof. Dr. Ulrike Spree von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg fragte nach den Erfahrungen guter und schlechter Wissensorganisation in den letzten 20 Jahren. Ihr Fokus lag auf Inhaltserschließung und Wissenspräsentation. Die Wissensarbeiter heute tun immer noch zu viel in Handarbeit. Nutzerverhalten wird auch hier nur bei kommerziellen Produkten systematisch, aber sonst viel zu wenig in Betracht gezogen. „Theorie und Praxis arbeiten immer noch nicht gut zusammen“, so ihr Fazit.

Babette Bolle von STN stellte die Funktionalitäten der neuen high-performance-Plattform für die Patentsuche vor. „Wenn man Gutes bewahren will muss man Veränderungen zulassen“, so Babette Bolle und erläuterte den Wandel von der Expertenplattform hin zur intuitiven Selbstrecherche.

Was tun für die Zukunft Medizininformation? Dr. Helge Knüttel, Rechercheur und Fachreferent für Medizin an der UB Regensburg, stellt die hochwertige Informationsversorgung in der Medizin durch den möglichen Wegfall vom Literaturservice DIMDI und der ZBMED in Frage und befürwortete die Sicherung von Know-How in öffentlicher und zentraler Hand. Aus seiner Sicht wäre das für die Gesundheitsversorgung die bessere Entscheidung.

Ulrich Herb von der UB Saarbrücken widmete sich zum Schluss der Kommerzialisierung von Open Access. Aus seiner Sicht ist das Versprechen der Gemeinnützigkeit oder Wissensallmende nur halbherzig umgesetzt. Denn wieder einmal generieren Verlage die Gewinne und die Kosten wurden verlagert und zunehmend intransparent. Die Preise werden mit wachsender Nachfrage nach Open Access steigen – das ist die Marktlogik.

Nähere Infos:

Programm und Folien der Präsentationen finden Sie auf den Seiten des Veranstaltungskalenders.

Langfassungen der Vorträge erscheinen in den folgenden Ausgaben der IWP.

Karger, Reinhard: Perspektiven und Positionen der DGI: ein Plädoyer. – In: IWP, 2-3 (2016), S. 101, s.a. DOI: 10.1515/iwp-2016-0023

Karger, Reinhard: Informationskompetenz fördern: digitale Urteilsfähigkeit. – In: IHK-Wirtschaftsforum, 4 (2019), S. 41, s.a. http://www.frankfurt-main.ihk.de/presse/ihk-wirtschaftsforum/

Verbände als Instrument gegen den fortschreitenden Bedeutungsverlust der Infoprofis?

By | Allgemein, DGI, Informationspraxis, Informationswissenschaft | 7 Comments

Bestimmte Entwicklungen in der Branche der Information Professionals sind besorgniserregend: Stellen in den Unternehmen werden nicht mehr neu besetzt; Abteilungen werden aufgelöst; die Anbieter der Premiumquellen adressieren ihre Nutzungsverträge auch direkt an die Kunden der Infoprofis (sprich: die Berater, Analysten und Fachleute in den Unternehmen); Rechercheservices aus Osteuropa und Asien tragen ihre Leistungen unter Preis gezielt an die europäischen Unternehmen heran. Und offenbar schaffen es die auf sich gestellten Information Professionals in den Unternehmen kaum, die eigenen Entscheider mit den richtigen Argumenten pro „lokal aufgestellte Informationsdienstleister“ zu erreichen.

Doch wie erreicht man die Entscheider in den Unternehmen mit den richtigen Argumenten? Könnten … nein: Sollten sich in so einer Situation relevante Verbände für die Interessen der InfoProfis in Deutschland einsetzen? Es geht um Interessenbündelung, Interessenvertretung, Aufklärung, Marketing, gezielte Ansprache. – KONKRET: Welcher Verband informiert eine relevante Öffentlichkeit und die Entscheider in den Unternehmen über die besonderen Qualitäten lokaler und unternehmensinterner Information Professionals in Deutschland? (1)

Wie denken Sie als TeilnehmerIn und BeobachterIn der DGI darüber?
– Ich freue mich auf Austausch und Diskussion in diesem Forum.

(Stefan Zillich ist seit 1998 im Informationsgeschäft tätig und heute selbständiger Information Professional und Berater für Unternehmen und Organisationen; Workshops und Vorlesungen zu den Themen Information Handling, Recherche und Informationskompetenz stz-info.de)


(1) Diese Frage und weitere Beobachtungen zur aktuellen Situation der Infoprofis fasse ich in einem Beitrag im Open Password Pushdienst zusammen (Die InfoPros im Wettbewerb mit qualifizierten Endnutzern und fernöstlichen Anbietern, 06. April 2016). Das Ganze als Antwort auf eine Analyse im gleichen Medium, in der die genannten Aspekte ausgeblendet wurden (22. Februar 2016: Strategien gegen den fortschreitenden Bedeutungsverlust.